Veränderungsprozesse: Welche Rolle spielt die mittlere Führungsebene?

Welche Haltung nehmen Führungskräfte der mittleren Ebene in organisationalen Veränderungsprozessen ein? Das Ergebnis einer aktuellen Studie: 66 Prozent treiben Veränderungsprozesse selbst an oder wirken hierbei unterstützend.

Bei der Implementierung von Change-Projekten in Unternehmen kommt der mittleren Führungsebene eine wichtige Rolle als Bindeglied zu – eine Erkenntnis, die längst auch im Coaching angekommen ist und nicht selten als Anknüpfungspunkt von Coaching an Organisationsentwicklung verstanden wird. Im Rahmen der Studie „Führungsbarometer“ ging das Meinungsforschungsinstitut Forsa, das vom Beratungsunternehmen Penning Consulting hiermit beauftragt wurde, der Frage nach, wie es um die Haltung der handelnden Führungskräfte gegenüber Veränderungsprozessen bestellt ist. Das Ergebnis: Durchschnittlich übernehme fast ein Drittel der Führungskräfte in Change-Projekten eine treibende Rolle, teilen die Studienverantwortlichen mit. Ein weiteres Drittel begleite Veränderungsprozesse zwar wohlwollend und unterstützend, aber ohne hierbei als treibende Kraft voranzugehen. Der Rest stehe Veränderungen zwar eher kritisch gegenüber oder trete gar als „Bremser“ auf, dennoch werten die Studienverantwortlichen das Ergebnis positiv. Es sei „grundsätzlich eine gute und erwartbare Quote, wenn fast ein Drittel der Mittelmanager als Treiber von Change-Projekten“ wirke, resümiert Stephan Penning, Geschäftsführer und Studienleiter bei Penning Consulting. Allerdings: Bei einem insgesamt schwachen Engagement-Level eines Unternehmens, für dessen Bestimmung die Studienmacher elf Kulturfaktoren abfragten, steige der Anteil der Skeptiker und Blockierer auf 41 Prozent an.

Nicht nur die Haltung und die Bereitschaft der Führungskräfte, Veränderungsprozesse mitzutragen, seien zudem für die tatsächliche Veränderungsfähigkeit von Unternehmen entscheidend, fügen die Studienverantwortlichen an und kritisieren: Zu wenig Führungszeit sowie mangelnde Einbindung in Strategie- und Entscheidungsprozesse führten dazu, dass viele Führungskräfte „weder die nötige Achtsamkeit noch die Kompetenzen“ hätten, um Veränderungen frühzeitig anzustoßen sowie Alltags- und Projektgeschäft parallel zu managen. Für die Studie wurden 90 HR-Verantwortliche befragt. (de)

Informationen:

Mitteilung Penning Consulting/Studie