In der Arbeitswelt stehen Logik und Rationalität grundsätzlich im Vordergrund, während Intuition, Emotionen und Bedürfnisse oft vernachlässigt werden. Die Managementansätze von Vertretern wie Henry Ford und Frederick Winslow Taylor prägen eine technische Sichtweise auf Organisationen. Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Vorstellung, dass Organisationen und die darin arbeitenden Menschen wie berechenbare, triviale Maschinen funktionieren. Das Management wird dabei als eine technokratische Ingenieurwissenschaft verstanden, bei der die Organisation und Optimierung von Arbeitsabläufen den zentralen Bestandteil der Führungsaufgabe bilden. Menschen werden primär als Arbeitskräfte betrachtet, deren Beitrag auf physische Stärke und Ausdauer für klar definierte, repetitive Tätigkeiten reduziert wird. Kreativität und Eigeninitiative spielen eine untergeordnete Rolle. (Krizanits, 2024)
Dieser historische Exkurs verdeutlicht, auf welchen Grundprinzipien unsere heutige Arbeitswelt aufgebaut ist und wie tief diese technokratischen Prägungen noch immer in unserer Kultur, unserem Führungsverhalten sowie den Strukturen und Prozessen von Organisationen verankert sind. Trotz bedeutender Fortschritte und eines wachsenden Bewusstseins für alternative Ansätze spüren wir nach wie vor, wie diese Denkweisen uns beeinflussen und limitieren. Ein Beispiel dafür ist die Praxis, Mitarbeitende primär als Ressourcen zu betrachten. Menschen werden oft auf ihre Verfügbarkeit und Arbeitszeit reduziert und als „Kapazitäten“ eingeplant, ohne ihre individuellen Talente und Potenziale ausreichend zu berücksichtigen. Ebenso zeigt sich diese Haltung in Performance-Management-Systemen, wo strikt definierte KPIs Mitarbeitende dazu verleiten, ausschließlich auf messbare Ziele hinzuarbeiten – oft zulasten von Kreativität, Innovation, Teamdynamik oder langfristiger Entwicklung.
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