Das Rollen-Feedbackprofil hat sich im Praxiseinsatz als ein sehr hilfreiches Instrument zur Rollenklärung und Rollenbewertung im Rahmen von Business-Coachings erwiesen. Das Rollen-Feedbackprofil schlägt bewusst und sehr gezielt eine Brücke zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung, sorgt für Rollenklarheit und konstruktives Feedback. Es ist eine Kombination tradierter Interventionstechniken wie der 180°- oder 360°-Feedbackmethode mit Rollenprofilen und erzielt insbesondere durch die erwählte Kombination wertvolle, hoch qualitative und signifikante Erkenntnisse für den Coach und den Klienten.
Neben Rollenkonflikten, die an der Schnittstelle zwischen beruflichen und privaten Rollen auftreten, sind Unsicherheiten in der Rolleninterpretation und im Rollenverständnis Anlässe für Coachings. Klienten sind häufig unsicher, ob sie ihnen zugedachte berufliche Rollen adäquat interpretieren und ausfüllen.
Dies ist insbesondere dann zu beobachten, wenn den Klienten zu wenig oder zu wenig qualitativ hochwertiges Feedback gegeben wird. Feedback, das von Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern, Personalern oder externen Unternehmensquellen kommen kann und sollte. Als Folge kann der Klient unsicher in seinen Handlungen werden, durch ständiges inneres Hinterfragen sinkt die Motivation und final die Leistungsfähigkeit und Arbeitsqualität beim Klienten.
Das Rollen-Feedbackprofil ist das geeignete Werkzeug zur Rollendefinition im Rahmen der Beschreibung des Klientensystems und es liefert dem Coach überdies wichtige Kontexterfahrungen aus dem Arbeitsumfeld des Klienten. Es dient dem Klienten zur Selbsterkenntnis und hilft ihm Wechselwirkungen in Systemen differenziert wahrzunehmen und Handlungsalternativen zu erkennen und zu erarbeiten.
Die Einbeziehung der beruflichen Umwelt des Klienten im Rahmen von Feedback gibt Coach und Klient zudem Aufschluss hinsichtlich der Kongruenz von Selbst- und Fremdbild. Dem Klienten wird mit dem Instrument die aktive Mitwirkung an seiner Entwicklung ermöglicht, wobei das Rollen-Feedbackprofil niemals zu stereotyp wird und eine individuelle Ausgestaltung nicht mehr zulässt. Das Rollen-Feedbackprofil eignet sich in großem Maße zur Integrierung in übergreifende Interventionsinstrumente wie zum Beispiel die Business-Coaching Vision (Knese, 2013; in Coaching-Magazin, 4/2013).
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