Coaching im Lehramtsstudium

Eine individuelle Antwort auf vielfältige Herausforderungen

Coaching im Lehramtsstudium
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Coaching findet längst nicht mehr nur in der Wirtschaft Anklang. Auch im Non-Profit-Bereich wird der Nutzen, den es entfalten kann, zunehmend erkannt – so z.B. an der TU Dresden, die ihren Lehramtsstudierenden ein Coaching-Angebot zur Verfügung stellt, das u.a. dem Aufdecken individueller fach- und personenbezogener Entwicklungspotentiale, dem Umgang mit Hürden im Studium sowie der reflexiven Entfaltung der eigenen Identität als zukünftige Lehrkraft dienen soll. Der Nebeneffekt: Klienten nehmen aus der Coaching-Erfahrung Techniken mit, die ihre spätere Lehrtätigkeit bereichern können.

Florian studiert im zweiten Semester Lehramt für berufsbildende Schulen in der Fachrichtung Holztechnik. Seine Tischlerlehre hat er mit Bravour gemeistert und nach ein paar Jahren Berufserfahrung entschieden, Lehrer zu werden. Im ersten Semester entsteht bei ihm eine Unsicherheit, die Florian bisher nicht an sich kannte. Die Anforderungen im Studium, der hohe Organisationsaufwand, die Breite und Tiefe fachlicher Inhalte, das Fehlen einer festen Gruppe und der ständige Ortswechsel von einer Fakultät zur anderen machen ihm schwer zu schaffen. Alles in allem hat er das beklemmende Gefühl, es einfach nicht bewältigen zu können. Er würde am liebsten hinschmeißen, aber den Traum vom Lehrerwerden kann er so einfach nicht aufgeben.

Nicht selten befinden sich Lehramtsstudierende am Anfang ihres Studiums in einer ähnlichen Situation, denn die Ausbildung hält eine breite Palette an Herausforderungen bereit. Im Projekt TUD_MTC wird ein Mix aus den Formaten Mentoring, Tutoring und Coaching (MTC) angeboten, um Lehramtsstudierende der Technischen Universität Dresden (TUD) bei der Bewältigung der vielfältigen Herausforderungen zu unterstützen. In diesem Artikel steht das Coaching-Angebot im Fokus.

Herausforderung Lehramtsstudium

Aus der Perspektive des Coachings ist ein Lehramtsstudium ganz besonders interessant: Einerseits geht es – ganz wie in anderen Studiengängen – darum, eine solide Basis an Wissen und Kompetenzen zu entwickeln, auf die sich eine spätere Berufstätigkeit aufbauen lässt. Andererseits soll das Studium auch einen Rollenwechsel vorbereiten: vom Lernenden zum Lehrenden.

Nun ist der Lehrerberuf zweifellos derjenige, den Schulabsolventinnen und -absolventen am besten zu kennen glauben: Haben sie doch jahrelang verschiedene Lehrende bei ihrer Berufsausübung beobachten können. So kann dann vermutet werden, dass eine Entscheidung für ein Lehramtsstudium sehr gut abgesichert ist, weil eine gute Kenntnis der Kernpraxis des Berufs vorhanden ist. Das bezieht sich jedoch nur auf die äußere Wahrnehmung des Handelns einer Lehrkraft im Unterricht und nicht auf die wesentlichen Planungs-, Entscheidungs- und Reflexionsfähigkeiten, die professionelles Handeln ausmachen. Dazu kommt, dass nicht alle Lehrkräfte unter Berücksichtigung aktueller Erkenntnisse der Lehr- und Lernforschung unterrichten. Lehramtsstudierende stehen also vor der besonderen Herausforderung, ein vermeintlich bekanntes Berufsbild womöglich aufbrechen, es auf jeden Fall um einige Dimensionen anreichern zu müssen und dieses dann mit der eigenen Persönlichkeit in Einklang zu bringen, um die Entwicklung einer professionellen Lehrerpersönlichkeit vorzubereiten.

