Bis vor gut anderthalb Jahrzehnten schien die Welt in eine friedlichere Richtung zu steuern. Die Zahl der Kriegstoten sank, internationale Konflikte nahmen ab und viele Beobachter sprachen von einem „langen Frieden“ seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Es war eine historische Ausnahme: Noch nie hatten so viele Menschen über so lange Zeit in relativer Stabilität gelebt. Politologen wie Steven Pinker (2011) deuteten dies als Beleg für den „besseren Engel“ in uns Menschen, der Gewalt langfristig zurückdränge. Auch der Siegeszug der Globalisierung, die wachsende ökonomische Verflechtung und die Ausbreitung demokratischer Systeme schienen diesen Trend zu bestätigen.
Doch seit etwa 2010 hat sich dieser Trend spürbar umgekehrt. Der Global Peace Index dokumentiert seither eine kontinuierliche Verschlechterung der weltweiten Friedfertigkeit (Institute for Economics & Peace, 2023). Politische Instabilität, neue Kriege, Terrorismus, Polarisierung und wachsende Gewaltverbrechen haben das Sicherheitsgefühl erschüttert. Damit wurde ein Kipppunkt erreicht: Aus einem stabilen Trend hin zu Kooperation wurde eine Phase zunehmender Unsicherheit.
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