Coachingtag diskutierte Regulierung des Coachings

Ihren zehnten Coachingtag legte die ICF-D in neuem Gewand auf. Auf der Weiterbildungsmesse myQ, die im November 2017 in München ausgerichtet wurde, befasste sich der Verband mit einer Reihe aktueller Coaching-Themen – darunter die Frage nach „Sinn und Unsinn“ einer gesetzlichen Regulierung des Coachings.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Coachingtags der International Coach Federation Deutschland e.V. (ICF-D) entschied sich der Verband für ein neues Konzept. Erstmals fand die zweitägige Veranstaltung, die ehemals den verbandseigenen Mitgliedern vorbehalten war, im November des vergangenen Jahres im Rahmen der Weiterbildungsmesse myQ in München statt. Mit Spannung durften teils englischsprachige Podiumsdiskussionen zu den Themen „Coaching in verschiedenen Kulturen“ und „Coaching-Kulturen in Unternehmen“ erwartet werden. Auf dem Programm stand zudem ein kontroverses Thema, das ebenfalls Gegenstand einer Podiumsdiskussion war: der „Sinn und Unsinn einer gesetzlichen Regulierung von Coaching und der Profession Coach im europäischen Kontext“. Schon die Ankündigung der Diskussion im Vorfeld der Veranstaltung habe zu regen Diskussionen in den sozialen Medien geführt – bis hin zu der Empfehlung, „diesem Thema nicht noch eine Plattform zu bieten“, resümiert Dr. Geertje Tutschka, 1. Vorsitzende der ICF-D, im Nachgang der Veranstaltung. Aber auch ohne eine gesetzliche Regulierung in Deutschland, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine solche hierzulande in Kraft trete, erwartet Tutschka und begründet: „Nachdem gerade in mehreren Nachbarländern Coaching in der einen oder anderen Form reguliert worden ist, dürfte sich alsbald die EU diesem Thema annehmen, um eine transparente Vereinheitlichung und Qualitätssicherung für den Nutzer zu gewährleisten.“

Diskutiert wurde dem Titel entsprechend über mögliche Vor- und Nachteile eines Coaching-Gesetzes. Würde es die Coaching-Branche revolutionieren? „Ja und Nein – der Verwässerung des Begriffes würde entgegengewirkt. Garten-Coaches, Katzen-Coaches und Beauty-Coaches würden der Vergangenheit angehören. Doch sind diese auch heute schon nicht im eigentlichen Coaching-Markt unterwegs“, wägt Tutschka ab. Wird ein Coaching-Gesetz der weiteren Entwicklung von Coaching – etwa durch neue Methoden und Tools – entgegenstehen? „Nicht unbedingt. Allerdings könnte es dazu führen, dass Coaching als wirkungsvolle Begleitung anderer Angebote wie beispielsweise Unternehmensberatung nicht mehr ohne weiteres einsetzbar ist.“ Wird ein Coaching-Gesetz die Berufsverbände überflüssig machen? „Nein, zeigen doch andere Berufsbranchen wie die der Psychologen, Ärzte und Rechtsanwälte, dass Berufsverbände als Interessenvertretung auch jenseits der Regulierungshoheit wichtig sind“, ist Tutschka überzeugt.

Die Vorstellung wissenschaftlicher Studien sowie Vorträge und Workshops rundeten das Programm ab. Der Coachingtag 2018 wird am 16. und 17.11.2018 erneut in München stattfinden. (de)

Informationen:

www.coachfederation.de

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