Neurowissenschaft für die Coaching-Praxis

Wie Coaches neurowissenschaftliche Erkenntnisse nutzen

Neurowissenschaft für die Coaching-Praxis
© Foto: Ollyy/Shutterstock.com

Coaching befasst sich mit dem Denken, Fühlen und Handeln von Menschen im Privat- und Berufsleben und zielt darauf ab, auftretende Probleme, Störungen und Defizite zu beheben sowie Leistungsfähigkeit zu erhalten bzw. zu verbessern. Wie man dies am besten erreicht, dazu gibt es viele Meinungen. Aus Sicht vieler Coaching-Experten fehlt bei einer großen Zahl von Coaching-Ansätzen sowohl ein glaubhafter Wirksamkeitsnachweis als auch eine wissenschaftliche Fundierung (zur Übersicht s. Roth & Ryba, 2016). Deshalb werden Forderungen immer lauter, beides für das Coaching als verbindlich zu erklären, wie dies in der Psychotherapie zumindest bei den sogenannten Richtlinienverfahren, also der Verhaltenstherapie, der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Therapie und der Systemischen Therapie gesetzlich gefordert wird. Dies ist für das Coaching insofern wichtig, als dass sich viele Coaching-Theoretiker und -Praktiker trotz einiger deutlicher Unterschiede an psychotherapeutische Verfahren anlehnen.

Wissenschaftliche Fundierung von Coaching

Wie kann eine wissenschaftliche Fundierung von Coaching und Psychotherapie überhaupt aussehen? Eine heute noch weitverbreitete Ansicht lautet, Seelisches sei von der materiellen Welt grundlegend verschieden, und deshalb könne Seelisches nur durch Seelisches erklärt werden. Deshalb suchte man lange nach geistig-seelischen Gesetzmäßigkeiten und Wirkfaktoren. Diese Studien zu unterschiedlichen „Seelenvermögen“ uferten aber immer mehr zu Pseudoerklärungen aus, indem man unbeobachtbare seelische Mechanismen annahm, mithilfe derer man psychische Zustände scheinbar erklären konnte.

Dies ist aber ein klassischer Zirkelschluss, was der zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufkommende amerikanische Behaviorismus der europäischen Psychologie mit Erfolg vorwarf. Der Behaviorismus sah einen Ausweg aus diesem Erklärungsdilemma in einer Fundierung der Psychologie durch die Gesetze des Verhaltens, z.B. im Rahmen der klassischen und operanten Konditionierung. Dass man damit dasjenige, was man eigentlich erklären wollte, nämlich das Geistig-Psychische, über Bord warf, wurde dabei in Kauf genommen und als irrelevant für eine Erklärung menschlichen Verhaltens angesehen. Inzwischen hat es sich aber als unmöglich erwiesen, rein auf der Verhaltensebene die Ursachen psychischer Belastungen zu erkennen und anzugehen. Dasselbe gilt auch für Konzepte, die das Gespräch und die Selbstauskunft des Klienten bzw. Patienten für ausreichende Mittel des Coaching erachten.

Es stellt sich also das Problem, auf welcher besseren Grundlage man Art, Entstehung und Ursachen von Belastungen und Störungen erfassen und geeignete Interventionen auswählen kann. Seit dem jungen Sigmund Freud erscheinen die Erkenntnisse der Neurowissenschaften hierfür besonders geeignet und diese Auffassung ist spätestens seit Klaus Grawe und seiner „Neuropsychotherapie“ auch im Coaching angekommen. Zu beantworten sind dabei jedoch folgende zwei Fragen:

  1. Wie weit haben die Neurowissenschaften überhaupt diejenigen Strukturen und Vorgänge im Gehirn erkannt, die angeblich psychischen Prozessen zugrunde liegen?
  2. Was würden den Coaches solche Kenntnisse bei ihrer Tätigkeit nützen? Immerhin gab es offensichtlich erfolgreiches Coaching, bevor sich Neurowissenschaftler mit solchen „psychoneuralen“ Zusammenhängen beschäftigten!