Dazu kommt im Universitätsalltag noch das Problem, dass Lehramtsstudierende in der Regel drei Fächer studieren: erstes und zweites Unterrichtsfach zuzüglich Bildungswissenschaften. Diese Fächer sind an verschiedenen Fakultäten verortet, so dass sich Lehramtsstudierende im Studium mit unterschiedlichen Fachdisziplinen und -kulturen auseinandersetzen müssen und sich obendrein gelegentlich gegenüber den rein fachlich Studierenden aufgrund des geringeren Fachumfangs zurückgesetzt sehen.

Im Zentrum des Studiums stehen jedoch die Anforderungen an die zukünftige Lehrperson, zu denen neben dem Unterricht auch die Erziehung, die Bewertung und das Innovieren gehören (KMK, 2004). Während sich das Unterrichten und Bewerten – bei aller Komplexität – in Lehrveranstaltungen gut vermitteln lässt, beruhen die Anforderungsbereiche „Erziehen“ und „Innovieren“ in hohem Maße auf einer Entwicklung der Persönlichkeit. Es gilt, bei den Studierenden kreative Fähigkeiten, ein Denken über (vermeintliche) Schranken hinaus, ein hohes Maß an sozialer Sensibilität und gefestigte Vorstellungen einer angemessenen und verantwortlichen Begleitung von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.

Um eine solche professionelle Entwicklung zu begleiten, ist Coaching eine sehr gute Möglichkeit, denn zur Herausbildung der genannten Fähigkeiten bedarf es insbesondere eines Höchstmaßes an Reflexionsfähigkeit. Hier kann Coaching ansetzen und hier bietet es einige Vorteile gegenüber anderen Lernsettings: Insbesondere muss den Studierenden deutlich gemacht werden, dass sie nur in Übereinstimmung mit ihrer eigenen Persönlichkeit agieren können und auf dieser Grundlage ihre eigene Lehrerpersönlichkeit entwickeln dürfen und müssen.

Coaching im Lehramtsstudium

Um der breiten Palette an Herausforderungen begegnen zu können, bietet TUD_MTC ein differenziertes Coaching-Angebot mit folgenden Varianten: Wissenschaftliches Coaching unterstützt Studierende bei vorwiegend organisatorischen oder fachlich-inhaltlichen Schwierigkeiten im Studium. Als Coaches agieren Universitätsbeschäftigte mit langjähriger Erfahrung mit Studierenden und spezifischer Feldkenntnis. Persönlichkeits-Coaching fokussiert sich auf die Entwicklung der Persönlichkeit und wird von professionellen Coaches durchgeführt. Gruppen-Coaching bietet die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit spezifischen Themen wie Resilienz oder Stressmanagement, die für den Lehrberuf von Bedeutung, jedoch nicht explizit Studieninhalt sind.

Für alle Angebote gelten die Coaching-Prinzipien der Freiwilligkeit, gegenseitigen Akzeptanz, Offenheit und Transparenz des Prozesses sowie Vertraulichkeit. Grundlegend sind die Ansätze des systemischen Coachings (König & Volmer, 2012). Was genau leisten diese Varianten angesichts der Vielzahl an Herausforderungen?

Wissenschaftliches Coaching

Wie schaffe ich es, besser mit Stress umzugehen und Struktur in mein Studium zu bringen? Wie gehe ich mit Prüfungsdruck um? Wie erarbeite ich mir fachliches Wissen in einem Bereich, der mir schwerfällt? Mit dem wissenschaftlichen Coaching erhalten Personen bei diesen Fragen Unterstützung und lernen damit, in ihre Rolle als Studierende hineinzuwachsen. Ein gut reflektiertes Wissens- und Zeitmanagement trägt außerdem zum Rollenwechsel zur Lehrperson bei, denn dies betrifft die zentralen täglichen Aufgaben im Lehrberuf.

