Hypnose im Coaching

Der tiefere Zugang zum Unbewussten

Hypnose im Coaching
© Foto: Victor Tondee/Shutterstock.com

Der landläufige Blick auf die Hypnose ist von medial vermittelten Zerrbildern geprägt. Im Bereich der Psychotherapie erzielte Erfolge legen jedoch nahe, dass Hypnosetechniken auch im Coaching gewinnbringend zum Einsatz kommen und insbesondere den Lösungs- bzw. Praxistransfer verbessern können. Welche Techniken bieten sich im Coaching an, welchen konkreten Nutzen können Coaches mit ihnen erzielen und welche Risiken bestehen? Ein Überblick.

Das Transferproblem stellt im Coaching gleichermaßen den Klienten als auch den Coach vor eine große Herausforderung. Lösungen, die im Coaching erarbeitet wurden, gelangen häufig nicht zur Umsetzung im Alltag. Nicht selten liegen die Ursachen im geringen Einbeziehen der Emotionen und des Unbewussten, vor allem aber in der Artifizialität der Coaching-Situation. Der Zugang zu den eigenen Emotionen des Klienten verbessert nicht nur die Qualität, sondern ermöglicht zusätzlich das Abrufen der Lösungen in erfolgskritischen Situationen. Die Hypnose nimmt sich genau dieser Problematiken an und hat bereits im Bereich der Psychotherapie wesentliche Erfolge vorzuweisen. Daher sollen im vorliegenden Artikel das Verfahren der Hypnose, dessen Einsatzmöglichkeiten und Nutzen im Coaching vorgestellt werden.

Warum Hypnose im Coaching sinnvoll ist

Die Frage der Effektivität im Coaching ist in den letzten Jahren zunehmend Gegenstand zahlreicher Untersuchungen geworden. Zum einen liegt dies an dem wissenschaftlichen Interesse, in dessen Folge – ähnlich wie in der Psychotherapie – Erfolgsfaktoren ermittelt wurden (Grawe, 2005), zum anderen liegt es natürlich auch im Interesse der Coaches, ihre Effektivität zu steigern. Neben den von Grawe postulierten Erfolgsfaktoren können die Ursachen für eine fehlende Effektivität im unzureichenden (unbewussten) emotionalen Zugang zum Klienten und im Transfer von Coaching-Situationen auf reale Lebensbedingungen liegen.

Beim ersten Problem geht es vor allem darum, dass die Schwierigkeiten in der Erkenntnis des eigenen Themas und der Entwicklung von Handlungsalternativen auf einer bewusst rationalen Ebene vergleichsweise einfach zu realisieren sind, wohingegen das tiefere emotionale Verständnis recht schwer herzustellen erscheint. Beispielsweise sind Unbehagen und Ängste vor einer Präsentation rational recht einfach zu bearbeiten und auch der Klient wird viele gute Argumente dafür finden, dass die Angst unberechtigt ist. Dennoch bedeutet dies nicht, dass beim Klienten keine Ängste in der Präsentationssituation auftreten. Auf wissenschaftlicher Seite zeigt sich der Punkt der Problemaktualisierung, also das emotionale Akzeptieren des eigenen Problems, als wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Psychotherapie.

Das zweite Problem liegt generell in den unterschiedlichen Kontexten zwischen Coaching-Gespräch und realen Situationen. In anderen Bereichen ist diese Problematik längst weitreichend akzeptiert. Beispielsweise lernen Schüler anwendungsbezogen deutlich besser als auf der reinen Theorieebene. Auswahlverfahren sind deutlich valider, wenn sie anforderungsbezogen konstruiert wurden. Der Therapeut ist wesentlich effektiver, wenn seine Sprache kongruenter mit der des Patienten ist und damit an dessen Lebenswelt anknüpft.

