6. Berliner Coachingtag des artop-Institutes

Am 08.05.2015 fand der 6. Berliner Coachingtag von artop, Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin, statt. Ein Vor-Ort-Bericht von Anne Haker.

Beim 6. Berliner Coachingtag im Mai setzte artop auf das Erfolgsrezept der letzten Veranstaltung im Jahr 2013 und so fand sich eine überschaubare Runde von knapp über 100 Teilnehmern um 10.00 Uhr im Soho House Berlin zum diesjährigen Thema „Coaching zwischen Profession und Methode“ ein. Während ca. ein Drittel der Teilnehmer bereits zum wiederholten Male mit dabei war, gab es überwiegend neue Gesichter zu sehen, viele davon Ausbildungs-Alumni von artop.

Den Einstieg machte der Mitbegründer und Partner des Institutes, Dr. Thomas Bachmann. Er fokussierte dabei auf die Beziehung als Grundlage jedes Coachings – nicht nur die Beziehung und den guten Kontakt zwischen Coach und Klient, sondern auch den Kontakt zu mir selbst und zu meiner Umwelt. „Coaching ist eine Beziehung, in der Kontakt zu etwas Neuem entstehen kann“, gab er den Teilnehmern als Tagesmotto mit.

An diese Aussage knüpfte Dr. Wolfgang Looss nach einer kurzen Kaffeepause an und stellte die Frage in den Raum: „Wie kommt man dahin, eine solche Beziehungsfähigkeit zu entwickeln und damit letztlich ein guter Coach zu werden?“ In seinen Antwortideen würdigte er dabei sowohl den handwerklichen Teil von Coaching als auch den künstlerischen Aspekt, der eigenes erschafft und sich von den Sicherheit vermittelnden Tools und vorgegebenen Prozessen löst. „Richtungweisend ist der eigene Lernhunger – es gibt kein vorgegebenes perfektes Curriculum“, so sein Fazit.

Nach einer Mittagspause, die zum gegenseitigen Austausch mit freudig begrüßten Bekannten oder neuen Kontakten genutzt wurde, waren zwei Workshops im Angebot. Der Philosoph Dr. Thomas Stölzel lud ein, sich über Ideen zum „Zwischen“ in der Beziehung zwischen ich und du auszutauschen. Nach einigen anspruchsvoll-theoretischen Vorüberlegungen konnte in zwei praktischen Übungen die bewusste Beziehungsgestaltung über einen Fokus auf das „Zwischen“ erlebt werden – zunächst zwischen mir und einem Gegenstand, dann zwischen mir und meinem Gegenüber.

Auch im parallel dazu stattfindenden Workshop mit Dr. Christoph Schmidt-Lellek gab es einen anregend bunten Strauß an philosophischen Gedanken: Von den vier Ebenen des Wissens und dem sokratischen Dialog ging es über Martin Bubers dialogischem Prinzip hin zur postmodernen Philosophie mit dem Paradox der Anerkennung von Jessica Benjamin.

In der Abschlussdiskussion auf dem Podium mit Dr. Thomas Bachmann und Dr. Astrid Schreyögg wurden verschiedene Themen wie Augenhöhe im Coaching oder die Notwendigkeit von Standards mit großer Einigkeit erörtert. Eine Einigkeit, die sich durch die ganze Veranstaltung zog.

Dr. Thomas Bachmann selbst war mit dem sehr harmonischen Tag zufrieden: „Wir haben dieses Mal bewusst bei der Wahl der Referenten keine Polaritäten geschaffen, sondern auf Herzlichkeit gesetzt.“ Dieses Konzept ging auf und so war die allgemeine Atmosphäre eine von wohlwollender Einigkeit. Der ein oder andere mag die engagierten Diskussionen der letzten Veranstaltung vermisst haben, die meisten aber beurteilten die erlebte Harmonie als passend zur aktuellen Situation der Coaching-Branche. Oder mit den Worten von Thomas Bachmann: „Coaching läuft einfach gut.“ (Anne Haker)

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