Ergebnisse der 15. Coaching-Umfrage Deutschland

Die aktuelle Coaching-Umfrage Deutschland liefert im bereits fünfzehnten Jahr Coaching-Marktdaten. Darüber hinaus geben die Ergebnisse Einblick in die Einstellungen in Deutschland tätiger Coaches bezüglich verschiedener, im Themenbereich der Qualitätssicherung angesiedelter Fragen.

Im Rahmen der 15. Coaching-Umfrage Deutschland, einer von Jörg Middendorf (Büro für Coaching und Organisationsberatung, BCO Köln) jährlich durchgeführten Langzeitstudie, wurden im Zeitraum von November 2016 bis Januar 2017 Coaching-Marktdaten erhoben. 546 Coaches nahmen an der Umfrage teil und gaben u.a. Auskunft bezüglich ihrer im Coaching veranschlagten Honorarsätze. Für unternehmensbezahlte Coachings berechneten Coaches im Jahr 2016 einen durchschnittlichen Stundensatz von 183,95 Euro (2015: 182,55 Euro). Für privatbezahlte Coachings wurde ein durchschnittlicher Stundensatz ermittelt, der mit 125,30 Euro eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (120,72 Euro) ausweist.

Top-Themen nur leicht verändert

Die Teilnehmer der Umfrage wurden nach den zentralen Themen gefragt, zu denen sie im vergangenen Jahr Coachings durchführten. Als Top-Themen wurden ermittelt:

  1. Übernahme neuer Aufgaben, Führungsverantwortung, Funktionen, Positionen
  2. Selbstreflexion, Abgleich des Selbst- und Fremdbildes
  3. Führungskompetenzentwicklung
  4. Persönlichkeits- und Potenzialentwicklung
  5. Konflikte und Beziehungsthemen

Auf den ersten vier Plätzen ergaben sich im Vergleich zur Vorjahresumfrage keine Verschiebungen. Neu in der Top-Fünf ist der Themenbereich „Konflikte und Beziehungsthemen“. Das Thema „Organisationsveränderungen und Change Management“, das zuletzt den fünften Rang bekleidete, fiel in der Rangfolge jedoch nur um einen Platz zurück.

Wenn Regulierung des Coachings, dann vor allem durch Verbände

Neben der Langzeiterhebung zum deutschen Coaching-Markt rückte die Umfrage erneut ein jährlich wechselndes Schwerpunktthema in den Blick. So wurden diesmal verschiedene Aspekte der Qualitätssicherung im Coaching thematisiert – darunter auch die Frage, ob eine stärkere Regulierung des Coachings als Profession nach Meinung der befragten Coaches erfolgen sollte. Fast 50 Prozent der Teilnehmer erachten eine stärkere Regulierung als notwendig. Etwa 25 Prozent lehnen diese ab. Unsicher sind sich ebenfalls ca. 25 Prozent. Sofern eine stärkere Regulierung erfolgen sollte, sollte diese nach Ansicht derjenigen Befragten, die einer Regulierung nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen, inhaltlich vor allem von Coaching-Berufs- und Fachverbänden geprägt werden (269 Nennungen; 348 Befragte, Mehrfachnennungen möglich). Eine impulsgebende Rolle des Gesetzgebers wünschen sich deutlich weniger Teilnehmer (95 Nennungen).

Die Coaching-Umfrage Deutschland wurde erstmals 2002 durchgeführt. Alle bisherigen Ergebnisberichte sind auf der Homepage der Umfrage kostenlos abrufbar. (de)

Informationen:

https://coachingumfrage.wordpress.com/