DBVC-Positionspapier: Agilität als inneres Potenzial und Option verstehen

In einem Positionspapier setzt sich der DBVC vor dem Hintergrund der VUCA-Diskussion um steigende Komplexität und Unübersichtlichkeit mit dem Begriff der Agilität auseinander.

Agile Konzepte seinen zur Mode geworden und drohten, durch eine fortschreitende „Vertoolung“ ihres eigentlichen Potenzials beraubt zu werden, ist in einem Positionspapier des Präsidiums des Deutschen Bundesverbands Coaching e.V. (DBVC) zu lesen. Aus einem Prinzip werde häufig ein Patentrezept gemacht, das im Zuge konzeptioneller Vereinfachungen eine Beherrschbarkeit von Herausforderungen wie steigender Komplexität suggeriere, kritisieren die Autoren und erklären: „Schließlich soll es – ohne genaueres Verständnis, ohne Übung, ohne Änderung innerer Einstellungen und ohne Berücksichtigung des Kontextes – raschen Erfolg bringen und kann scheinbar ganz mühelos rezipiert werden.“ Hiermit gehe ein Bedeutungswandel einher, in dessen Zuge Agilität mit Schnelligkeit gleichgesetzt und der eigentliche, aus einer veränderten Haltung bestehende Begriffskern verpasst werde.

Ein „zukunftsweisendes Konzept von Agilität“ zeichne sich hingegen insbesondere durch zwei Aspekte aus: Einerseits könne Agilität als „inneres Potenzial“ verstanden werden, das auf Änderungsbedarfe und Optimierung fokussiert. Andererseits sollte Agilität nach Ansicht der Autoren nicht als immer richtige Norm, sondern als Option betrachtet werden. In diesem Kontext sei Agilität auch als Kompetenz zu verstehen, „aus der heraus die Entscheidung getroffen wird, ob man flexibel oder beständig handelt.“ Das Ergebnis einer „agilen Haltung“ könne demnach ebenso darin bestehen, sich situationsbedingt ganz bewusst gegen den Einsatz von agilen Tools zu entscheiden. Agilität als Haltung beginne demnach mit der Einsicht, „dass agile Tools und Patentrezepte nicht ausreichend sind“. (de)

Informationen:

DBVC-Positionspapier „New Work und Agilität“ (PDF)