Coach-Monat Oktober 2016

Themen: Führungskräfte als "Lern-Coaches", Vorbereitung auf die Führungsrolle durch Coaching, Helfersyndrom im Coaching etc.

Führungskräfte sollen Weiterbildung als „Lern-Coaches“ fördern
Ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland misst der eigenen Weiterbildung große Bedeutung bei und erwartet negative Folgen, sollte diese ausbleiben. So eine zentrale Erkenntnis aus der Studie „Gebrauchsanweisung fürs lebenslange Lernen“, die von der Hochschule für angewandtes Management (HAM) durchgeführt wurde. Unterstützt wurde die HAM hierbei von der Vodafone-Stiftung. Vor diesem Hintergrund seien Führungskräfte gefordert, die Rolle eines „Lern-Coachs“ anzunehmen und ihren Mitarbeitern in Weiterbildungsprozessen begleitend zur Seite zu stehen, schlussfolgern die Studienverantwortlichen. [zum Haufe-Online-Artikel (dpa) / zur Studie]

Coaching als Entemotionalisierungsprozess?
„Es gibt Momente im Leben, da scheint es nur zwei Optionen zu geben. Desorientierung und Nulloption“, beschreibt ein NGO-Online-Artikel häufige Coaching-Anlässe. Business-Coaching könne dazu beitragen, den Weg aus der Sackgasse, in die Desorientierung und Nulloption unweigerlich führten, zu finden. Um dies zu erreichen, seien im Coaching jedoch insbesondere drei Erfolgsfaktoren zu berücksichtigen. Unter anderem sei Coaching als „Entemotionalisierungsprozess“ zu verstehen. [zum Artikel]

Führungsrolle: Vorbereitung durch Coaching
Viele weibliche Führungskräfte fühlen sich auf ihre Führungsfunktionen schlecht vorbereitet und von Unternehmensseite nicht ausreichend unterstützt, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der ManpowerGroup, die in Kooperation mit dem KCI KompetenzCentrum für interdisziplinäre Wirtschaftsforschung und Verhaltensökonomie durchgeführt wurde. Coaching stellt nach Aussage der Studienverantwortlichen ein geeignetes Instrument zur individuellen Vorbereitung auf die Führungsrolle dar. [zum Coaching-Report-Artikel]

Helfersyndrom im Coaching
Die vertrauensvolle Beziehungsqualität zwischen Coach und Klient gilt als nicht unwichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Begleitungsprozess. Ebenfalls wichtig sei jedoch auch die Fähigkeit des Coachs, eine Objektivität ermöglichende, emotionale Distanz zum Klienten und seinem Coaching-Anliegen zu halten, wie Coach Tobias Illig in seiner aktuellen business-wissen.de-Kolumne ausführt: „Es gibt Klienten, die drücken auf die Tränendrüse und lösen ein Helfersyndrom beim Coach aus, der die Person nun ‚retten‛ will.“ Kontraproduktiv sei eine solche „Manipulation“ vor allem für den Klienten, dem etwa Selbstreflexion und folglich Erkenntnisgewinn verwehrt blieben. [zum Artikel]

Coaching-Arbeit mit dem Unbewussten
Der Einsatz psychodynamischer Methoden in der Führungskräfteentwicklung fände in Deutschland noch vergleichsweise geringe Verbreitung, wie Prof. Dr. Thomas Kretschmar im Coaching-Magazin 3/2016 schreibt. Dies mag verwundern, hält man sich vor Augen, dass in kindlichen Prägungen begründete Irrationalitäten nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext negativ zum Tragen kommen können. Mithilfe psychodynamischer Coaching-Methodik, etwa der Arbeit mit Assoziation oder Projektion, könne Gegenwart von Irrationalem mit kindlichem Ursprung getrennt werden. (de)