Chancen und Risiken des Social-Media-Marketings

Wie Coaches Plattformen kontrolliert und zielgruppengerecht nutzen

Chancen und Risiken des Social-Media-Marketings
© Foto: idea Ink Design/Shutterstock.com

Facebook, YouTube, LinkedIn, Instagram, Clubhouse & Co.  das Spektrum der Social-Media-Plattformen ist denkbar groß und wächst kontinuierlich. Für Coaches stellt sich die Frage, welcher dieser Kanäle sie wie gezielt und zielgruppenkonform zum Ausbau des eigenen Coaching-Business nutzen können. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über verschiedene Social-Media-Plattformen, deren Zielgruppen und Besonderheiten.

Kaum ein großes Unternehmen kommt an ihnen vorbei. Aber auch im Coaching-Sektor sind sie kaum noch wegzudenken: Social-Media-Plattformen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie läuft Kontakt immer häufiger auch digital ab und die Entwicklung in diesem Bereich lässt sich kaum mehr aufhalten. Der aktuelle Trend, dass sich Interessierte häufig zunächst erst einmal im Internet informieren, wird wahrscheinlich auch nach der Pandemie anhalten. Umso wichtiger stellt es sich deshalb für Coaches dar, auf eine gelungene Social-Media-Präsenz zu bauen, da sich hier mit zielgruppengerechten Auftritten viele Menschen auf einmal ansprechen lassen.

Die Zielgruppe kennen

Von YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat oder LinkedIn und Xing bis zu neuen angesagten Plattformen wie Clubhouse – die Auswahl an möglichen Social-Media-Kanälen ist denkbar groß. Soziale Medien gehören zum aktuellen Zeitgeist. Gerade für junge Nutzer, sogenannte Digital Natives, die viel Zeit mit ihrem Smartphone verbringen, existieren Unternehmen, aber auch Coaches, die nicht mindestens eine Website und zusätzlich möglichst einen Social-Media-Account auf einer der angesagten Plattformen besitzen, schlichtweg nicht. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2020 in der jüngeren Zielgruppe der 16- bis 24-Jährigen sogar etwa neun von zehn in sozialen Netzwerken vertreten. Welche Plattform sich für welchen Coach eignet, hängt stark von der eigenen Zielgruppe ab. Je nach Alter, Geschlecht, regionaler Herkunft und Interessen nutzt die Zielgruppe unterschiedliche soziale Medien.

Wer ist wo vertreten?

Facebook eignet sich für alle Altersklassen, wobei die Hauptgruppe der Nutzer bei den 20- bis 29-Jährigen liegt. Aber auch über 60-Jährige sind immer stärker im sozialen Web vertreten. Wer einen Großteil von ihnen ansprechen will, hat bei Facebook die Möglichkeit dazu. Dabei ist die Geschlechterverteilung relativ ausgewogen (Jechorek, 2021).

Gleiches gilt auch für die Videoplattform YouTube. Während sich hier ebenfalls eine sehr breite Masse ansprechen lässt, die einen Querschnitt der Bevölkerung darstellt, dienen bildlastige Medien wie Instagram oder Snapchat eher zur Ansprache einer jüngeren Zielgruppe (Beisch & Schäfer, 2020). Sie interessieren sich häufig weniger für Historie oder das gesamte Leistungsspektrum. Informationsüberfluss löst bei ihnen oft Langeweile aus. Auch Werbung wird auf diesen Kanälen meist als lästig empfunden.

Auf der Durchstarter-App der vergangenen Monate, TikTok, ist vor allem die jüngere Generation der 10- bis 29-Jährigen vertreten (Tankovska, 2021). Auch wenn Jugendliche in erster Linie nicht als Zielgruppe der meisten Coaches gelten, lohnt eine Social-Media-Präsenz hier dennoch, schließlich stellen die jungen Nutzer die Interessenten von morgen dar. Coaches können hier mit kurzen unterhaltsamen Clips diese Zielgruppe ansprechen. Das geschieht sowohl durch die Platzierung von Werbung als auch durch eigene Videos oder eine Kooperation mit Influencern. Mittlerweile lässt sich von kurzen Vorher-Nachher-Clips, den Highlights des Firmenevents oder sogenannten Follow-me-Arounds mit Blicken hinter die Kulissen alles finden. Mit ein wenig Kreativität und durch die Verwendung von Hashtags können Coaches durch die Teilnahme an sogenannten Challenges mit der Community in Interaktion treten. Das bietet gute Chancen, eine hohe organische Reichweite zu generieren, also viele Personen ohne Werbeschaltung zu erreichen.

Twitter stellt hauptsächlich für Prominente, Sportler und Nachrichtenkanäle eine geeignete Plattform dar, aber auch als Coach lässt sich eine gewisse Reichweite erzielen.

