Kritik an pferdegestütztem Coaching

Der NDR veröffentlichte einen Artikel zu pferdegestützten Coaching-Methoden, in dessen Rahmen Wirtschaftspsychologe Prof. Dr. Kanning Kritik an entsprechenden Angeboten äußerte.

In einem kürzlich veröffentlichten Online-Artikel berichtete der NDR über ein Praxis-Beispiel aus dem Bereich pferdegestütztes Coaching. Entsprechende Verfahren basieren darauf, Führungskräfte mittels einer besonderen Sensitivität von Pferden zu beruflichen Erkenntnissen bzw. verbesserten Führungskompetenzen zu verhelfen. Die Befürworter der Methode sehen in der Arbeit mit Pferden demnach einen für Coaching geeigneten Katalysator der Persönlichkeitsentwicklung. Prof. Dr. Uwe Peter Kanning, Wirtschaftspsychologe an der Hochschule Osnabrück und Experte für unseriöse Methoden der Personalarbeit, sieht dieses Konzept dem Artikel zufolge sehr skeptisch. Da „selbst der einfachste Mitarbeiter eines Unternehmens komplexer gestrickt sein dürfte als ein Pferd", so die Argumentation, sei bereits die Annahme, wer ein Pferd führen kann, könne auch Mitarbeiter führen, äußerst fragwürdig. Zudem belegten wissenschaftliche Erkenntnisse, dass der Faktor Persönlichkeit hinsichtlich Führungskompetenz nicht von entscheidender Bedeutung ist. Von Anbietern pferdegestützter Coachings angeführte, positive Referenzen wertet Prof. Kanning als Resultat der Vermeidung kognitiver Dissonanz seitens der Klienten, sprich des Unvermögens, sich den mangelhaften Nutzen eines mit Kosten verbundenen Coachings einzugestehen. (de)

Zum Artikel: