Konzepte

Kohärenz als Erfolgsfaktor im Coaching

Ein interdisziplinärer Kompass für Wandel

Veränderung braucht Überzeugung – das Gefühl, den richtigen Weg einzuschlagen. Wenn Change-Vorhaben scheitern oder sich nicht als nachhaltig herausstellen, kann eine von den Beteiligten empfundene Unstimmigkeit der Auslöser sein. Eine innere Zerrissenheit, die z.B. aus einer fehlenden Passung mit den eigenen Werten und Wünschen resultiert und der konsequenten Umsetzung der Ziele im Weg steht. Folglich spielt Kohärenz immer dann, wenn es um Wandel geht, eine wichtige Rolle. Was macht Kohärenz aus und wie lässt sie sich im Coaching fördern? 

14 Min.

Erschienen im Coaching-Magazin in der Ausgabe 1 | 2026 am 18.02.2026

Eine Person, von der nur die Hände zu sehen sind, spielt mit einem zusammengesteckten Würfel.

Warum Wandel Stimmigkeit braucht

Organisationen stehen heute vor permanentem Wandel. Digitalisierung, Klimakrise, globale politische Spannungen und Fachkräftemangel erzeugen Dynamiken, die klassische Veränderungslogiken an ihre Grenzen bringen. Rund 70 Prozent aller Change-Projekte scheitern – meist nicht an fehlendem Fachwissen, sondern an der menschlich-kulturellen Dimension (Ewenstein et al., 2015).

Auf einen Blick

Symbol einer Lupe
  • Nachhaltige Veränderung braucht Kohärenz.
  • Im Coaching kann sie auf drei Ebenen gefördert werden: der intrapersonalen, der interpersonalen und der systemischen.
  • Neben einer Kohärenzdiagnostik sowie der Werte- und Visionsarbeit können Coaches dabei u.a. auch auf Embodiment-Ansätze zurückgreifen.

Mitarbeitende werden geschult, informiert, reorganisiert – und doch bleibt vieles oberflächlich. Warum? Weil Veränderung nicht allein aus Prozessen besteht. Nachhaltig akzeptiert wird Wandel nur, wenn er sich kohärent anfühlt: im Einklang mit Werten, Identität und gemeinsamem Verständnis. Kohärenz – verstanden als innere Stimmigkeit und Verbundenheit – ist dabei ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor. Fehlt sie, entstehen Widerstand, Misstrauen und Orientierungsverlust. Wo Wandel hingegen als kohärent erlebt wird, wachsen Vertrauen, Selbstwirksamkeit und psychologische Sicherheit – wechselseitige Bedingungen für gelingende Transformation.

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Literatur

Antonovsky, A. (1997). Salutogenese. Tübingen: DGVT-Verlag.

Ecker, B.; Ticic, R. & Hulley, L. (2012). Unlocking the Emotional Brain. New York: Routledge.

Edmondson, A. C. (2019). The fearless organization. Hoboken: Wiley.

Edmondson, A. C. (1999). Psychological safety and learning behavior in work teams. Administrative Science Quarterly, 2, S. 350–383.

Keupp, H.; Ahbe, T.; Gmür, W.; Höfer, R. et al. (2006). Identitätskonstruktionen. Reinbek: Rowohlt.

Schäfer, S. K.; Sopp, M. R.; Fuchs, A. et al. (2023). The relationship between sense of coherence and mental health problems from childhood to young adulthood: A meta-analysis. Journal of Affective Disorders, 325, S. 804–816.

Schwabe, L.; Nader, K. & Pruessner, J. C. (2014). Reconsolidation of human memory: Brain mechanisms and clinical relevance. Biological Psychiatry, 4, S. 274–280.

Senge, P. (1990). The fifth discipline: The art and practice of the learning organization. New York: Doubleday.

Weick, K. E. (1995). Sensemaking in organizations. Thousand Oaks: Sage.

Yousif, N.; Dartnell, A.; May, G. & Knarr, E. (2024). Psychological safety levels the playing field for employees. Boston Consulting Group. Abgerufen am 01.09.2025: www.bcg.com/publications/2024/psychological-safety-levels-playing-field-for-employees

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