Führung

Emotionale Intelligenz in der Führung

Wie sie im Coaching gefördert werden kann

Die Arbeitswelt wartet mit zunehmend komplexen Herausforderungen auf. Um adäquat auf diese reagieren zu können, benötigen Führungskräfte eine ausgeprägte emotionale Intelligenz. Nur so sind sie dazu in der Lage, psychologische Sicherheit in ihren Teams herzustellen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu fördern und die Mitarbeitenden darin zu unterstützen, die eigenen Potenziale auszuschöpfen. Der vorliegende Beitrag fasst zusammen, was emotionale Intelligenz in der Führungsarbeit ausmacht, und skizziert ein Konzept zur Förderung selbiger im Coaching.

14 Min.

Erschienen im Coaching-Magazin in der Ausgabe 2 | 2025 am 20.05.2025

Die Grafik zeigt eine Collage, in der ein menschliches Herz mittels eines Steckers mit einem Gehirn verbunden ist.

In der Arbeitswelt stehen Logik und Rationalität grundsätzlich im Vordergrund, während Intuition, Emotionen und Bedürfnisse oft vernachlässigt werden. Die Managementansätze von Vertretern wie Henry Ford und Frederick Winslow Taylor prägen eine technische Sichtweise auf Organisationen. Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Vorstellung, dass Organisationen und die darin arbeitenden Menschen wie berechenbare, triviale Maschinen funktionieren. Das Management wird dabei als eine technokratische Ingenieurwissenschaft verstanden, bei der die Organisation und Optimierung von Arbeitsabläufen den zentralen Bestandteil der Führungsaufgabe bilden. Menschen werden primär als Arbeitskräfte betrachtet, deren Beitrag auf physische Stärke und Ausdauer für klar definierte, repetitive Tätigkeiten reduziert wird. Kreativität und Eigeninitiative spielen eine untergeordnete Rolle. (Krizanits, 2024)

Auf einen Blick

Symbol einer Lupe
  • Vor dem Hintergrund hochkomplexer Herausforderungen müssen Unternehmen fähig sein, adaptiv, innovativ und flexibel auf Marktdynamiken zu reagieren.
  • Emotional intelligente Führungskräfte sind in der Lage, lernende Teams darin zu unterstützen, ihre Potenziale zu nutzen.
  • Emotionale Intelligenz kann im Führungskräfte-Coaching gefördert werden. Sinnvolle Ansätze zielen z.B. auf die Stärkung von Resilienz sowie auf den Umgang mit Unsicherheiten und Diversität.

Dieser historische Exkurs verdeutlicht, auf welchen Grundprinzipien unsere heutige Arbeitswelt aufgebaut ist und wie tief diese technokratischen Prägungen noch immer in unserer Kultur, unserem Führungsverhalten sowie den Strukturen und Prozessen von Organisationen verankert sind. Trotz bedeutender Fortschritte und eines wachsenden Bewusstseins für alternative Ansätze spüren wir nach wie vor, wie diese Denkweisen uns beeinflussen und limitieren. Ein Beispiel dafür ist die Praxis, Mitarbeitende primär als Ressourcen zu betrachten. Menschen werden oft auf ihre Verfügbarkeit und Arbeitszeit reduziert und als „Kapazitäten“ eingeplant, ohne ihre individuellen Talente und Potenziale ausreichend zu berücksichtigen. Ebenso zeigt sich diese Haltung in Performance-Management-Systemen, wo strikt definierte KPIs Mitarbeitende dazu verleiten, ausschließlich auf messbare Ziele hinzuarbeiten – oft zulasten von Kreativität, Innovation, Teamdynamik oder langfristiger Entwicklung.

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Literatur

Edmondson, A. (2018). The Fearless Organization. Hoboken: Wiley.

Goleman, D. (1995). Emotional intelligence. New York: Bantam. 

Goodhand, L. (2020). House of Change. Leeds Business School. Abgerufen am 17.02.2025: www.leedsbeckett.ac.uk

Krizanits, J. (2024). Leadership – Management – Führung. Heidelberg: Carl-Auer.

Peifer, Y.; Jeske, T. & Hille, S. (2022). Artificial intelligence and its impact on leaders and leadership. Procedia Computer Science, 200, S. 1024–1030.

Wüstenhagen, C. (2024). All die Feinheiten der Gefühle. Zeit Online. Abgerufen am 04.11.2024: www.zeit.de

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