Der Einsatz digitaler Medien im Business-Coaching

Fähigkeiten, Motivation und Folgeerwartungen

Der Einsatz digitaler Medien im Business-Coaching
© Foto: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Wie steht es um den Einsatz digitaler Kommunikationsmittel im Coaching? Es ist kein Geheimnis, dass Coaching-Prozesse noch vergleichsweise selten in Gänze digital durchgeführt werden. Aber: Welche Medien erachten Coaches mit Blick auf bestimmte Coaching-Phasen als geeignet? Welche Rollen spielen die grundsätzliche Motivation, die Folgeerwartungen und die Einschätzung der eigenen digitalen Kompetenzen hinsichtlich der Entscheidung eines Coachs, digitale Medien zu nutzen oder nicht? Fragen, denen die Autoren der vorliegenden Studie nachgingen.     

Die Nutzung digitaler Medien ist aus unserem privaten und beruflichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch warum setzt nur die Hälfte der Business-Coaches bislang digitale Medien im Coaching-Prozess ein (Middendorf, 2016)? Die vorliegende Studie fragt, woran das liegt, welche Rolle die Motivation, die Beurteilung der eigenen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien spielen und welche Folgen mit dem Einsatz digitaler Medien verbunden werden. Und geht der Frage nach: Sind Bedeutung und Wichtigkeit digitaler Medien im Coaching in unserem Bewusstsein gegenwärtig (schon) präsent?

Die Nutzung und Auswirkung digitaler Medien in Arbeitskontexten wird vielschichtig diskutiert. Themen wie ständige Erreichbarkeit und zunehmende Flexibilität kann niemand mehr ausweichen. Dieser Wandel verändert die Anforderungen an Coaching (Ebermann, 2017). Auch in der Coaching-Community nehmen daher Artikel und Studien rund um das Thema zu. So werden Unterschiede in der Nutzung (z.B. Adler & Carolus, 2017) oder auch die Nutzung via Skype im Speziellen (z.B. Deniers, 2019) diskutiert. Schon Rauen prognostizierte 2017, dass sich ein großer Teil des Weiterbildungsmarktes einem radikalen Wandel unterziehen muss, um der fortschreitenden Digitalisierung zu begegnen. Zunehmend werden auch von Seiten der Auftraggeber und Klienten digitale Strategien gefordert (Deutscher Verband für Coaching und Training e.V., 2016). Denn wer allzeit flexibel und mobil lebt und arbeitet, erwartet diese Möglichkeit auch im Coaching (Rauen, 2017). Auch Coaches werden diesem Trend also folgen müssen, um sich am Markt halten zu können.

Der Einsatz digitaler Medien wird in der Branche durchaus kontrovers diskutiert. Die Fülle an Begrifflichkeiten und Definitionen ist breit und die Hürden, diese neuen Medien im Coaching einzusetzen, scheinen hoch. Middendorf untersuchte die Bedeutung digitaler Medien im Coaching bereits 2016 im Rahmen der jährlichen Coaching-Umfrage. Es zeigte sich, dass nur die Hälfte der Befragten digitale Medien im Coaching einsetzte. Während Alter und Geschlecht häufig als Gründe für unterschiedliches Nutzungsverhalten in Bezug auf moderne digitale Medien genannt werden, konnte dies in Bezug auf das Business-Coaching nicht bestätigt werden (Adler & Carolus, 2017). Möglicherweise spielt aber die Motivation eine zentrale Rolle. Die hier vorgestellte Studie baut auf den bestehenden Studien auf und prüft diese Annahme. Doch was sind eigentlich „digitale Medien“?

Digitale Medien im Business-Coaching

Der Begriff „digitale Medien im Business-Coaching“ wird sehr unterschiedlich definiert. Während in einigen Studien im Wesentlichen internetbasierte Kommunikationsmittel im Fokus stehen (Adler & Carolus, 2017; Middendorf, 2016), merken andere an, dass digitale Medien mehr können müssen, um im Coaching eingesetzt zu werden (Berninger-Schäfer, 2018). Die rein medial vermittelte Kommunikation greift für das Coaching und die Anwendung spezifischer Methoden unter Umständen zu kurz.

Neben der Kombination verschiedener Kommunikationsmittel wie z.B. Audio, Video und Chat muss demnach die Anwendung spezifischer Methoden möglich sein, die zu den Gegebenheiten im digitalen Coaching passen, z.B. Soziogramme. Es existieren heute schon Plattformen wie beispielsweise CAI World, die neben internetbasierten Kommunikationslösungen auch diverse Coaching-Tools zur Verfügung stellen und speziell für die Durchführung von professionellen Online-Coachings zugeschnitten sind.

In der vorliegenden Studie wurde auf einer grundlegenderen Ebene untersucht, inwiefern sich das Nutzungsverhalten der Coaches vorhersagen bzw. unterscheiden lässt. Deswegen werden unter dem Begriff digitale Medien Kommunikationskanäle verstanden, die eine Kommunikation auf digitalem Weg ermöglichen. Diese Kommunikation findet medial bzw. internetbasiert statt und die untersuchten Medien unterscheiden sich hinsichtlich der Synchronität. Zu den digitalen Medien zählen die Kanäle E-Mail, Internettelefonie, Videotelefonie, Chat und Mobile Instant Messaging.

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