Im Folgenden wird anhand von drei Coaching-Fällen aus der Praxis geschildert, welche spezifischen Fragestellungen den Klienten beim Themenkomplex Trauer, Abschied und Verlust bewegten und welche Impulse zur Trauerbearbeitung und -verarbeitung vom Coach angeboten wurden. Es ist wichtig, vorab anzumerken, dass es hierbei nicht „den“ richtigen Weg geben kann. Jeder Klient kommt mit individuellen Erfahrungen und Erlebnissen ins Coaching, dementsprechend sind auch die Trauer und der Prozess der Verarbeitung individuell und lassen sich nicht in Kategorien einordnen. Trauerarbeit ist ein Weg und es erfordert Mut, sich diesem zu stellen. Die berufliche und private Welt gehören hier eng zusammen, denn der große Themenkomplex rund um Trauer und Abschied hat Auswirkungen auf die Person und Persönlichkeit und somit auf alle Rollen im Leben. Trauer fordert uns zur Reflexion und Auseinandersetzung mit uns selbst auf und beeinflusst unsere Weiterentwicklung.
Eine junge, aufstrebende Nachwuchsführungskraft (32) war in den letzten Jahren mit mehreren Trauer- und Abschiedsthemen konfrontiert, hatte sich bisher jedoch nicht die Zeit genommen, zu trauern. Welche Beweggründe dahintersteckten, war zunächst unklar. Das Thema wurde in mehreren Business-Coachings vorab immer wieder angeschnitten, jedoch war spürbar, dass sie sich nicht damit auseinandersetzen wollte. Als ein weiterer Trauerfall erfolgte, kam sie mit dem Anliegen, im Rahmen eines Coachings eine Trauerbegleitung anzunehmen. Dieser Trauerfall erfolgte beinahe zeitgleich zum Covid-19-Shutdown. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und dadurch ausgelöste Erfahrungen der Einsamkeit und Abschottung haben trauernde Menschen besonders hart getroffen. Dies gab der Klientin den Anstoß, sich im Coaching des Trauerthemas anzunehmen.
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