Fragen an Vera Ihlefeldt-Schlipköter

Business-Coach Vera Ihlefeldt-Schlipköter beantwortet Fragen aus der Praxis

Fragen an Vera Ihlefeldt-Schlipköter
© Foto: people pictures, Düsseldorf

Benötigt ein Coach wirklich eine komplexe und langwierige Ausbildung?

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, wie es so schön heißt. Eine solide Ausbildung von einem seriösen und langjährig im Markt etablierten Anbieter bildet eine sehr gute Basis, um einen erfolgreichen Weg als Business-Coach einschlagen zu können. Das Handwerkszeug, das man während der Ausbildung erlernt, die Mischung aus theoretischen und praktischen Lerneinheiten sowie das gemeinsame Üben der Methoden sind wichtige Bausteine, die auf die adäquate und professionelle Begleitung von Personen vorbereiten. Auch Anteile der Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung können Bestandteil einer guten Ausbildung sein.

Hinzukommen ganz praktische Erwägungen: Menschen erwarten nun einmal Zertifikate. Ein Coach sollte daher belegen und nachweisen können, dass er Methoden erlernt und praktiziert hat, die hinsichtlich der Themenbereiche bzw. Problemstellungen seiner Klienten Lösungsansätze, Ergebnisse und vor allem Nutzen liefern. Schließlich verlangt der Coach ein entsprechendes Honorar dafür.

Sind Coaching, Beratung und Training in der Praxis voneinander trennbar?

In der Arbeit mit einem Klienten – dies gilt erfahrungsgemäß beispielsweise für Führungskräfte in Veränderungsprozessen bzw. neuen Positionen – sind die Grenzen zwischen den Beratungsformaten oft sehr fließend. Das Entscheidende hierbei ist, dem Klienten gegenüber transparent darzulegen und offen zu kommunizieren, welche der praktizierten Lösungsansätze Beratungs- bzw. Trainingscharakter haben und welche Methode einem klassischen Coaching entspricht.

Und mittlerweile sind sich viele Coach-Ausbilder darin einig, dass das eine von dem anderen oft nicht strikt zu trennen ist bzw. je nach Anlass und Klient das eine das andere sinnvoll ergänzen kann. Ein Coaching-Prozess kann beratende Anteile beinhalten, wenn die Feldkompetenz des Coachs der Unterstützung des Klienten dient und somit die Ergebnis- und Lösungsorientierung gefördert wird.

Geraten Coaches dabei nicht in Konfusion?

Ein Coach sollte dazu in der Lage sein, situations- und anlassbezogen zu abstrahieren. Er sollte sehr wohl zu unterscheiden wissen, wann es der beste Weg ist, den Klienten seine eigenen Lösungen erarbeiten zu lassen. Er sollte ebenfalls wissen, unter welchen Umständen es sinnvoll ist, bestimmte Fähigkeiten durch Trainingsmaßnahmen einzuüben, um beispielsweise in einem neuen beruflichen Umfeld eine professionelle Präsenz hinzulegen. Die Mischung macht das Ganze sehr attraktiv und spannend.

Die oberste Priorität als Coach ist es, sich selbst im Prozess mit dem Klienten sehr gut im Blick zu behalten und permanent kritisch zu überprüfen: Auf welchem Spielfeld bin ich gerade unterwegs, auf welchem Pfad bewege ich mich gerade? Um Konfusion von vorneherein zu vermeiden, empfiehlt es sich, bereits bei der Vorbereitung einer Sitzung mit dem Klienten anzusetzen. Ein Coach, der dies beherzigt, untergliedert bei den jeweiligen Coaching-Einheiten die Themen der Klienten so, dass er seine Arbeit aufgrund der Situation meist direkt differenzieren kann. Je nach tagesaktuellem Thema des Klienten bestätigt die Ausnahme natürlich die Regel.

Wann ist es sinnvoll, einen Coaching-Prozess zu beenden?

Es gibt unterschiedliche Beweggründe. Sollte der Coach feststellen, dass der Klient ein psychisches Krankheitsbild aufweist, ist dringend anzuraten, diesen an einen psychotherapeutischen Fachexperten abzugeben; selbstverständlich in Rücksprache mit beiden Seiten. Im regulären Fall hängt die Beendigung eines Coachings davon ab, ob die vom Klienten eingegebenen Themen behandelt wurden. Entscheidend ist, dass die mit den Themen verbundenen Zielsetzungen zufriedenstellend bearbeitet und für den Klienten nutzbare bzw. praktische Lösungen gefunden wurden.

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