In Anbetracht der Herausforderungen moderner Führung haben sich bereits zahlreiche innovative Ansätze etabliert – etwa agiles, laterales oder transformationales Leadership. Sie betonen Flexibilität, Empowerment und Sinnvermittlung, bleiben aber meist auf der Ebene sichtbarer Kommunikation und Strukturveränderung: Sie adressieren, was Führung tut, weniger die Frage, wie sie innerlich wirkt. Genau hier setzt das hypnosystemische Leadership an. Es versteht Führung als Gestaltung von innerem Erleben – sowohl bei Mitarbeitenden als auch bei der Führungskraft selbst.
Der von Gunter Schmidt entwickelte hypnosystemische Ansatz (Schmidt, 2012) erweitert den systemischen Blick um hypnotherapeutische Wirkprinzipien nach Milton Erickson. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die inneren Erlebnis- und Aufmerksamkeitsprozesse von Menschen gelegt. Schmidt verbindet die systemische Außenperspektive mit einer Innenperspektive. Menschen werden als selbstorganisierende Systeme verstanden, deren Wahrnehmung, Emotion und Verhalten von inneren Bedeutungsrahmen und der Fokussierung der Aufmerksamkeit gesteuert werden. Führung, Beratung und Coaching sollten demnach nicht nur auf systemische Kontexte, sondern ebenso auf die bewusste Gestaltung inneren Erlebens abzielen.
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