Wer auf Kunden aus dem B2B-Bereich setzt, sollte dringend auf Business-Plattformen wie Xing und LinkedIn vertreten sein. Diese Seiten lassen sich nicht nur für das Employer-Branding und zur Mitarbeitergewinnung nutzen, sondern auch, um sinnvolle Kontakte zu knüpfen.

Doch nicht nur Social-Media-Kanäle, die auf visuelle Inhalte setzen, sind stark vertreten. Besonders der Audiobereich erlebt einen Boom, auf den Apps wie Clubhouse setzen. Diese Plattform ist besonders für Coaches geeignet, da es hier darum geht, einen Expertenstatus zu etablieren. Die App funktioniert wie eine digitale Diskussionsrunde. Es lässt sich an Gesprächen zu ausgewählten Themengebieten teilnehmen oder selbst als Moderator eine Gesprächsrunde starten und von Erfolgen und Niederlagen berichten. Da die App erst seit Anfang 2021 in Deutschland im Trend liegt, scheint es noch schwer abzuschätzen, wie nachhaltig diese Entwicklung ist. Aber gerade weil die Zahl der Nutzer in Deutschland noch einigermaßen überschaubar ist, lässt sich in passenden Räumen das Expertenwissen ausspielen.

Content is king

Doch nicht nur das „Wo“ ist bei einem erfolgreichen Social-Media-Auftritt entscheidend, sondern auch das „Was“. Für ein aussagekräftiges Profil, das auch einen Mehrwert für Interessierte bietet, gilt es ansprechenden und hochwertigen Content zu erstellen. Inhalte müssen schnell überzeugen, sonst klicken Interessierte weiter und landen auf den Kanälen von Mitbewerbern.

Gleichzeitig ist es wichtig, dass der eigene Content auf Authentizität aufbaut. Blicke hinter die Kulissen in Form von Fotos und Videos wecken beispielsweise Sympathien und lassen Coaches nahbarer erscheinen. Über Text- und Bildpostings hinaus stellen insbesondere Videos das Medium der Zukunft dar, denn sie machen schon jetzt einen Großteil des Online-Traffics aus. Wer diese auch auf seiner Homepage einbindet, erhöht zudem die Position der eigenen Website im Google-Ranking. Optimal beträgt die Länge eines Videos dabei weniger als zwei Minuten. Allerdings kommen plumpe Werbebotschaften nicht gut an. Als Faustregel gilt: 80 Prozent informieren oder unterhalten und nur 20 Prozent verkaufen. Ein Redaktionsplan nimmt den Druck, sich schnell irgendein Thema aus den Fingern saugen zu müssen.

Wichtig ist aber trotz allem, relevante Trends und Themen rund um die eigene Branche zu finden und diese in den eigenen Content einzubauen, um eine noch größere Reichweite zu generieren. Hier eignen sich zahlreiche Social-Media-Monitoring-Tools aus dem Internet. Wichtig ist ebenfalls, den Inhalt mehrerer Plattformen miteinander zu verbinden und so beispielsweise den Facebook-Account durch einen Instagram-Button zu ergänzen.

Interaktion bedeutet Aufwand

Allerdings gilt es nicht, auf jeder Plattform vertreten zu sein. Viel entscheidender ist es, sich für einen oder zumindest wenige Kanäle zu entscheiden, diese dafür aber kontinuierlich zu betreuen. Dazu gehört neben dem regelmäßigen Posten, also je nach Medium etwa zwei- bis fünfmal pro Woche, auch der enge Kontakt zu den Nutzern. Denn diese erwarten, dass ihre Kommentare und Nachrichten schnell beantwortet werden.

Jeder Coach hat wahrscheinlich bereits Gegenwind erlebt, doch besonders im Internet kochen die Emotionen schnell hoch. Jeder, der Social-Media-Kanäle betreibt, sollte daher auch auf kritische Stimmen, die mitunter auch unsachlich ausfallen können, vorbereitet sein. Im Zweifel legt sich durch eine offene und ehrliche Kommunikation die Aufregung bereits nach kurzer Zeit.

Doch soziale Netzwerke bieten nicht nur die Chance, den eigenen Expertenstatus zu festigen, sondern auch, mit Interessierten direkt ins Gespräch zu kommen. Durch aktives Social-Media-Verhalten, wie beispielsweise Live-Schnupper-Coachings, lässt sich die Kundenbeziehung stärken und eine Leadgenerierung erreichen. Tätigkeiten und Erfolge in diesem Bereich lassen sich ebenfalls über Online-Werkzeuge kontrollieren. Sie zeigen mithilfe von Algorithmen unter anderem die veröffentlichten Inhalte im Verhältnis zu Interaktionen und Nutzeranzahl an.

Literatur