Besonders im MINT-Bereich gibt es einen Bedarf an Unterstützung in einzelnen Fächern oder Fachbereichen, der durch Tutorien oder Lernwerkstätten nicht immer vollständig gedeckt werden kann. Das wissenschaftliche Coaching fokussiert sich aber nicht auf die fachlichen Inhalte, sondern vor allem auch auf den Lern- und Aneignungsprozess. Durch die Analyse des Prozesses werden Lücken lokalisiert und entsprechende Strategien entwickelt, um diese zu schließen. Dabei vertieft der Klient nicht nur seine fachliche Expertise, sondern erlangt vertieftes und reflektiertes Prozesswissen zur Aneignung. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um zu lehren und Lernende gut im Aneignungsprozess unterstützen zu können. Dabei bietet Coaching im stärkeren Maße die Möglichkeit der Selbsterfahrung, -wahrnehmung und -reflexion in einem geschützten Rahmen als klassische Lehre, da Dozierende immer auch bewerten müssen.

Ziel des wissenschaftlichen Coachings ist es also, die Fähigkeit zum Zeit- und Lernmanagement sowie zur Wissensaneignung zu fördern, mehr Fachexpertise durch Anwendung von methodischem Wissen zu erlangen, mehr Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein im Fach sowie im Studium zu entwickeln und somit in die Lehrenden-Rolle hineinzuwachsen.

Persönlichkeits-Coaching

Bin ich überhaupt für den Lehrerberuf geeignet? Wo liegen meine eigenen Ressourcen und an welchen Stellen muss ich noch an mir arbeiten? Wie bekomme ich Studium, Familie und Nebenjob unter einen Hut? Wie kann ich trotz Krankheit im Studium bestehen? Das Angebot begleitet Lehramtsstudierende in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, unterstützt sie dabei, die eigenen Ressourcen und Potentiale zu erkennen und zu stärken, um den Anforderungen begegnen zu können. Im Persönlichkeits-Coaching liegen die individuelle Situation und die Anforderungen aus unterschiedlichen Systemen im Blickfeld.

Besonders in den ersten Semestern steht für manche Studierende die Frage im Raum, ob das Studium die richtige Wahl ist. Dies bestätigt auch die Studienabbrecherbefragung des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) der TU Dresden: „Ein Großteil der Studienabbrüche [findet] im ersten Studienjahr“ statt (ZLSB, 2017, S. 8). Aber auch am Ende des Studiums können Zweifel aufkommen. Hier unterstützt ein Persönlichkeits-Coaching, bei dem die eigenen Prägungen, Erfahrungen, Ziele und Visionen im geschützten Raum geprüft werden können.

Ziel ist es, Studierende zu mehr Selbstsicherheit und einem Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen zu verhelfen, sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, damit sie später verantwortungs- und selbstbewusst im Kontext Schule agieren können.

Gruppen-Coaching

In Gruppen-Coachings stehen Themen im Zentrum, die nicht explizit Inhalt des Studiums sind, wie beispielsweise Kommunikation, Stressmanagement, Resilienz, Schlagfertigkeit, Empathie und Achtsamkeit. Auch in der Gruppe stehen die individuellen Situationen, die Ressourcen und Potentiale der einzelnen Studierenden im Fokus, die durch Selbsterfahrung, Selbstreflexion und kollegiale Fallberatung bewusstgemacht werden. Ziel der Gruppen-Coachings ist einerseits die (Weiter-)Entwicklung von Fähigkeiten, die für das Studium und den Lehrberuf von großer Bedeutung sind. Andererseits soll der Austausch unter den Studierenden angeregt werden, um an den Voraussetzungen für eine offene Kommunikationskultur mitzuwirken. Ein weiteres Ziel ist es, dass Studierende im Schutz der Gruppe eigene Bedarfe an Entwicklung bzw. Unterstützung wahrnehmen können. Der Coach hat dabei die Aufgabe, diese zu identifizieren und eine passende Maßnahme anzubieten bzw. darauf zu verweisen.

Wie wird Coaching angenommen?

