Coaching meets Research – Coaching Essentials 1980-2050

Am 18. und 19. November 2021 wurde der 6. Internationale Coachingkongress „Coaching meets Research“ durchgeführt. Der Kongress fand unter dem gemeinsamen Dach der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) statt. Ein Teilnehmerbericht von Thomas Webers.

Was ist, was bleibt und was wird die Zukunft im Coaching bringen? Ein Kongress-Motto, das nicht treffender hätte gewählt werden können, war die Welt seit dem letzten Fachkongress doch eine andere geworden. Das zehnjährige Jubiläum im Jahr 2020 fiel aus. Zur Überbrückung der Wartezeit erwies sich die Einrichtung einer virtuellen einstündigen Veranstaltungsreihe im Herbst 2020 unter dem Titel „Coaching-Kontroversen und aktuelle Themen“, die bis in den Sommer 2021 lief, als kluger Schachzug. Sie wurde gut angenommen.

Die Kongressleitung des 6. Internationalen Coaching-Fachkongresses, Claudia Beutter (ZHAW) und Dr. Robert Wegener (FHNW), hatte ihre klassische Kongress-Architektur beibehalten und Mitte November 2021 schlicht über eine Veranstaltungsplattform ins Netz verlegt. Der Start mit moderierten Forschungskolloquien ermöglichte ein erstes Warmwerden für die angemeldeten knapp 200 Teilnehmenden. Die erste Keynote „Coaching am Ende oder am Beginn einer glänzenden Zukunft?“ von Dr. Uwe Böning konfrontierte die Zuhörerschaft mit drei Zukunftsszenarien: Dem Ende von Coaching wie wir es kennen, einer konformistischen Variante oder einer neuen, diversifizierten Form. Nach den parallelen Themen-Labs am Nachmittag beschwor Prof. Dr. Peter Hawkins (Henley Business School) eine notwendige Revolution im Coaching: Coaching sei bislang zu sehr auf das Individuum fokussiert praktiziert worden, so seine Diagnose. Die Herausforderungen der Zukunft verlangten anderes: Stoppt das Einzel-Coaching, so Hawkins, betreibt Partnering!

Eine Botschaft, die Keynoter Prof. Dr. David Lane (Canterbury Christ Church University und Middlesex University) am zweiten Kongresstag wiederaufnahm. Auch er beschwor die größere Perspektive und forderte die Coaches mit missionarischer Emphase auf, sich gesellschaftlich einzumischen. Eine deutlich andere Perspektive eröffnete im Anschluss Prof. Dr. Eva-Maria Graf (Universität Klagenfurt) mit dem Einblick in die linguistische Prozessforschung von Coaching. Dieser spezielle Blick war anregend, offenbarte aber auch, dass auf dem Kongress neben der globalen Perspektive viele Einzelstimmen zu hören waren, aber zu wenig interdisziplinär miteinander diskutiert wurde. Dies war sicher auch dem Online-Format geschuldet. Auch der informelle Austausch fand leider kaum statt.

Nach einem weiteren parallelen Themen-Lab am Nachmittag war es an Dr. Nicky Terblanche (University of Stellenbosch Business School), den Kongress mit einer Keynote zu beschließen. Sein Thema war die Anwendung von KI für die Entwicklung und den Einsatz von Chatbots im Coaching. Er bot einen Einblick in die Werkstatt und plädierte für eine realistische Einschätzung dieser Technologie. Damit musste den Kongressbesuchern klar geworden sein, welche Herausforderungen in der Zukunft warten. Genügend Stoff also für Diskussionen auf dem Weg zum nächsten Kongress. (Thomas Webers)

Weitere Informationen:

www.coaching-meets-research.ch