Unternehmen nicht offen für neue Führungsmodelle

Gemäß einer aktuellen Umfrage unter Personalverantwortlichen mangelt es einer Mehrheit deutscher Unternehmen an Offenheit für neue Führungsmodelle. Zudem besteht eine Diskrepanz zwischen den von vielen Führungskräften gewünschten und den tatsächlich angebotenen Unterstützungsmöglichkeiten zur Bewältigung des Managementalltages.

Deutsche Unternehmen sind nach einer aktuellen Erhebung („HR-Herausforderungen 2015“) des Kölner „Galileo . Instituts für Human Excellence“ mehrheitlich nicht offen für neue Führungsmodelle. Eine entsprechende Haltung bescheinigen 71 Prozent der befragten Personalverantwortlichen ihren Unternehmen. Verschiedene Studien der letzten Monate bestätigen einen mit neuen Anforderungen wie einer steigenden Komplexität und wegbrechenden Planbarkeit verbundenen Wandel der Führungs- und Arbeitswelt und formulieren einen starken Bedarf an neuen, hieran angepassten Managementstrukturen. Häufig als Zukunftsmodell genannt: Netzwerkstrukturen in Verbindung mit einem weniger linienhierarchisch agierenden Management. Auch angesichts solcher Erkenntnisse zeigt sich Executive-Coach und Galileo-Inhaberin Gudrun Happich von der Deutlichkeit der Umfrageergebnisse überrascht: „Für die Unternehmensspitze sollte das eine klare Warnung sein, wenn der Alltag der Führungskräfte und die von oben verordnete Führungsstruktur derart kollidieren.“

Handlungsbedarf muss gemäß der Umfrage auch hinsichtlich der Frage, anhand welcher Maßnahmen und Angebote Unternehmen ihre Führungskräfte bei der Bewältigung der verschärften Herausforderungen des Führungsalltages unterstützen wollen, konstatiert werden. Firmeninterne Trainings und Seminare werden hier für das Jahr 2015 von den befragten Personalverantwortlichen am häufigsten genannt (rund 43 Prozent). „Auch hier gibt es eine deutliche Diskrepanz zu den Wünschen der Führungskräfte“, erklärt Happich, die im Rahmen einer weiteren, kürzlich veröffentlichten Umfrage unter 82 Führungskräften zu einem konträren Ergebnis kommt (Coaching-Report berichtete). Rund 83 Prozent der befragten Führungskräfte favorisieren demnach das Gruppen-Coaching mit Gleichgesinnten oder das Einzel-Coaching mit Schwerpunkt Sparring. Firmeninterne Trainings und Seminare liegen in der Präferenz der Befragten mit einem ermittelten Wert von rund 15 Prozent deutlich zurück. (de)

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