Die Hypnose vermag, neben einer Verbesserung der Klient-Coach-Beziehung, an diesen beiden Problemen anzusetzen und somit den Erfolg des Coachings zu verbessern. Hypnose ermöglicht einen Zugang zum Unterbewusstsein und den Emotionen des Hypnotisierten, wodurch man an den unbewussten Prozessen, welche in emotional fordernden Situationen im Hintergrund ablaufen, arbeiten kann. Eine emotional erarbeitete Lösungsstrategie bietet den Vorteil, dass diese in Stresssituationen deutlich besser abgerufen werden kann, als dies bei rationalen Lösungsstrategien der Fall ist. Weiterhin wird die Hypnotherapie als elaborierte Weiterentwicklung der alltäglichen Wirklichkeit verstanden, welche mit Hilfe von alternativen und lebensnahen Vorstellungen konstruiert wird (Revenstorf, 2003). Um zu verdeutlichen, an welcher Stelle die Hypnose ansetzt, wird eine kurze Einführung zur Hypnose vorangeschoben.

Was ist Hypnose und welchen Nutzen hat sie?

Hypnose wird im Allgemeinen als tranceähnlicher Zustand bezeichnet, welcher durch eine selektive Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist. Dieser tranceähnliche Zustand, der früher fälschlicherweise mit Schlaf gleichgesetzt wurde, konnte mit den Methoden der Kernspinresonanztomographie und der Elektroenzephalographie klar nachgewiesen werden. Bereits wenige Sitzungen können eine deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der (Psycho-)Therapie verwendet.

Klinische Einsatzgebiete der Hypnose

Hypnose kann beispielsweise zur Behandlung von Depressionen, Ängstlichkeit, Sprechstörungen, zur Steigerung des Selbstwertgefühls, zum Stressabbau oder bei Schlafstörungen eingesetzt werden (Revenstorf, 2003). Auch bei der Behandlung von chronischen Schmerzen in Verbindung mit einem verhaltenstherapeutischen Kurzprogramm konnte eine Reduzierung der Schmerzstärke nachgewiesen werden (Erickson & Rossi, 2007; Revenstorf, 2003). Ein weiteres bedeutsames Einsatzgebiet der Hypnose ist die Behandlung von Abhängigkeiten und Substanzmissbrauch. Hierfür werden auch die Leistungen von der Krankenkasse übernommen. Aufgrund der zahlreichen Belege der Wirksamkeit wurde die Hypnotherapie 2006 als wissenschaftliche Psychotherapiemethode im Sinne des § 11 des Psychotherapeutengesetzes für Erwachsene in bestimmten Anwendungsbereichen anerkannt. Da die Wirksamkeit im klinischen Bereich evident ist, bietet sich die Verwendung hypnotherapeutischer Techniken im Coaching geradezu an.

Hypnose im Coaching

Im Coaching wird Hypnose zur Verbesserung verschiedenster Anliegen genutzt. Mögliche Anlässe hierfür sind die Steigerung des Selbstwertgefühls, Entwicklung der sozialen Kompetenz, Erlernen neuer Fähigkeiten, Zielsetzung (mentale Vorstellung von Zielen), Abbau von Ängsten, Lampenfieber oder eine allgemeine Steigerung der Lebenszufriedenheit. Hypnotherapeutische Elemente finden sich weiterhin in bestimmten NLP-Techniken und Mentaltrainings wieder. Nicht alle Elemente der Hypnotherapie lassen sich im Coaching anwenden. Es sind vor allem die hypnotherapeutischen Techniken von besonderem Interesse, welche auf eine Steigerung der persönlichen Ressourcen des Klienten abzielen. Ziel der Sitzungen ist es, die Stärken und Ressourcen des Klienten gemeinsam zu erarbeiten, damit diese in kritischen Situationen besser abgerufen werden können.

Hypnose-Coaching im Leistungssport

Auch zur Leistungsstabilisierung im sportpsychologischen Bereich eignet sich die Hypnose. Dabei kann im Leistungssport noch deutlicher von dem verbesserten Abruf der Techniken oder Handlungsalternativen ausgegangen werden. Sportler befinden sich in Wettkämpfen sehr häufig bereits in tranceähnlichen Zuständen. In vielen Fällen wissen die Sportler in diesen Situationen nicht mehr, warum sie gehandelt haben, teilweise treten sogar Zustände der Amnesie auf. Daher liegt es sehr nahe, ähnliche Zustände in der Sitzung herzustellen, worin Strategien und Handlungsmuster entwickelt werden, um diese dann in Wettkämpfen instinktiv abrufen zu können.

Schwierigkeiten beim Einsatz der Hypnose

Nicht jede Hypnose führt zu dem gewünschten Erfolg, hierfür können möglicherweise zwei Ursachen angeführt werden. Zum einen sind es die Risiken und zum anderen ungünstige Erwartungshaltungen der Klienten gegenüber der Hypnose.

