Themen und Varianten im Coaching

Ergebnisse der Coaching-Marktanalyse 2021

Themen und Varianten im Coaching
© Foto: Coaching-Magazin

Mit der zweiten RAUEN Coaching-Marktanalyse (Rauen, 2021a) wurden erneut vielfältige Entwicklungen im Coaching-Markt unter die Lupe genommen. Diesmal stellte sich nicht zuletzt die Frage, zu welchen pandemiebedingten Änderungen es gekommen ist. Tatsächlich offenbarte ein Vergleich der Ergebnisse mit jenen der vorangegangenen Analyse (Rauen, 2020) einige Entwicklungen, die auf die Pandemie zurückzuführen sind, wie in der September-Ausgabe 2021 des Coaching-Newsletters (Rauen, 2021b) ausführlich berichtet wurde. Beispielsweise fanden weniger Privatpersonen und Klienten aus dem Top-Management den Weg ins Coaching. Die Jahresarbeitszeit der Anbieter entfiel zudem zu einem größeren Anteil auf Coaching. Das Online-Coaching erfuhr einen erheblichen Schub.

Im Folgenden wird gefragt: Welche Entwicklungen gab es hinsichtlich der im Coaching behandelten Themen? Es war durchaus vorstellbar, dass die schwierige pandemische Situation zu veränderten Fragen und Anliegen geführt haben könnte. Außerdem wird ein Blick auf die praktizierten Coaching-Varianten geworfen.

Ergebnisbericht frei abrufbar

Dieser Artikel ist ein Auszug zentraler, in komprimierter Weise beschriebener Teilergebnisse der Marktanalyse 2021. Die vollständigen Ergebnisberichte aller Coaching-Marktanalysen sind kostenlos und ohne jede Zugangsbeschränkung abrufbar unter: www.rauen.de/cma 

Welche Themen werden im Coaching behandelt?

Coachings weisen ein breites inhaltliches Spektrum auf. Hinsichtlich der Frage, welche Themen und Anliegen im Coaching bearbeitet werden (siehe Tabelle), hat sich im Vergleich zur Marktanalyse 2020 allerdings nur wenig getan. Angesichts der mit der Pandemie einhergehenden, für viele Menschen existenziellen Herausforderungen mag insbesondere überraschen, dass die Themen Strategieentwicklung, Krisen, Entscheidungs-, Sinn- oder Zielfindung vergleichsweise selten genannt wurden. Zudem zählen Zeitmanagement, Organisationsentwicklung und Mobbing zu den weniger oft angeführten Themen.

Klarer Spitzenreiter der Themenliste ist die Reflexion und Entwicklung der Führungsrolle. Ebenfalls häufig genannt werden die Themen Persönlichkeitsentwicklung, Fragen der beruflichen Orientierung, Potentialanalysen und -entwicklungsmaßnahmen, der Auf- und Ausbau von Führungskompetenz, die Work-Life-Balance und die Karriereentwicklung.

Im Mittelfeld befinden sich die Entwicklung bzw. Verbesserung des Kommunikationsverhaltens, Teamentwicklungsmaßnahmen, Stress-, Change-, Konfliktmanagement sowie der Berufseinstieg und die Unternehmensgründung. Das Thema Resilienzstärkung führt das Mittelfeld an. Dies war in der vorangegangenen Analyse noch nicht der Fall und könnte auf die krisenhaften Umstände zurückzuführen sein. Mohr (2021) geht näher auf die Rolle ein, die individuelle Resilienzentwicklung im Pandemiekontext spielen kann.

Zu den sonstigen Themen im Coaching gehören u.a. Akquisition, Vertrieb und Verkauf, Digitalisierung, Diversity, Finanzen, Marketing und soziale Themen. Auch das Thema Homeoffice fällt – trotz seiner im Zuge der Pandemie deutlich gestiegenen Bedeutung – in die Kategorie Sonstiges. Anzumerken ist diesbezüglich jedoch, dass Anliegen, die mit dem Thema Homeoffice verknüpft sind, z.B. auch in den oft angeführten Bereich des Auf- und Ausbaus von Führungskompetenz fallen können (Stichwort: Remote-Führung).
 

Zentrale Themen im Coaching

Tabelle: Zentrale Themen im Coaching (N=346); gewichtete Mehrfachantworten

In welchen Varianten wird gearbeitet?

Im Bereich der Coaching-Formate konnte – erwartungsgemäß – eine starke Zunahme des Online-Coachings festgestellt werden. So wuchs der Anteil der Coachings via Videoübertragung von nur 7,70 Prozent (Analyse 2020) auf 37,11 Prozent an (Rauen, 2021a und 2021b). Bei den praktizierten Coaching-Varianten (siehe Abb.) gab es hingegen wenig Bewegung. Als häufigste Coaching-Variante dominiert – wie dies auch in der vorherigen Analyse der Fall war – das Einzel-Coaching mit 65,49 Prozent (2020: 67,02 Prozent). Es folgen das Team-Coaching mit 15,75 Prozent (2020: 16,37 Prozent) und das Gruppen-Coaching mit 7,41 Prozent (2020: 6,93 Prozent). Organisations-Coachings liegen bei 5,45 Prozent (2020: 5,74 Prozent) und Projekt-Coachings kommen auf 3,73 Prozent (2020: 3,94 Prozent). Hier sind keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Marktanalyse 2020 erkennbar. Somit ergeben sich aus der Analyse keine Hinweise darauf, dass bestimmte Coaching-Varianten im Online-Setting nicht oder nur schwer durchführbar sein könnten.
 

Verteilung der praktizierten Coaching-Varianten

Abb.: Verteilung der praktizierten Coaching-Varianten (N=351); gewichtete Mehrfachantworten, normiert auf 100 Prozent

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Fazit

Die Pandemie hat Veränderungen in nicht geringem Umfang bewirkt. In den Bereichen der Coaching-Themen und Coaching-Varianten allerdings weniger. Lediglich das Thema Resilienzstärkung ist intensiver in Erscheinung getreten, ohne jedoch an die Top-Ränge innerhalb des Themenspektrums heranzureichen. Ob es im Zuge der anhaltenden Pandemielage zu weiteren Bewegungen kommt, wird spannend zu beobachten sein. Die aktuell laufende dritte Umfrage wird Aufschluss geben.
 

3. RAUEN Coaching-Marktanalyse 2022

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Ziele der Coaching-Marktanalyse:

  • Umfassender Blick auf den Coaching-Markt
  • Nützliches Wissen für Coaches zu Positionierung und Marketing
  • Alle Ergebnisse kostenfrei und ohne jede Zugangsbeschränkung abrufbar

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Literatur