In der Projektlaufzeit von Dezember 2017 bis April 2019 nahmen 85 Studierende an einem Coaching-Angebot teil. Im Sommersemester 2019 haben sich weitere 33 Studierende für Gruppen-Coachings angemeldet, die meisten für die Themen Stressmanagement und Schlagfertigkeit. Bei der Befragung der Klienten zu den Gründen, die zur Entscheidung für ein Coaching geführt haben, wurden am häufigsten Überforderung durch Komplexität der Organisation und Koordination im Studium sowie Leistungsprobleme angegeben. Etwas weniger häufige Gründe waren Konflikte durch Dysbalance zwischen Privatleben und Studium, Krankheit, finanzielle oder familiäre Schwierigkeiten. In den Erstgesprächen wurde deutlich, dass die Studierenden meist bereits andere Angebote in Anspruch genommen hatten wie Studienberatung oder Tutorien und sich beim Coaching intensivere Begleitung erhofften. Bezüglich der Coaching-Inhalte wurde deutlich, dass neben Themen wie Stressmanagement die Auseinandersetzung mit den eigenen Prägungen durch die Schulzeit und die Reflexion über Vorstellungen des Lehrberufs als relevant wahrgenommen werden, im Studium aber wenig Platz finden.

Nach knapp anderthalb Jahren lässt sich noch nicht ableiten, inwiefern Coaching letztendlich zum Studienerfolg beigetragen hat. Um sichere Aussagen aus der Evaluation ableiten zu können, werden höhere Teilnahmezahlen benötigt. Nichtsdestotrotz ist bisher deutlich geworden, dass Coaching von Studierenden, die an einem Angebot teilgenommen haben, als hilfreich und wertvoll eingeschätzt wurde.

Fallbeispiel 1: Kurz-Coaching – Zweifel vor dem Referendariat

Die Klientin steht weniger als ein Jahr vor dem Ende ihres Studiums. Sie ist in ihrem Berufswunsch „Lehrerin“ verunsichert und zweifelt daran, ob der Weg ins Referendariat nach dem Studium wirklich die richtige Entscheidung ist.

In einer knapp einstündigen Einzelsitzung wird mit einem Tetralemma (siehe Fritzsche, 2012) das Entscheidungsproblem der Klientin untersucht. Dabei wird mit den Bodenankern „Das Eine: Referendariat“, „Das Andere: Uni“, „Beides“, „Keins von beiden“ und „Metaposition“ gearbeitet. In den einzelnen Positionen wird im Gespräch reflektiert, dass sich das „Referendariat“ für die Klientin einengend, stressig und erdrückend anfühlt; sie beschreibt das Gefühl, „in eine Schachtel gesperrt zu werden“. Demgegenüber wird die Handlungsoption „an der Uni bleiben“ mit Vertrauen und Sicherheit assoziiert, „so, wie eine warme Tasse Tee an einem kalten Tag“. Die Beiträge werden in Form von Bildern und Schlagwörtern auf Karten notiert.

In der Position „Beides“ wird auf der sachlichen Ebene sichtbar, dass eine Teilzeitstelle an der Universität auch mit dem Referendariat verbunden werden könnte. Auch mit der Position „Keins von beiden“ setzt sich die Klientin vor allem analytisch auseinander und sucht nach alternativen Berufsfeldern. Als herausfordernd zeigt sich in beiden Positionen die Aufgabe, fernab vom Rationalen nachzuspüren, worum es bei der Entscheidung „wirklich“ geht.

Durch zusätzliche Impulsfragen des Coachs kann im Reflexionsgespräch ein wichtiger Kern des Dilemmas aufgedeckt werden: Ein abgebrochenes Erststudium hatte bei der Klientin in der Vergangenheit zur Entwicklung von Misserfolgs- und Versagensängsten beigetragen. Mit dem erfolgreichen Wechsel ins Lehramt wurde der universitäre Bereich der Lehrerbildung zu einem wichtigen Raum der Bestätigung und Zugehörigkeit. Vor diesem Hintergrund lassen sich die Zweifel in Bezug auf das Referendariat auch als Angst davor verstehen, ein sicheres Umfeld zu verlassen und einen neuen Abschnitt zu beginnen, der möglicherweise erneut mit Misserfolgserlebnissen verbunden sein könnte.

