Beruf Coach

Coaching und Mediation: komplementäre Disziplinen?

Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Anknüpfungspunkte

Coaching und Mediation können sich, obwohl es sich um eigenständige Disziplinen handelt, gegenseitig bereichern. Ermöglicht wird das durch grundlegende Gemeinsamkeiten beider Begleitungsformate: z.B. der Haltung, die auf Eigenverantwortlichkeit und Entwicklungsfähigkeit setzt. In welchen Situationen können Coaching und Mediation aneinander anknüpfen und wie sehen konkrete Möglichkeiten der Ergänzung aus?

10 Min.

Erschienen im Coaching-Magazin in der Ausgabe 1 | 2026 am 18.02.2026

Zwei Puzzlestücke werden von einer Person zusammengefügt.

In Konflikt- und Veränderungssituationen stehen Menschen oft vor der Frage, welche Art der Unterstützung sinnvoll ist. Mediation und Coaching werden dabei oft als konkurrierende Disziplinen betrachtet. In Wahrheit ergänzen sie sich jedoch: Mediation richtet den Blick auf die Interaktion zwischen mehreren Beteiligten, während Coaching stärker auf die individuelle Entwicklung eingeht. Beide Formate verbindet, dass die Anbieter die Prozessverantwortung tragen – der Mediator bzw. Coach gestaltet den Rahmen, während die Klienten für die Inhalte verantwortlich bleiben.

Auf einen Blick

Symbol einer Lupe
  • Coaching und Mediation sind Disziplinen mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden, die sich gegenseitig bereichern können.
  • So kann Coaching die Medianten im Anschluss an die Mediation darin unterstützen, die gefundene Lösung im Alltag umzusetzen. Darüber hinaus kann Coaching zu ihrer persönlichen Entwicklung beitragen.
  • Stößt ein Coaching an Grenzen, da z.B. ein verfestigter Konflikt zutage tritt, kann es zudem sinnvoll sein, eine Mediation in Betracht zu ziehen.

Die Mediation ist in Deutschland durch das Mediationsgesetz (MediationsG) klar geregelt. Darin wird die Mediation als ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren beschrieben, bei dem Parteien mit Hilfe eines Mediators eigenverantwortlich eine einvernehmliche Lösung suchen (Bundesministerium der Justiz, 2012). Bemerkenswert ist, dass die Mediation ein eigenes Gesetz besitzt – ein Vorteil, der Medianten (so werden die Klienten bzw. Teilnehmer einer Mediation bezeichnet) Klarheit und Sicherheit bietet. Zudem ist wichtig: Eine Mediation setzt nicht zwingend einen eskalierenden Konflikt voraus, aber sie erfordert mindestens zwei Medianten.

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Literatur

Bundesministerium der Justiz (2012). Mediationsgesetz. Abgerufen am 21.09.2025: www.gesetze-im-internet.de/mediationsg/BJNR157710012.html

DBVC (2025). Definition Coaching. Deutscher Bundesverband Coaching. Abgerufen am 21.09.2025: www.dbvc.de/der-dbvc/definition-coaching

Kant, I. (2006). Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In E. Bahr (Hrsg.), Was ist Aufklärung? (S. 9–17), Stuttgart: Reclam.

Luhmann, N. (2024). Soziologie unter Anwesenden. Berlin: Suhrkamp.

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