Theoretisches Fundament maßgeblich für erfolgreichen Methodeneinsatz im Coaching

Die erfolgreiche Methodenanwendung in den Bereichen Coaching, Training und Beratung werde erst durch eine solide theoretische Qualifikation der Praktiker ermöglicht, so die zentrale Erkenntnis einer aktuellen Studie.

Im Rahmen der Marktstudie „WeiterbildungsSzene Deutschland 2017“ wurden unter 1.118 Praktikern Daten zum Methodeneinsatz in den Bereichen Coaching, Training und Beratung erhoben. „Die Bandbreite reicht von einfachen Erklärungsmodellen bis hin zu komplexen Interventionen“, heißt es in einer Mitteilung des Bonner Verlages managerSeminare, der die von Studienautor Jürgen Graf zusammengetragenen Ergebnisse veröffentlichte.

Die stets mitschwingende Frage: Welche Voraussetzungen erlauben es den Anwendern, ihre Methoden erfolgreich einzusetzen? Ausschlaggebend sei vor allem ein solides theoretisches Fundament, wie der Verlag mitteilt und damit implizit eine im Coaching aktuelle Diskussion aufgreift. Dass es mitunter gerade an diesem Fundament fehle, bemängelt etwa Prof. Dr. Jürgen Kriz, emeritierter Psychologieprofessor der Universität Osnabrück, in der Einleitung zu seinem 2016 erschienenen Buch „Systemtheorie für Coaches“, wenn er den Blick auf als „systemisch“ vermarktete Coaching-Angebote und -Ausbildungen im deutschsprachigen Raum richtet. Man sollte denken, so Kriz, „dass von den Systemtheorien, die seit Jahrzehnten in vielen Disziplinen und interdisziplinär entwickelt wurden, in hohem Maße Gebrauch gemacht wird“. Stattdessen seien insbesondere im Coaching-Bereich häufig „laienhafte, esoterische und ‚selbstgestrickte‛ Sprachhülsen“ zu finden.

Aber auch vorhandenes methodisches Know-how reiche allein nicht aus, erklärt managerSeminare auf Basis der Studie Grafs. Es bedürfe darüber hinaus einer „klar kommunizierten und reflektierten Haltung“, um Wirkung erzielen zu können. (de)

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