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Lebensphasen-orientiertes Coaching

28.02.2018

Der fünfte, von der Hochschule für angewandtes Management (HAM) veranstaltete Coaching-Kongress am 22. und 23. Februar 2018 in Ismaning befasste sich mit dem Thema „Lebensphasen-orientiertes Coaching“. Ein Vor-Ort-Bericht von Christiane Wirtz.

Lebensphasen-orientiertes Coaching

© Foto: Julia Walker Mediadesign

Wie kann Lebensphasen-orientiertes Coaching gelingen? Welche neuen Ansätze können hier unterstützend sein? Das waren die Kernfragen des fünften Coaching-Kongresses am 22. und 23. Februar 2018 in Ismaning, der unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Lenz von der Fakultät Wirtschaftspsychologie der HAM veranstaltet wurde. Weitere interessante Themen des Kongresses waren z.B. die Anregung nach einem Grundrecht auf Coaching (Dr. Claas Triebel), der Hinweis auf Trauer, die ihre Wirkungen auf Organisationen haben kann (Prof. Dr. Corinna von Au und Marlene Henken) oder das Thema Ich-Entwicklung: Hier stellte Rolf Lutterbeck das StAGES-Modell von Terri O`Fallon vor. Gleichzeitig vermittelte der Kongress Impulse etwa über narrative Methoden im Coaching (Prof. Dr. Michael Müller).

Bereits zu Beginn der Veranstaltung informierte der Soziologe und Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance) über die verschiedenen Generationen, von der Generation Z (geboren nach 2000) bis hin zur Generation Nachkriegszeit (die heute über 80-Jährigen). Er machte auf die „generationale Unwucht“ aufmerksam, die etwa dazu führe, dass das politische System von über 60-Jährigen dominiert sei und keinen Anschluss an die jüngsten Generationen finde. Die jüngeren Generationen würden mit dem politischen System „fremdeln“. Im Bereich der Wirtschaft finde sich dieses Problem allerdings nicht.

Prof. Dr. Stephanie Rascher (HAM) stellte im Anschluss gleich ein Angebot an diese jüngeren Generationen vor, nämlich an Studierende: Masterstudenten werden ausgebildet und coachen in einem 2015 gestarteten Programm Bachelorstudenten, damit diese ihre eigenen Kompetenzen reflektieren können. Jürgen Bache (Management-Coach mit individualpsychologischem Ansatz) machte auf die Vorteile der individualpsychologischen Methode beim Lebensphasen-orientierten Coaching aufmerksam: Die finale statt der kausalen Betrachtungsweise (also Wozu statt Warum) sei für alle Lebensübergänge ein Zugewinn. In Krisen werde der sogenannte Lebensstil besonders wirksam und dann könne mit diesem Lebensstil umgegangen werden. Schließlich lud Prof. Dr. Arnd Schaff (FOM Hochschule für Oekonomie & Management) in einem Workshop dazu ein, über die veränderten Bedingungen, Herausforderungen und Kulturen im letzten Drittel des Berufslebens nachzudenken. Anforderungen an den Coach seien etwa, eigene Lebenserfahrung und dabei selbst persönliche Change-Erfahrung gemacht zu haben.

Coaching-Kongress

Der zweite Kongresstag wurde von dem Thema Unternehmensnachfolge dominiert. Denn über Coaching der Eigentümerfamilie in der Übergangsphase referierten sowohl Ulrich Königswieser (Königswieser und Network) in seiner Keynote als auch Daniela Sarrazin (Sarrazin Coaching) in ihrem Vortrag. Darüber hinaus war die Unternehmensnachfolge Stichwort für eine Podiumsdiskussion, in der vor allem herausgearbeitet wurde, dass frühzeitig über das Thema in der Familie gesprochen, ein „Schlachtplan“ entwickelt und gut kommuniziert werden sollte. Vorteilhaft sei es, wenn sich der Nachfolger bei der Übergabe schon extern behauptet habe.

Abschließend gab Dr. Daniela Blickhan (Dachverband für Positive Psychologie) einen groben Überblick über die Ansätze der Positiven Psychologie. Was langfristig zu Wohlbefinden führe, seien Annäherungsziele (im Gegensatz zu Vermeidungszielen), die intrinsisch motiviert seien und mit Zuversicht verfolgt würden. Thema des nächsten Kongresses 2019 soll übrigens sein: Coaching in disruptiven Veränderungsprozessen. (Christiane Wirtz)

Informationen:
www.coaching-kongress.com 

Weitere coaching-relevante Veranstaltungen:
Kongresse, Tagungen, Messen: Weitere interessante Veranstaltungen für Coaches und Coaching-Interessierte finden Sie in unserer fortlaufend aktualisierten Rubrik Coach-Jahr.

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