Studie: Eigeninitiative wichtiger als formales Business-Wissen

Psychologische Eigeninitiative-Trainings stellen eine effektivere Möglichkeit der Unterstützung von Kleinunternehmern dar als klassische Business-Kurse. Dies ist das Ergebnis einer unter Beteiligung deutscher Forscher in Westafrika durchgeführten Studie.

Anhand welcher Entwicklungsmaßnahmen lässt sich Kleinunternehmertum in Entwicklungsländern effektiv unterstützen? Im Rahmen einer Weltbankstudie, an der die Psychologen Prof. Dr. Michael Frese und Mona Mensmann von der Leuphana Universität Lüneburg beteiligt waren, sollte diese Frage beantwortet werden. In Togo führten die Forscher eine Feldstudie mit 1.500 Kleinunternehmern durch. Die Teilnehmer wurden zu gleichen Anteilen in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe absolvierte eine klassische Maßnahme zur Vermittlung von Business-Wissen, während die Teilnehmer einer weiteren Kohorte ein individuell und psychologisch angelegtes „Eigeninitiative-Training“ erhielten. Eine dritte Gruppe diente Kontrollzwecken und durchlief keine Entwicklungsmaßnahme. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg wurde der Erfolg der Unternehmer ausgewertet. Das Ergebnis: In der Gruppe, die das Eigeninitiative-Training erhielt, konnte eine Gewinnsteigerung von 30 Prozent festgestellt werden. Teilnehmer des traditionellen Business-Kurses konnten eine Gewinnsteigerung von vergleichsweise niedrigen elf Prozent erzielen. Die Studienergebnisse wurden in der Wissenschaftszeitschrift „Science“ publiziert. (de)

Informationen:

http://science.sciencemag.org/content/357/6357/1287

www.leuphana.de/news/meldungen-forschung/ansicht/datum/2017/09/25/ergebnisse-einer-weltbank-studie-mit-leuphana-beteiligung-in-science-publiziert.html