Risiken der Hypnose

Das Anwenden von Hypnose birgt auch Risiken. Diese sind vor allem im unsachgemäßen Umgang zu finden. Leider wird dies auch durch die Hybris verursacht, dass Hypnose, in Form von Intensivausbildungen, wie es mitunter bei NLP-Lehrgängen der Fall ist, komplexe Krankheiten heilen könne. Gerade das Verständnis der individuellen Lebenswelten des Klienten, die Kenntnis von Störungsbildern zur validen Diagnose und das tiefergreifende Verständnis von Kausalität verbessern nicht nur die Erfolgschancen der Hypnose, sondern minimieren auch das Risiko einer Verschlimmerung der Problematik. Obwohl im Coaching nur in bestimmten Fällen von einer klinisch relevanten Symptomatik gesprochen werden kann, helfen beispielsweise das Erkennen von systematischen Verhaltensmustern, Situationsanalysen oder biopsychologische Kenntnisse bei der Einordnung der beobachtbaren oder berichteten Phänomene und verbessern somit die Wirksamkeit des Coachings.

Neben den Risiken durch den unsachgemäßen Umgang werden in der Hypnose häufig die Retraumatisierung durch reaktivierte belastende Erinnerungen in Trance oder die Auslösung von larvierten Depressionen oder Manie genannt. Gerade hierfür verbessert ein fachlicher Hintergrund eines hypnosepraktizierenden Coachs das Verständnis für auftretende Schwierigkeiten und bietet adäquate Lösungsmöglichkeiten.

Umgang mit Vorurteilen

Häufig haben in der Vergangenheit Showhypnose und der Einsatz von Hypnose in diversen Filmen ein verzerrtes Bild vermittelt. Darin wird der Eindruck erweckt, dass es sich um einen Zustand der Willenlosigkeit handelt, in welchem der Hypnotisierte sich zum Gespött der Zuschauer macht und im Alltag Handlungen vollbringt, welche er für gewöhnlich nicht begehen würde. Darüber hinaus haben sich auch bestimmte Erwartungshaltungen bezüglich der Wirksamkeit von Hypnose entwickelt. Diese umfassen die Ansicht, dass die Hypnose, ähnlich eines chirurgischen Eingriffs, negative Verhaltens-, Emotions- oder Gedankenmuster ohne eigenes Zutun des Hypnotisierten verändert. Daher empfiehlt es sich, in den ersten Gesprächen die Möglichkeiten und Grenzen der Hypnose zu thematisieren und dem Klienten ein realistisches Bild des Hypnoseeinsatzes zu vermitteln, indem die Erwartungshaltung angepasst wird und die Bedenken gelindert werden. Weiterhin existieren zahlreiche Techniken, mit welchen dem Klienten in den Sitzungen Sicherheit gegeben werden kann.

Welche Techniken können im Coaching angewendet werden?

Die Techniken in der Hypnotherapie variieren von Therapeut zu Therapeut und von Anliegen zu Anliegen. Sehr bedeutsam hierbei ist die Sprache. Die richtige Wortwahl, deren Betonung und Geschwindigkeit haben in allen Teilen der Hypnose einen großen Einfluss darauf, wie der Klient die Hypnose wahrnimmt, erlebt und akzeptiert, was wesentlich zum Erfolg der Methode und Hypnose beiträgt (Für eine ausführliche Darstellung der Sprache sei auf Erickson & Rossi, 2007 verwiesen). Daher werden an dieser Stelle ein paar Ansätze und Möglichkeiten exemplarisch vorgestellt. Diese umfassen die Tranceinduktionen, den Einsatz von Metaphern und Bildern, Suggestionen und das Arbeiten mit eigenen Ressourcen. (Einen weiterführenden Überblick zu den Techniken im Coaching bietet Schwegler, 2015).

