Die Rolle des Coachs in der Unternehmensentwicklung

Die Begleitung von Change-Management-Prozessen

Die Rolle des Coachs in der Unternehmensentwicklung
© Foto: GaudiLab/Shutterstock.com

Veränderung erfordert Reflexion. Im Rahmen unternehmerischer Change-Prozesse betrifft dies insbesondere die Verantwortungsträger. Coaching kann ihnen helfen, sich über gewünschte Veränderungsrichtungen klar zu werden und diese anzustoßen. Es kann sie dabei unterstützen, sich blinder Flecken sowie negativer Auswirkungen eigenen Handelns bewusst zu werden und Lösungen für die entstandenen Probleme zu erarbeiten. Welche Handlungsmaximen sollten Coaches dabei beachten und in welche Fallen können sie tappen?

Der Change-Management-Prozess

Die folgenden Ausführungen knüpfen an die systemisch-soziologische Definition eines Change-Management-Prozesses auf Basis der SOMMER-Methode (Sommer, 2019) an. Was bedeutet diese Ausrichtung für einen Change-Management-Prozess? Die Arbeit am Unternehmen findet nach systemischen Gesichtspunkten statt. System bedeutet hier, Zusammenhänge zu berücksichtigen, die der Laie nicht zu erkennen vermag. Soziologisch betrachtet, wird eine Unternehmensstruktur angestrebt, die förderlich zu allen Seiten ist. Das setzt Erfahrung mit gesellschaftlichen und zwischenmenschlichen Entwicklungsströmungen voraus und bedeutet, dass der Coach die gesamte Entwicklungsgeschichte des Unternehmens in den Blick nimmt und seine Beobachtungen in „förderlich“ und „nicht förderlich“ einordnet. Nicht förderlich ist alles, was keine positive Konsequenz zum Nutzen aller hat, sondern Störungen im System produziert. Letztere lösen sich in aller Regel nicht von allein auf. Sie müssen angeschaut und bearbeitet werden. Anschließend wird das Unternehmen nach dem Prinzip der Förderlichkeit geordnet, sodass sich die innewohnenden Kräfte ergänzen und gut miteinander funktionieren können. Auf der Basis des Sortierens und Ordnens findet die Bewusstwerdungsarbeit der Verantwortungsträger statt. Diese werden vom Coach schrittweise darin begleitet, bewusst wahrnehmen zu können, in welcher unternehmerischen Systematik sie sich aktuell befinden, welche Folgen ein Nicht-Führen hätte und wie sie in die notwendige Führung kommen.

Die vier Sektionen des Change-Management-Prozesses

Der Coach teilt sein Handeln in vier Sektionen ein, die wiederholt durchlaufen werden, bis sich der gewünschte Erfolg eingestellt hat.

  1. Akutmaßnahmen einleiten und begleiten
  2. Bewusstwerdungsprozess der Verantwortungsträger stärken
  3. Arbeit am Unternehmen durchführen
  4. Implementierung der Erkenntnisse und Veränderungsprozesse begleiten

In jeder dieser Phasen achtet der Coach auf seinen eigenen Prozess und macht innerhalb seiner begleitenden Arbeit selbst eine Veränderung durch. Dafür beobachtet er seine Reaktionen auf den vorliegenden Prozess und holt sich so immer wieder aus der unbewussten Zone heraus. Der Coach überprüft seine Verstandesreaktionen, bekommt Hinweise auf eigene Grenzen und zieht daraus Rückschlüsse für seinen eigenen Kernprozess. Nur so wird er während des Prozesses nicht zur Grenze seines Auftraggebers und hält seinen hohen Nutzen aufrecht. Grundsätzlich erhält der Coach einen Systemüberblick, indem er das Unternehmen in „bewusst“ und „unbewusst“ einteilt. Der Coach erhält von seinem Auftraggeber zahlreiche Informationen über Probleme innerhalb der Firma, die finanzieller, personeller oder anderer Natur sind. Die Art und Weise der Berichterstattung gibt dem Coach Aufschluss darüber, inwiefern sich sein Kunde schon über die eigene Beteiligung an den vorliegenden Störungen bewusst ist. In der Regel ist der Bewusstheitsgrad zu Beginn noch gering, steigt aber im Laufe der Zeit deutlich an. Zusätzlich verschafft sich der Coach einen Überblick darüber, wer und was in der Firma bereits eine positive Auswirkung hat und wer und was sich noch negativ auswirkt. Damit hat der Coach einen sehr guten Überblick über die Dynamik innerhalb des Unternehmens. Unterstützt er nun die positive Seite, ohne die negative zu verprellen, stärkt der Change die positive Ausrichtung. Das Verprellen der negativen Seite bleibt aus, sofern der Coach mit hineinnimmt, dass Handlungen und Anweisungen unbewusst zu negativen Auswirkungen führen. Dem Sender der Information ist nur selten bewusst, was er gerade verursacht.

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