Unternehmen und ihre Krisen

Entwicklungsstufen von Organisationen als hilfreiche Perspektive im Coaching

Unternehmen und ihre Krisen
© Foto: RAY-BON/Shutterstock.com

Woraus resultieren Unternehmenskrisen? Wie in folgendem Beitrag argumentiert wird, entstehen sie nicht zwangsläufig durch äußere Einflüsse. Ebenso wenig gehen „hausgemachte“ Krisen notwendigerweise auf Führungsversagen, Missmanagement oder wie auch immer geartete individuelle Fehlleistungen zurück. Nicht selten entstehen Probleme an Entwicklungsübergängen ganzer Unternehmen oder einzelner Bereiche. Kommt Coaching – etwa im Rahmen von Veränderungsprozessen – zum Einsatz, kann der Blick auf die Entwicklungsstufe des Unternehmens und mögliche entwicklungsinduzierte Herausforderungen lohnenswert sein.  

Was hat es mit Unternehmen und ihren Krisen auf sich und wie können Coaches von diesem Wissen profitieren? Krisen können sich beispielsweise in verschiedenen Symptomen wie Umsatzrückgang, rückläufiger Innovationsfähigkeit, sinkenden Marktanteilen, Mitarbeiterschwund oder im Scheitern von Projekten äußern. Ihre Ursachen sind zumeist diffus und lassen deswegen oft keine direkten Rückschlüsse darauf zu, was konkret die Krise verursacht hat.

Sind Krisen immer etwas Schlechtes?

Manager werden in westlich geprägten Industrieländern auch heute noch nach dem Paradigma ausgebildet, dass Krisen etwas Schlechtes sind, das es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Unternehmenskrisen gelten entweder als Folge von Fehlentscheidungen und schlechter Führung oder aber als von außen induziert – beispielsweise durch technologische Disruptionen und neue Businessmodelle. Doch ist die zugrundeliegende Denkweise wirklich zutreffend? Natürlich hat eine globale Finanzkrise das Zeug dazu, Firmen zum Aufgeben zu zwingen. Doch in Summe lassen sich damit die wenigsten Firmenpleiten erklären. Was also stürzt Unternehmen wirklich in Krisen? Und sind diese Krisen in jedem Fall etwas Schlechtes? Was, wenn negative Entwicklungen nicht etwa die Auslöser von Krisen sind, sondern vielmehr ihre Symptome? Was also, wenn es nicht vordergründige singuläre Faktoren sind, die Unternehmen in Krisen stürzen, sondern vielmehr ein geschwächtes organisationales Immunsystem, das im Hintergrund negativen Entwicklungen Tür und Tor öffnet? Aus Wissenschaftsdisziplinen wie Medizin, Psychologie, Ökonomie und Soziologie wissen wir, dass verschiedene Arten von Systemen verschiedene Entwicklungsstufen durchlaufen. Wenn sich ein Organismus oder eine Organisation von einem Reifegrad zum nächsten entwickelt, so durchläuft er zwangsläufig eine Krise, die zwar unterschiedlich stark erlebt, aber nicht übersprungen werden kann. Beim Jugendlichen markiert die Pubertät einen solchen Übergang und bei Teams die sogenannte Storming-Phase. Aktuelle Forschungen (vgl. Drath, 2018) legen nahe, dass es auch in komplexen Organisationen regelmäßig zu systemimmanenten Krisen kommt. Dies passiert immer dann, wenn sich ein Teil einer Organisation bereits von einer Entwicklungsstufe zu einer anderen weiterentwickelt hat, während ein anderer noch auf der bestehenden Stufe verharrt. Doch um welche Entwicklungsstufen handelt es sich hierbei?

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