Reflexion

Indem die Klientin die unbewussten Haltungen und Glaubenssätze analysiert und reflektiert, kann sie ihre Handlungsspielräume und Perspektiven bei der Entscheidungsfindung zunehmend erweitern: Ohne die Angst, mit dem Verlassen der Uni einen Schutzraum aufzugeben, lässt sich das Dilemma zwischen „Referendariat“ und „Uni“ auflösen und es können wertvolle Chancen zur Weiterentwicklung auf beiden Seiten aufgezeigt werden. Dadurch nimmt der Druck ab, so schnell wie möglich eine Entscheidung treffen zu müssen. In Bezug auf die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit ermöglicht die Arbeit mit handlungs- und perspektiverweiternden Methoden wie dem Tetralemma eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit Lern- und Entwicklungsprozessen, bei der neben rein rationalen Planungsentscheidungen auch die Werte und Bedürfnisse der Lehrperson und der Lernenden gezielt in den Blick genommen werden.

Fallbeispiel 2: wissenschaftliches Coaching – Prüfung vergeigt

In vier Sitzungen wurde die Klientin in der Vorbereitungsphase auf die Wiederholungsprüfung – die erste hatte sie nicht bestanden – mit Ressourcen-Arbeit, Lernzeitmanagement und einer Prüfungssimulation unterstützt. Prüfungsergebnis: bestanden. Im zweiten Coaching-Gespräch wurden die bisherigen Erfahrungen der Klientin mit der Prüfungsvorbereitung anhand einer mentalen Kurve (siehe Abb.) genauer in Augenschein genommen.

Mentale Kurve in der Prüfungsvorbereitung

Abb.: Mentale Kurve in der Prüfungsvorbereitung

Beim Reflektieren und Hinterfragen der einzelnen Kurvenabschnitte ergaben sich u.a. folgende Punkte: zunehmende Ermüdung und Langeweile durch stundenlanges Ausarbeiten, in der Folge sinkende Motivation, Anstieg der Sorge, es nicht zu schaffen (Kategorie Hürden). Für den Anstieg des mentalen Befindens in der zweiten Hälfte der Prüfungsvorbereitungszeit war u.a. das Gefühl verantwortlich, einen großen Teil des Stoffes bereits bewältigt zu haben und die Aussicht, es bald hinter sich gebracht zu haben (Kategorie Ressourcen). Aus diesen und weiteren Aspekten leitete die Klientin eigene Handlungsoptionen für die Prüfungsvorbereitung ab, wie z.B.: mehr Pausen, Abwechslung in den einzelnen Lernphasen, To-do-Listen etc. Die meisten Impulse kamen hier von der Klientin selbst. So aufgefächert erkannte sie schnell, wie sie die Vorbereitungszeit besser strukturieren und gestalten konnte. In der Reflexion zeigte sich später, dass sie den größten Teil der Handlungsoptionen gut umsetzen konnte und als wirksam einschätzte. Auch für die Prüfungssituation selbst wurden durch eine Simulation mit anschließender Reflexion die individuellen Hürden und Ressourcen analysiert sowie der Umgang mit diesen diskutiert.

Reflexion

Die Klientin schulte ihre Reflexionsfähigkeit und lernte, Prozesse mit darstellenden Methoden zu analysieren. Dies kann als ein gutes Werkzeug für die selbstständige Arbeit als Lehrerin fungieren. Die Klientin verstand, dass die Prüfungsvorbereitung ein Aneignungsprozess ist, der weit über Lesen und Exzerpieren hinausgeht. Sie nahm für ihre spätere Arbeit als Lehrerin mit, dass Lernen Know-how, dezidierte Planung und gute mentale Arbeit braucht.

Fazit

Coaching bietet eine wichtige Perspektive auf dem Weg zum Lehrberuf, nämlich die des Individuums mit seinen Ressourcen und Potentialen sowie seinen Prägungen und Vorstellungen. Im geschützten Raum und mit professioneller Unterstützung können eigene Potentiale entwickelt und eine Vision von sich selbst als zukünftige Lehrperson entworfen werden.

Literatur