Tranceinduktionen

Die Tranceinduktion allein stellt schon einen bedeutsamen Teil der Hypnose dar. Hierbei entscheidet sich, wie tief der Klient in die Trance eintauchen möchte. Wichtig dabei ist, dass der Klient sich wohlfühlt. Grundsätzlich hilft dabei ein permissiver Sprachstil, d.h., dass dem Klienten Angebote gemacht werden. Anstatt der Aussage „Sie sind jetzt ganz entspannt!“, könnte die Aussage lauten: „Vielleicht können Sie zunehmend Entspannung wahrnehmen.“ Dadurch werden Reaktanzeffekte vermindert. Grundsätzlich kann die Tranceinduktion über Entspannungsübungen (Fokus auf die Körperwahrnehmung), Blickfixationen, Verschachtelungen oder Verwirrungen sowie über Suggestionen wie beispielsweise das Liegen auf einer Wolke, die immer leichter und leichter wird, eingeleitet werden. Der Einsatz der Induktion sollte dabei auch abhängig von der Vorerfahrung des Klienten und der für die weitere Sitzung angebrachten Trancetiefe sein.

Metaphern, Bilder und Geschichten

Einen guten Zugang zum Unbewussten bieten Metaphern und bildliche Vorstellungen. Vor allem in der Kindheit haben wir dazu einen sehr guten Zugang. Wir lauschten Märchen, verfolgten Geschichten, schauten Puppentheater – und alles wirkte völlig real. Mit zunehmendem Alter „verlernen“ wir zwar unser Vorstellungsvermögen und entwickeln zunehmend ein kognitives Gedankengerüst, dennoch erahnen wir die Wirkungsweise von Geschichten und Bildern auf unser Unbewusstes und können darüber Emotionalität erfahren.

Ein guter Einstieg für die Wirkungsweise von Bildern und Methapern gelingt über Phantasiereisen und durch Autogenes Training. Letzteres wurde vom Psychiater Johannes Heinrich Schulz aus der Hypnose heraus entwickelt. Weiterführend können Orte der Kraft, der Ruhe oder der Kreativität visualisiert werden, welche im Alltag mit einigem Training auch in entsprechenden Situationen abgerufen werden können. Weiterhin existiert eine Vielzahl von Imaginationsübungen. Diese reichen von Reisen in den eigenen Körper (beispielsweise zur Reduktion von Schmerzen oder psychosomatischen Erkrankungen) über Geschichten von Helden bis hin zu Zeitprogressionen bzw. -regressionen. Bei Zeitprogressionen können Ziele geklärt oder sich auf bevorstehende Ereignisse wie Prüfungen, Vorträge oder Präsentationen vorbereitet werden. Bei Zeitregressionen können unverarbeitete Probleme wie beispielsweise Konflikte im Team oder Versagensängste neu bewertet werden, um letztlich in zukünftigen Situationen erfolgreicher agieren zu können. Auch diese Elemente bieten einen breiten Fundus, welcher hervorragend im Coaching eingesetzt werden kann.

Suggestionen

In der Hypnose spielen Suggestionen eine zentrale Rolle. Sie bilden den direkten Zugang zum Unbewussten des Klienten. Neben der bewusst manipulativen Funktion in der Werbung, um den Rezipienten zum Kauf eines bestimmten Produktes zu bewegen, dienen Suggestionen in der Hypnose zum Abbau von Widerständen und zur verbesserten Erkennung und Nutzung von eigenen Ressourcen. Hierbei werden vor allem indirekte Suggestionen benutzt. Diese setzen eine Reihe von unbewussten Prozessen in Gang, die am Repertoire und an den Lebenserfahrungen des Hypnotisierten ansetzen. Dem Hypnotisierten wird nicht gesagt, was er tun soll. Eher unterstützen die Suggestionen dabei, Suchvorgänge zur Lösung des Problems zu starten, ohne diese bewusst steuern zu müssen.

Eine häufige Form indirekter Suggestionen sind die Einstreusuggestionen. Im Coaching könnte beispielsweise der Coach dem Klienten vorschlagen: „Sie können sich einmal ganz entspannt Ihre bevorstehende Präsentation vorstellen!“ Dabei kann das Wort „entspannt“ dem Klienten signalisieren, dass er einmal frei von Anspannung, Handlungs- und Bewältigungsmöglichkeiten in der Präsentation assoziieren kann. Möglicherweise treten dadurch völlig neue Ansichten zu Tage.

