Qualitätsmanagement im Business-Coaching

Eine generische Norm als Rahmen von Qualitätssicherung?

Qualitätsmanagement im Business-Coaching
© Foto: Jirsak/Shutterstock.com

Jedes Coaching stellt einen individuellen Prozess dar. Jeder Coach bringt seinen eigenen Stil mit. Dennoch gibt es Qualitätskriterien, die bei der Erbringung der „Dienstleistung Business-Coaching“ von übergreifender Gültigkeit sind. Diese sollten Anbieter, wie der Autor des vorliegenden Beitrags findet, zum Aufbau eines extern geprüften Qualitätssicherungssystems heranziehen. Rahmengebende Anforderungen formuliert eine internationale Qualitätsmanagementnorm, mit der Qualitätssicherung objektiviert werden soll. Sie sei auf verschiedenste Dienstleistungen anwendbar. Auch auf Coaching?

Business-Coaching ist zu mehr berufen als zur punktuellen Personalentwicklung oder zur „Wiederbelebung“ leistungsschwacher Mitarbeiter. Kluge Unternehmen haben erkannt, dass Business-Coaching eine zentrale Rolle in der menschlichen und kulturellen Weiterentwicklung der Firma spielt. Hoher Umsatz, zufriedene Kunden, Innovationen und innovative Produkte sind das Ergebnis von Menschen, die täglich Höchstleistung erbringen. Um dabei nicht in einen ungesunden Bereich, gleich ob physisch oder psychisch, zu kommen, braucht es ein adäquates Hilfsmittel zur Reflexion, Analyse und Lösung schwieriger beruflicher Situationen. Business-Coaching ist also auch ein Instrument, um die Leistungsträger erfolgreicher Unternehmen davor zu schützen, ihre Leistungsfähigkeit zu verlieren, und sie dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben. Coaching ist intensiv, sehr persönlich und häufig emotional. Allein diese drei Faktoren reichen aus, um genau hinzuschauen, welcher Coaching-Organisation die Klienten sich anvertrauen.

Steinke (2012, S. 113) betont im Kompendium des Deutschen Bundesverbands Coaching e.V. (DBVC): Zum professionellen Handeln eines Coachs gehöre neben seiner „qualifizierten Beratungsleistung“ auch die „Sicherung und Entwicklung der Qualität seiner Dienstleistung und seines Unternehmens“. Dieser Artikel knüpft genau hier an und setzt sich mit der Frage auseinander, wie Qualitätssicherung im Business-Coaching in nachvollziehbarer und nachweislicher (weil zertifizierter) Art erbracht werden kann. Es wird nicht auf spezifische Methoden oder Fallbeispiele aus Coachings eingegangen. Es ist nicht im Sinne des Autors, Business-Coaching zu normieren oder auf andere Art und Weise in der Umsetzung einzuschränken. Stattdessen soll die Rahmengestaltung von Qualitätssicherung in den Fokus rücken.

Definition des Qualitätsbegriffes

Wenn eine Person oder Organisation besondere und möglicherweise einzigartige Eigenschaften in der von ihr erbrachten Dienstleistung sieht, so handelt es sich zuerst einmal um ein subjektives Qualitätsempfinden. Muss (oder will) eine Organisation ihre Fähigkeit darlegen, beständig Produkte und Dienstleistungen bereitstellen zu können, die – wie es die DIN EN ISO 9001:2015 vorsieht – die Anforderungen der Kunden und die zutreffenden gesetzlichen und behördlichen Anforderungen erfüllen, dann muss das dafür erforderliche Vorgehen objektiviert und verifiziert werden. Es darf also nicht dem Zufall überlassen werden, welche Einflüsse und Risiken zu berücksichtigen sind und wie mit diesen umzugehen ist. Das Ergebnis ist eine objektive und reproduzierbare Qualität, die sich als die Güte aller Eigenschaften der Dienstleistung definiert.

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