Nachlese: DCG-Tagung „Coaching trifft Unternehmen“

Auf welchem Stand befindet sich die Coaching-Forschung? Welche Qualitätsanforderungen stellen Unternehmen an Coaches? Welche Prognosen können hinsichtlich der Marktentwicklung gestellt werden. Fragen wie diese beschäftigten die Referenten und Teilnehmer der von der DCG im Oktober in Heidelberg ausgerichteten Tagung „Coaching trifft Unternehmen“.

Mit der Tagung „Coaching trifft Unternehmen“ sprach die Deutsche Coaching Gesellschaft e.V. (DCG) nicht nur Coaches und Unternehmensvertreter an, wie das Motto vermuten ließe. In der Print Media Academy Heidelberg begrüßten die Organisatoren um Margret Fischer, 1. Vorsitzende der DCG, am 08.10.2016 nach eigenen Angaben insgesamt 71 Teilnehmer, darunter auch Wissenschaftler und Studenten. „Wir wollen Widerstände aufnehmen, Lösungen finden und dabei gerne auch kontrovers diskutieren“, eröffnete Fischer die Tagung.

Referenten nahmen Forschungsstand in den Blick
Die Referenten, darunter Prof. Dr. Heidi Möller von der Universität Kassel, lieferten unter anderem einen Überblick über den aktuellen Stand der Coaching-Forschung. „Kennzeichen sind eine heterogene Qualität, schwache theoretische Fundierung und wenig standardisierte Methoden“, resümieren die Veranstalter. Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Siegfried Greif von der Universität Osnabrück zeigte hingegen auf, wie die praktische Wirksamkeit von Coaching verbessert werden könne. Ein wichtiger Aspekt hierbei sei die Unterstützung während der Umsetzungsphase.

Coaching-Bedarf unterschiedlich bewertet
Der Bedarf an Coaching werde sehr unterschiedlich wahrgenommen, berichtet Fischer mit Blick auf die Beiträge. „Auf der einen Seite soll der Zenit des Branchenwachstums bereits überschritten sein und auf der anderen Seite ist bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Kliniken die Möglichkeit des Coachings noch nicht überall angekommen.“ Eindrücke davon, welche Rolle Coaching an Kliniken zukünftig verstärkt spielen könnte, gab Prof. Dr. Justus Benrath den Tagungsteilnehmern mit auf den Weg. Als Mediziner und Leiter des Schmerzzentrums am Universitätsklinikum in Mannheim stellte Benrath das Projekt „Stressreduktion in einer Universitätsklinik für Anästhesie“ vor und ging hiermit der Frage nach, wie Resilienz im belastungsintensiven Arztberuf mittels Coaching gefördert werden kann. Für Fischer bestätigte sich die eingangs formulierte These: „Coaching sollte als Präventionsansatz etabliert werden.

Was brauchen Coaches aus Sicht der Unternehmen?
Stefan Stenzel, unternehmensweiter Ansprechpartner für externes Coaching bei SAP, stellte aus Konzernsicht dar, welche Qualitätsanforderungen Coaches erfüllen sollten. Mitzubringen seien demnach etwa Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstbewusstsein und Professionalität, eine fundierte Coaching-Ausbildung und besondere Expertise in bis zu zwei Themenfeldern wie beispielsweise im Networking oder öffentlichen Sprechen. Ebenso zu erwarten sei nicht unerhebliche Managementerfahrung.

Alle Präsentationen stehen auf der Webseite der DCG zum kostenlosen Download bereit.

Nächste Tagung angekündigt
Von den Teilnehmern habe man positives Feedback erhalten, berichten die Veranstalter, die sich hierdurch in ihrem Konzept bestätigt fühlen und die nächste Tagung bereits ankündigen. Diese findet am 14.10.2017 erneut in der Print Media Academy Heidelberg statt und wird sich dem Schwerpunktthema „Besserer Umgang mit Veränderungen in der Arbeitswelt“ widmen. Der Call-for-Speakers läuft bis zum 05.01.2017. (de)

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