Führung

Hypnosystemische Perspektiven in der Führung

Ein neuer Blick auf Führung – inneres Erleben und Aufmerksamkeitsfokussierung

Wenn Überzeugungsarbeit nicht mehr trägt und Veränderungsinitiativen stocken, hilft ein Perspektivwechsel: Hypnosystemisches Führen versteht Symptome wie Druck, Gereiztheit oder Rückzug als kluge Signale eines inneren Systems. Wer lernt, diese Botschaften zu nutzen, stärkt Selbstführung, Resonanzfähigkeit und die Fähigkeit, sichere Reflexionsräume zu schaffen – eine Schlüsselkompetenz für Führung in unsicheren Zeiten.

15 Min.

Erschienen im Coaching-Magazin in der Ausgabe 1 | 2026 am 18.02.2026

Das Bild zeigt die Silhouette einer Frau, die nachdenkt.

In Anbetracht der Herausforderungen moderner Führung haben sich bereits zahlreiche innovative Ansätze etabliert – etwa agiles, laterales oder transformationales Leadership. Sie betonen Flexibilität, Empowerment und Sinnvermittlung, bleiben aber meist auf der Ebene sichtbarer Kommunikation und Strukturveränderung: Sie adressieren, was Führung tut, weniger die Frage, wie sie innerlich wirkt. Genau hier setzt das hypnosystemische Leadership an. Es versteht Führung als Gestaltung von innerem Erleben – sowohl bei Mitarbeitenden als auch bei der Führungskraft selbst.

Auf einen Blick

Symbol einer Lupe
  • Hypnosystemische Führung fokussiert auf inneres Erleben, unbewusste Prozesse und Aufmerksamkeitslenkung als Hebel wirksamer Führung.
  • Kernelemente sind Aufmerksamkeitsfokus, Sprache als Intervention, Anerkennen von Ambivalenzen und Utilisation. Symptome und Widerstand werden als Ressourcen genutzt.
  • „Hypnose“ meint dabei eine bewusstere Fokussierung von Aufmerksamkeit und inneres Selbstmanagement (statt Fremdsteuerung), konkrete Wirksamkeit und zieldienliches Handeln.

Der von Gunter Schmidt entwickelte hypnosystemische Ansatz (Schmidt, 2012) erweitert den systemischen Blick um hypnotherapeutische Wirkprinzipien nach Milton Erickson. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die inneren Erlebnis- und Aufmerksamkeitsprozesse von Menschen gelegt. Schmidt verbindet die systemische Außenperspektive mit einer Innenperspektive. Menschen werden als selbstorganisierende Systeme verstanden, deren Wahrnehmung, Emotion und Verhalten von inneren Bedeutungsrahmen und der Fokussierung der Aufmerksamkeit gesteuert werden. Führung, Beratung und Coaching sollten demnach nicht nur auf systemische Kontexte, sondern ebenso auf die bewusste Gestaltung inneren Erlebens abzielen.

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Literatur

Meiss, O. (2021). Hypnosystemische Therapie bei Depression und Burnout. Heidelberg: Carl-Auer.

Schmidt, G. (2012). Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung. Heidelberg: Carl-Auer.

Schmidt, G. (2005). Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Heidelberg: Carl-Auer.

Starker, V. & Peschke, T. (2021). Hypnosystemische Perspektiven im Change Management. Berlin/Heidelberg: Springer.

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