Eine weitere Form der Suggestion sind die posthypnotischen Suggestionen. Diese entfalten ihre Wirkung erst nach dem Coaching und sind häufig an bestimmte Hinweisreize geknüpft. Die Reize werden während der Hypnose bereits entwickelt und zum Schluss der Sitzung eingestreut. Z.B. könnte der Coach dem Klienten bezüglich der bevorstehenden Präsentation am Ende der Sitzung folgendes mitteilen: „Und immer dann, wenn eine kritische Rückfrage bezüglich Ihrer Präsentation kommt, wird Ihr Unbewusstes von ganz alleine eine (kreative, humorvolle, gestochen scharfe …) Antwort finden.“

Arbeiten mit eigenen Ressourcen

Die Ressourcenarbeit ist wohl vor allem für das Coaching der wichtigste Beitrag, den das Spektrum der Hypnose bereitstellt. Hintergrund der Arbeit mit den Ressourcen ist, dass der Klient viele Lösungsmöglichkeiten und Kompetenzen zur Bewältigung von kritischen Situationen bereits in sich trägt. Diese Sicht auf den Menschen ist auch im Coaching weit verbreitet. Lösungsmöglichkeiten kommen demzufolge vom Klienten selbst und nicht vom Coach.

In der Hypnotherapie kommt noch das Konzept des Unbewussten zum Tragen. Das Unbewusste wird als ein Reservoir an Lösungsversuchen für das Individuum angesehen. Dauerhaft ist das Unbewusste versucht, Lösungsmöglichkeiten für Probleme, Konflikte oder Spannungen zu finden. Sogar klinische Störungsbilder können als (unbewusste) kreative Lösungsversuche verstanden und somit leichter verändert werden. Insgesamt lässt sich bezüglich des Anteils des Unbewussten am Gesamtprozess des Denkens und Verhaltens festhalten, dass er eine sehr bedeutende Rolle spielt. Gerade weil in der Hypnose mit dem Unbewussten gearbeitet wird, empfiehlt sich der unterstützende Einsatz im Coaching. Der Zugang zu bisher unbewussten Ressourcen des Klienten wird in hypnotherapeutischen Settings gemeinsam mit dem Coach erarbeitet.

Maßnahmen hierfür sind das Visualisieren von erfolgreichen Situationen in der Vergangenheit, mit den dort gezeigten Kompetenzen, das bildliche Vorstellen der eigenen Ressourcen durch gezielte Abstraktionen oder das Vorstellen von Tier- oder Pflanzenbildern, welche die gewünschten Fähigkeiten oder Eigenschaften symbolisieren. All den Übungen ist gemein, dass die Ressourcen vom Klienten selbst kommen, als Teil der eigenen Persönlichkeit (Ich-Syntonie) wahrgenommen werden und somit zu einer besseren Akzeptanz führen. Weiterhin erlaubt die Trance einen verbesserten Abruf in emotionalen Situationen, in denen der rationale Verstand weniger Anteil besitzt.

Zusammenfassung

Gerade um die Effektivität von (Business-)Coachings zu verbessern, empfiehlt sich der Einsatz von Hypnose. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von Entspannungstechniken und verbesserter Imagination von Zielzuständen über die Arbeit mit den Ressourcen des Klienten bis zur tieferen Trance, um beispielsweise Ängste abzubauen. Dabei empfehlen sich eine fundierte Ausbildung und ein tieferes Verständnis der Wirkungsweise und möglicher Kontraindikationen. Die guten Erfolge in der Psychotherapie, der tiefere Zugang zum Unbewussten des Klienten und die Verbesserung des Transferproblems versprechen, die Hypnose zu einer fruchtbaren Ergänzung zu den bestehenden Techniken im Coaching werden zu lassen.

Literatur

  • Erickson, Milton H. & Rossi, Ernest L. (2007).Hypnotherapie. Aufbau, Beispiele, Forschungen (Leben Lernen 49). Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Grawe, Klaus (2005).Empirisch validierte Wirkfaktoren statt Therapiemethoden. Report Psychologie, 7/8, S. 311.
  • Revenstorf, Dirk (2003). Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz des Psychotherapieverfahrens. Hypnotherapie. Abgerufen am 18.10.2017: www.meg-tuebingen.de/downloads/Expertise.pdf.
  • Schmidt, Gunther (2005). Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Heidelberg: Carl-Auer.
  • Schwegler, Christian (2015). Grundkurs Hypnotherapie. Kaltenkirchen: Mad Man´s Magic.