Fragen an Oliver Müller

Coach und Coach-Ausbilder Oliver Müller beantwortet Fragen aus der Praxis

Fragen an Oliver Müller
© Foto: Nancy Ebert

Kann man eigentlich heute noch von Coaching leben?

Gegenfrage: Warum sollte man das nicht können? Es gibt genügend Beispiele, die belegen, dass es sogar sehr gut möglich ist, mit Coaching ein gutes Einkommen zu erzielen. Voraussetzung ist natürlich – wie bei jeder Unternehmensgründung –, dass man nicht nur fachlich kompetent ist und professionell arbeitet, sondern dass man darüber hinaus auch unternehmerisch denkt, sich gut vermarktet und gerne verkauft. 80 Prozent aller Unternehmensneugründungen in Deutschland scheitern in den ersten fünf Jahren – das dürfte im Coaching nicht anders sein. Der Grund ist allerdings selten eine fehlende fachliche Kompetenz. Meist sind die gescheiterten Gründer einfach keine Unternehmertypen. Wer also über eine Selbstständigkeit als Coach nachdenkt, sollte unbedingt auch überprüfen, ob er sich als Unternehmer sehen kann und will. Gute Tests zu der Frage „Bin ich ein Unternehmertyp?“ findet man im Internet, z.B. auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums. Zum Unternehmer-Sein gehört eben nicht nur das Coachen, sondern auch professionelles und ständiges Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt, Honorare professionell zu kalkulieren und angemessene Preise zu verlangen. Und natürlich schadet es nicht, sein Angebots-Portfolio mit Seminaren, Vorträgen und Publikationen abzurunden.

Soll ich mich als Coach besser haupt- oder nebenberuflich selbstständig machen?

Existenzgründern im Coaching empfehle ich immer – sofern sie es in ihrem Job noch eine Weile aushalten können – zunächst mit den Stunden herunterzugehen, z.B. auf eine Halbtagsstelle, und sich nebenbei selbstständig zu machen. So kann man die erste, meist recht karge Zeit, bis das Unternehmen anläuft, mit einem sicheren Mindesteinkommen überbrücken. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass der zeitliche und finanzielle Aufwand, eine Coaching-Praxis aufzubauen, in beiden Fällen ungefähr gleich groß ist. Insofern wird man meist nach einiger Zeit an dem Punkt sein, wo beides zugleich nicht mehr machbar ist und man sich entscheiden muss, wieder zurück in einen Job als Angestellter zu gehen oder das Risiko – und die damit verbundenen Chancen – der vollen Selbstständigkeit ins Visier zu nehmen. Wenn man die Selbstständigkeit ernsthaft vorantreibt, wird dies in der Regel nach etwa zwei Jahren der Fall sein.

Wie kann ich als Coaching-Anfänger überhaupt an Aufträge kommen?

Das Wichtigste ist, sich nicht als Anfänger ohne viel Erfahrung, sondern als Vollprofi in einem Thema oder Bereich zu sehen, der als zusätzlichen Pfeil auch noch Coaching im Köcher hat. D.h. im Klartext, sich in einem Feld (einem Thema, in einer Branche) zu positionieren, in dem man sich aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit oder anderer biografischer Erfahrungen hervorragend auskennt und in dem man diese Kompetenz auch glaubwürdig belegen kann. Dann ist Coaching ein Tool, mit dem man seine Expertise an den Mann oder an die Frau bringen kann, und man fühlt sich nicht als blutiger Anfänger (und wird nicht so wahrgenommen), sondern als jemand, der sein Qualifikationsprofil vervollständigt und abgerundet hat.

Ist eine Coaching-Ausbildung auch dann sinnvoll, wenn ich nicht als (selbstständiger) Coach arbeiten will?

Ganz klar: Ja. Fast jede und jeder kann von einer guten Coaching-Ausbildung profitieren. Zum einen natürlich jeder, der in seinem beruflichen Umfeld mit Menschen zu tun hat, sei es als Führungskraft, Berater oder in allen Dienstleistungsberufen. Darüber hinaus kann man von einer guten Coaching-Ausbildung extrem für die persönliche Entwicklung profitieren. Gute Ausbildungen legen sehr großen Wert auf diesen persönlichen Entwicklungsprozess. Die meisten unserer Absolventen berichten uns, dass sie klarer, selbstbewusster und achtsamer mit sich und anderen geworden, ihren Zielen und Träumen nähergekommen sind und gelernt haben, besser mit unterschiedlichen Menschen zurechtzukommen.

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