Als Anna (Name geändert) früh morgens erschöpft in ihr Büro kommt, spürt sie sofort: Heute ist wieder alles zu viel. Schlafmangel, Konflikte im Team und eine schwerwiegende Entscheidung lasten auf ihr – ein Zustand, der vielen Klientinnen und Klienten zu Beginn eines Coachings vertraut ist. Genau solche Situationen bildeten den Ausgangspunkt der zugrunde liegenden Masterarbeit, die untersuchte, welche inneren Faktoren beim Coaching gerade dann wirksam werden, wenn Menschen unter Druck stehen.
Coaching ist heute ein verbreitetes Entwicklungsformat, doch der wissenschaftliche Nachweis seiner Wirkfaktoren wächst erst langsam. Während frühere Metaanalysen vor allem Beziehung, Kompetenz des Coachs und methodisches Vorgehen als Erfolgsfaktoren identifizierten (z.B. Jones et al., 2015; Sonesh et al., 2015), rückt neuere Forschung emotionale Prozesse stärker in den Fokus. So zeigen de Haan und Nilsson (2023), dass emotionale Sicherheit und affektive Resonanz wichtige Aspekte hinsichtlich des Coaching-Erfolgs darstellen. Coaching wirkt demnach weniger direkt über Technik als über eine Veränderung emotionaler Zustände. Auch die Klientinnen und Klienten selbst bringen wichtige Wirkfaktoren mit, die über den Coaching-Verlauf mitentscheiden.
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