Psychische Prozesse aus neurobiologischer Sicht (Frage 1)

Zur ersten Frage: Es steht aus Sicht der Neurowissenschaften und inzwischen auch der großen Mehrheit der Psychologen außer Frage, dass das Fühlen, Denken und Handeln des Menschen, sei es individuell oder im sozialen bzw. organisatorischen Kontext, untrennbar mit bestimmten Strukturen und Funktionen des Gehirns zusammenhängen. Das ist nicht nur die Erkenntnis experimenteller Untersuchungen der letzten hundert Jahre, sondern bestätigt sich tagtäglich in Millionen Fällen weltweit in der neurologischen und psychiatrischen Praxis. Dabei geht es nicht nur darum, bei bestimmten Behinderungen – angefangen von Konzentrationsschwächen und ständiger Unruhe bis zu tiefer Depression und schweren Persönlichkeitsstörungen – festzustellen, welche Hirnregionen betroffen sind. Vielmehr müssen die Prozesse auf der Ebene kleiner Nervenzellverbände und einzelner Nervenzellen in diesen Hirnregionen abgeklärt werden, die mit den beobachteten psychischen Störungen einhergehen. Diese Vorgänge sind es letztendlich, die durch intrinsische (z.B. genetische) Faktoren ebenso wie durch negative Erfahrungen und Umwelteinflüsse beeinflusst werden.

Aber es geht auch um das Verständnis des „normalen Funktionierens“: Welche neuronalen Faktoren bestimmen in ihrer Interaktion mit der Umwelt eine ausgeglichene Persönlichkeit, eine ausgeprägte Stressresistenz, eine optimistische Grundhaltung?

Dies aufzuklären, erfordert den Einsatz vieler und sehr verschiedener Techniken und Methoden auf unterschiedlichen Funktionsebenen des Gehirns, von der molekularen und zellulären Ebene bis zur Gesamtfunktion des Gehirns, der Verhaltenssteuerung und der sozialen Kommunikation und Interaktion. Weil dies meist sehr anspruchsvoll ist, ist trotz großer Fortschritte keineswegs schon alles geklärt. Am besten verstehen Neurobiologen inzwischen die elektrischen und chemischen Vorgänge an den Kontakten zwischen Nervenzellen, den Synapsen, denn das kann man am präzisesten untersuchen. Nur wenn man diese untere Ebene des neuronalen Geschehens kennt, kann man auch die spezifische Wirkung von Umweltreizen verstehen, und zwar auch in Form des Coachings.

Die Funktion von großen Nervenzellverbänden des Gehirns, bestehend aus Millionen Neuronen, ist schon schwieriger zu erfassen, weil man hier ganz andere Registrierungsmethoden einsetzen muss. Dazu gehören z.B. die Elektroenzephalographie oder die bildgebenden Verfahren, die jedoch keinerlei Detailauflösung liefern können. Das bedeutet, dass man sprichwörtlich umfassend arbeiten muss. Hierfür zwei Beispiele.

Beispiel 1

Nehmen wir einen Klienten, der über eine erhöhte Nervosität und verringerte Belastbarkeit bis hin zu gelegentlichen Angstzuständen klagt, die seine berufliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Der Coach erfährt etwa, dass die Beschwerden sich erst in jüngerer Zeit einstellten, als ein neuer Chef oder eine neue Arbeitsorganisation auftraten. Oder er hört, dass der Klient diese Nervosität und geringe Stresstoleranz schon in der Kindheit hatte, wovon seine Eltern häufig berichteten. Es gilt als gesichert, dass der Schweregrad und auch die Ausprägung solcher Beschwerden signifikant von Ereignissen abhängen, die zu unterschiedlichen Zeiten der Entwicklung der Persönlichkeit und Psyche des Menschen aufgetreten sind.

Zugleich kann man mit einer Vielfalt von Methoden zeigen, dass derartige Beschwerden stets mit einer erhöhten Produktion von Stresshormonen (z.B. Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) im Gehirn und Körper der betroffenen Person zusammen mit einer deutlich verminderten Produktion von beruhigenden Substanzen wie Serotonin und belohnenden Stoffen wie hirneigenen Opioiden einhergeht, welche die Funktionsfähigkeit von Synapsen und damit von Nervenzellverbänden beeinflussen. Diese Störungen können Ursachen haben, die bereits vorgeburtlich auftreten (etwa beeinflusst durch das Gehirn einer traumatisierten werdenden Mutter), aber sie können auch erst im Erwachsenenalter entstehen, etwa wenn die Zahl psychischer Belastungen nicht abreißt.

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Beispiel 2

In einem zweiten Beispiel geht es um eine Person, die Bindungsstörungen aufweist. Sie erlebt den Umgang mit anderen Menschen als belastend, kann sich nicht gut auf sie einstellen, gerät privat und beruflich immer wieder in Beziehungskonflikte und vereinsamt. Im Coaching macht sie einen recht unzugänglichen und unsicheren Eindruck. Auch hier ist nach Abklärung der Symptomatik und ihres Kontextes die Frage nach dem ersten Auftreten der Belastung sehr wichtig, besonders hinsichtlich der kindlichen Bindungserfahrung, soweit erinnerbar für die Person: Wie hat sie sich im Umgang mit den Eltern, Geschwistern, Verwandten und sonstigen kindlichen Bezugspersonen erlebt? Traten damals bereits Kommunikations- und Interaktionsschwierigkeiten auf, oder hat sich das alles erst viel später entwickelt?

