Wissenschaft

Personal Branding für Coaches

Wie gelingt „inszenierte Echtheit“ mittels Homepage und LinkedIn?

Digitale Sichtbarkeit und der Aufbau einer eigenen Marke (Personal Brand) haben auch in der Coaching-Branche an Bedeutung gewonnen. Die Selbstdarstellung bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen Authentizität und Inszenierung. Auf Basis von Goffmans Impression-Management-Theorie, acht Experteninterviews sowie der Gestaltung der eigenen Webseite und des LinkedIn-Profils werden praxisnahe Strategien für den Internetauftritt abgeleitet.

13 Min.

Erschienen im Coaching-Magazin in der Ausgabe 3 | 2026 am 08.09.2026

Das Bild zeigt den Schriftzug Personal Brand sowie eine Kaffeetasse.

Im digitalen Zeitalter entscheidet im Coaching nicht allein die fachliche Kompetenz über den wirtschaftlichen Erfolg, sondern ebenso die Sichtbarkeit. Coaches müssen nicht nur gut, sie müssen auch erkennbar sein. Klienten verlangen zwar weiterhin nach überzeugenden Persönlichkeiten im realen Raum, doch findet die Suche nach diesen zunehmend im virtuellen Raum statt. Studien von Google (2011) zeigen, dass mehr als 80 Prozent der Konsumenten vor einer Kaufentscheidung online recherchieren. Analog dürften auch Klienten zuerst im Internet nach Coaches Ausschau halten, bevor sie realen Kontakt mit ihnen aufnehmen.

Unter diesen Bedingungen wird professionelles Personal Branding zu einem grundlegenden Bestandteil erfolgreicher Coaching-Praxis. Personal Branding (auch Self Branding, Human Branding, Personal Marketing, Self Marketing oder Selbstvermarktung genannt) meint einen strategischen Prozess der Selbstpositionierung, sei es im analogen Raum (z.B. durch rhetorische Stärke, charismatische Inszenierung) oder im digitalen Raum (z.B. durch aufmerksamkeitserzeugende Postings in sozialen Medien). Durch einen professionellen Auftritt versucht der Coach, einen positiven Eindruck von der eigenen Person zu schaffen und aufrechtzuerhalten.

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Literatur

Busch, M. W. (2024). Personal Branding. Universitas, 7, S. 4–47.

Goffman, E. (1959). The presentation of self in everyday life. New York: Anchor Books.

Google (2011). Zero moment of truth: Macro study. Google Inc. Abgerufen am 10.04.2026: www.thinkwithgoogle.com/_qs/documents/706/the-zero-moment-of-truth-macro-study_research-studies.pdf

Gorbatov, S. et al. (2018). Personal branding: interdisciplinary systematic review and research agenda. Frontiers in Psychology, 9, S. 1–17.

Hochschild, A. R. (2006). Das gekaufte Herz. Die Kommerzialisierung der Gefühle. Frankfurt a.M.: Campus.

Leary, M. R. & Kowalski, R. M. (1990). Impression management: a literature review and two-component model. Psychological Bulletin, 1, S. 34–47.

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