DBVC-Dialogforum: Coaching und Führung angesichts neuer Herausforderungen

Im Februar fanden sich Unternehmensvertreter und Coaching-Experten zum 12. DBVC-Dialogforum zusammen. Sie richteten den Blick auf die Frage, welche Antworten Coaches und Unternehmen auf einen zunehmend nach Agilität verlangenden Managementalltag und die Herausforderungen der digitalen Entwicklung liefern müssen.

Bereits zum zwölften Mal führte der Deutsche Bundesverband Coaching e.V. (DBVC) sein Dialogforum durch, in dessen Rahmen sich Unternehmensvertreter und Coaching-Experten zu aktuellen Themen austauschen. Das diesjährige Motto: „Agiles Management und Digitale Transformation – und die Antwort der Coaches?“ Die Teilnehmer trafen sich am 3. und 4. Februar in Schwalbach am Taunus. „75 Fachleute aus Unternehmen und der Coaching-Szene haben interessanten und alltagsnahen Vorträgen gelauscht, gemeinsam diskutiert und im besten Sinne einen guten Dialog gestaltet“, zeigt sich Bernhard Broekman, Leiter der erstmals als Organisatorin des Dialogforums in Erscheinung getretenen DBVC-Regionalgruppe Rhein-Main, mit der Veranstaltung zufrieden – auch dank des Engagements der Mitglieder der Regionalgruppe, wie Broekman betont.

Netzwerkkultur als Antwort auf globale Probleme

Andrea Krämer und Andrea Lepperhoff gewährten in einem von insgesamt vier Vorträgen Einblicke in die Führungsphilosophie des Automobilzulieferers Continental, der zugleich als Gastgeber des Forums fungierte. Sie berichteten von global wachsenden organisationalen und strukturellen Herausforderungen. Um diesen zu begegnen, setze der Konzern etwa auf intelligente Netzwerkplattformen, in denen alle Beteiligten im Verbund agieren: kollektive Lösungen für bereichsübergreifende Herausforderungen. Von einem ähnlichen Vorgehen berichtete Regina Wünsch, die das mittelständische Medizintechnikunternehmen pfm medical vertrat. Mittels der Nutzung sozialer (Netzwerk-)Technologien, agiler Managementmethoden und flexibler Organisationsformen solle das 1971 gegründete Unternehmen für die Zukunft gerüstet werden. Zu diesem Zweck habe man ein Projektteam ins Leben gerufen, das Stakeholder aller relevanten Organisationsbereiche umfasst.

Arbeit am Mindset als zentrale Coaching-Aufgabe

Das Wirken mittels Beziehungsmanagements in Netzwerkstrukturen definierte Dr. Elke Berninger-Schäfer, Inhaberin des Karlsruher Instituts für Coaching (KIC), als Bestandteil eines in vielfacher Hinsicht neuen Führungsparadigmas (Digital Leadership). Die Arbeit am Führungs-Mindset – einschließlich des Aufbaus von Coaching-Kompetenzen – werde so zu einer zentralen Aufgabe im Coaching. Was einerseits eine Chance für Coaches darstellt, geht, wie es in einer Nachlese des DBVC heißt, nach Meinung Berninger-Schäfers aber zugleich mit neuen Anforderungen an diese einher. Etwa müssten sie in zunehmend flexibler Weise dazu in der Lage sein, sowohl analoge als auch digitale Methoden anzuwenden sowie sowohl im Einzel- als auch im Team-Setting zu agieren.

Coaching nicht als individualistische Intervention betrachten

Prof. Dr. Harald Geißler, Professor für Berufs- und Betriebspädagogik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, griff u.a. die Frage auf, inwiefern webbasiertes Coaching zum Aufbau einer agilen Organisation beitragen kann. Grundsätzlich könne die Virtualisierung von Kommunikation, wie der DBVC berichtet, nach Geißlers Auffassung diesbezüglich gelingen oder auch destruktiv ausfallen – letztlich sei die Schulung in den jeweiligen Techniken wichtig. Um Probleme wie steigende Komplexität und Dynamik zu bewältigen, sei darüber hinaus organisationales Lernen notwendig. Coaching dürfe daher nicht als rein individualistische Intervention verstanden werden, so Geißler.

Die Präsentationen der Referenten stehen auf der Homepage des DBVC kostenlos zum Abruf bereit. (de)

Informationen:

www.dbvc.de/dbvc-veranstaltungen/dbvc-dialogforum.html

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Kongresse, Tagungen, Messen: Weitere interessante Veranstaltungen für Coaches und Coaching-Interessierte finden Sie in unserer fortlaufend aktualisierten Rubrik Coach-Jahr.