Neurobiologisch geht eine gute frühkindliche Bindungserfahrung mit einer hohen Produktion des „Bindungshormons“ Oxytocin einher, und zwar in Kombination mit einem hohen Spiegel an Serotonin und einem niedrigen Spiegel an Cortisol, die an den Synapsen einwirken, und dies ist entscheidend für die Bindungsfähigkeit im späteren Leben. Geht aufgrund vorgeburtlicher und früh-nachgeburtlicher negativer Faktoren schon früh einiges „schief“, so können spätere Interventionen häufig nur wenig ausrichten. Dies geht einher mit einem niedrigen Oxytocin- und Serotoninspiegel und einem hohen Cortisolspiegel. Verlief in früher Kindheit aber alles normal, dann sind für den Coach erkennbar genügend Ressourcen vorhanden, um Beschwerden und Defizite zu beheben oder zumindest zu lindern.

Neurobiologie in der Coaching-Praxis (Frage 2)

Man muss – und kann – natürlich als Coach nicht selbst derartige Untersuchungen machen, aber man muss diese psycho-neurobiologischen Zusammenhänge kennen und berücksichtigen. Sie liefern nämlich dem Coach hochwichtige Informationen über die Möglichkeiten und Grenzen seiner Arbeit. Für den Erfolg und Nachhaltigkeit einer Intervention gilt nämlich die Regel, dass Beschwerden und Belastungen umso eher behebbar sind, je später sie in der Entwicklung, also etwa in der Adoleszenz oder im Erwachsenenalter, und dann auch meist milder auftreten. Umgekehrt sind sie umso schwerer zu behandeln, je früher – teilweise bereits kurz nach der Geburt – und dann auch stärker sie in Erscheinung treten. In solchen Fällen kann auch eine spezifische Psychotherapie scheitern. Dieses Wissen gibt neben anderen Merkmalen also wichtige Aufschlüsse darüber, was ein Coach mit seinen Mitteln erreichen kann oder wann er zu einer psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung raten muss.

Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass sich psychische Störungen auf drei Ebenen manifestieren, nämlich

  1. auf der Ebene der subjektiven Befindlichkeit,
  2. auf der Ebene des Körpers und seiner Ausdrucksweisen und
  3. auf der Ebene des Verhaltens.

In den gängigen Coaching- und Psychotherapieverfahren steht oft nur eine Ebene im Vordergrund der Interventionen, meist die Ebene der kognitiven und emotionalen Befindlichkeit, um die sich auch das Klientengespräch dreht, viel seltener die Verhaltensebene und am seltensten die körperliche Ebene, wo es um das Erfassen der nonverbalen Kommunikationssignale geht. Im Gehirn entsprechen diesen drei Ebenen drei Gedächtnisse, nämlich erstens das Erlebnisgedächtnis (deklaratives bzw. explizites Gedächtnis), zweitens das Verhaltenssteuerungsgedächtnis (prozedurales Gedächtnis) und drittens das Körpergedächtnis (unbewusstes limbisches Gedächtnis).

Diese drei Gedächtnisse können unterschiedlich belastet sein und sich in Coaching und Psychotherapie auch unabhängig voneinander ändern. So kann es sein, dass die Befindlichkeit des Klienten sich deutlich verbessert, während unangepasste Verhaltensweisen andauern und körperliche Belastungssignale noch deutlich vorhanden sind, ohne dass der Betroffene dies merkt. Der Coach muss also unbedingt ein Auge darauf haben, wie sich Belastungen und Störungen auf diesen drei Ebenen manifestieren, entsprechende Interventionen vornehmen und ihre Wirkung beobachten.

Neurowissenschaftliche Erkenntnisse sind ebenfalls von großer Bedeutung für das Erfassen der Rolle des Unbewussten für psychische Vorgänge. Diese existieren für den Betroffenen nicht, weil sie eben unbewusst sind und er kann nichts über sie berichten. Sie äußern sich dem Coach indirekt über die nonverbalen Kommunikationssignale der Mimik, Gestik, Stimmlage und Körperhaltung und im Verhalten, wenngleich immer nur als zu deutende Hinweise. Mithilfe verschiedener neurobiologischer Methoden, vor allem der funktionellen Bildgebung, lassen sich aber unbewusste Vorgänge im Gehirn ziemlich genau verfolgen und in ihrem Zusammenhang mit bewussten Vorgängen untersuchen.

Z.B. kann man feststellen, ob ein Angstzustand vornehmlich durch aktuelle negative Umwelteinflüsse, die eine erhöhte Aktivität von Netzwerken in der Amygdala erzeugen, oder aus unkontrollierten negativen Erinnerungen im Langzeitgedächtnis, das in der Großhirnrinde angesiedelt ist, hervorgerufen wird. Der Coach muss eine Vorstellung davon haben, welche unterschiedlichen Ursprünge negative Gefühle haben können, nämlich aktuelle oder weit zurückliegende und das erfordert unterschiedliche Interventionen.

Schließlich sind neurobiologische Verfahren unverzichtbar für die Bestimmung der Wirksamkeit von Interventionen. So haben wir (d.h. der Autor und sein wissenschaftliches Team sowie zahlreiche Kolleginnen und Kollegen) mithilfe bildgebender Verfahren und des EEG an depressiven Patienten, die eine zweijährige und recht erfolgreiche Behandlung erfuhren, überprüfen können, was sich in dieser Zeit im Gehirn tut. Wir haben dabei zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen.

Erstens stellte sich heraus, dass rein kognitive Interventionen, etwa ein aufklärendes Gespräch über die möglichen Ursachen einer falschen Sicht des Ichs und der Welt, keinerlei Wirkung zeigten, sondern nur im Zusammenhang mit emotionsfokussierter Arbeit.

Zweitens zeigt sich, dass die Rückkehr zu einer psychischen Stabilität nicht vorrangig im Verschwinden der Ursachen für die Depressionen bestand, sondern in einem verbesserten emotionalen Umgang mit den Belastungen im Sinne: „Ich fühle mich immer noch oft niedergeschlagen, aber ich kann mich jetzt besser darauf einstellen.“

Die Erkenntnisse der Neurowissenschaften versetzen uns inzwischen in die Lage, zu sagen in welcher Weise welche Interventionen auf der Ebene der Befindlichkeit, des Verhaltens und der Körperlichkeit in welcher Weise wirksam sind und in welch bedeutendem Maße die Wirkung der Interventionen von der individuellen Persönlichkeit und den individuellen Lebensumständen eines Klienten abhängt.

Auf diese Weise lässt sich auch das bekannte „Drittelgesetz“ erklären, welches besagt, dass die derzeit besten Interventionsweisen nur bei einem Drittel der Personen langfristige Wirkungen zeigen, bei einem weiteren Drittel nur vorübergehende und bei einem dritten Drittel überhaupt keine Effekte (obwohl dies dann meist nur ungern zugegeben wird). Hier gilt es, in der Wirksamkeit der Interventionen über das „Drittelgesetz“ hinauszukommen. Und man kann neurobiologisch bestätigen, dass die Beziehung zwischen Coach und Klient, also das Arbeitsbündnis, den wichtigsten Faktor für den Erfolg eines Coachings darstellt. Denn auch beim Zustandekommen des Arbeitsbündnisses gibt es auf beiden Seiten eine erhöhte Produktion an Oxytocin und Serotonin, also an „Bindungs- und Beruhigungsstoffen“.

Fazit

Es wurde dargestellt, in welcher Weise die Kenntnis der Arbeitsweise des Gehirns auf seinen unterschiedlichen Ebenen für den Coach hilfreich, ja notwendig ist. Dafür ist kein jahrelanges Studium und Berufspraxis der Neurowissenschaften notwendig, sondern ein Basiswissen darüber, wie Psyche, Persönlichkeit und Gehirn aufs Engste miteinander verflochten sind. Ein solches Wissen kann man durchaus in begrenzter Zeit erwerben, wenn es systematisch, verständlich und anschaulich dargeboten wird. Natürlich muss dabei garantiert sein, dass die Informationen dem aktuellen Wissensstand der Neurobiologie entsprechen. Inhalten aus zweiter oder dritter Hand, wie sie gelegentlich unter dem Schlagwort „Neuro“ angeboten werden, sollte man nicht trauen.

Hinweis

Als Neurobiologe, der seit vielen Jahren im Bereich des Coachings und der Psychotherapie arbeitet, bietet Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth einen Basiskurs an, der fundiertes neurobiologisches Grundwissen für Coaches in allgemeinverständlicher Form vermittelt.

Weitere Informationen finden Interessierte unter: Roth-Institut.de und Roth-Institut.ch (Basiskurs Neurobiologie).

Literatur

  • Roth, G. & Ryba, A. (2016). Coaching, Beratung und Gehirn. Stuttgart: Klett-Cotta