Forschungsprojekt der Universität Heidelberg sucht Unterstützung

29.01.2014

Welchen Beitrag leisten Tiere zur Wirkungsweise im Coaching? Die Universität Heidelberg forscht aktuell zur Wirkungsweise bei tiergestütztem Coaching und sucht noch Studien-Teilnehmer.

Tiergestützte Therapie – ob mit Delfin, Hund oder Pferd – ist den meisten Menschen bekannt. Auch Forschungen belegen hier verschiedenste positive Effekte. Der Einsatz von Tieren ist nicht mehr nur der Therapie vorbehalten, sondern findet vermehrt Einzug in das Feld des Coachings. Tiergestütztes Coaching oder im Speziellen pferdegestütztes Coaching für Führungskräfte ist bislang kaum erforscht, wird aber zunehmend angeboten. Dabei ist aus wissenschaftlicher Perspektive weitgehend unklar, welchen Beitrag Pferde zur Wirkungsweise im Coaching bieten können. Am häufigsten wird ihnen eine sog. „Türöffner-Funktion“ zugeschrieben, nach der sie die emotionale Selbstöffnung und das Einlassen auf den Therapeuten bzw. Coach erleichtern. Aus der dyadischen Beziehung wird so eine triadische. Daher sind Effekte auf die Beziehung zwischen Coach und Klient anzunehmen.

Aus diesem Grund untersucht eine aktuelle Studie des Instituts für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg die Wirkungsweise von Pferden im Coaching. Fokussiert wird dabei zunächst grundlegend die Kopplung zwischen Coach und Klient. Im zweiten Schritt wird analysiert, welchen Einfluss die Tiere auf diese Verbindung haben.

Zielsetzung
Das Ziel dieser wissenschaftlichen Untersuchung ist es, folgende Forschungsfragen zu beleuchten:

  • Auf welche Weise wird eine Synchronisation zwischen Coach und Klient realisiert?
  • Welche bewussten und unbewussten Prozesse spielen hier eine Rolle?
  • Welche Unterstützung leistet dabei die Ergänzung mit einem Pferd im Coaching?

Durch die Untersuchung dieser Fragen soll ein vertieftes Verständnis spezifischer Wirkprozesse im Coaching, aber auch eine Einschätzung über die Zukunftsfähigkeit pferdgestützten Coachings erreicht werden.

Teilnahme und Nutzen
Für das Forschungsprojekt werden Coaches (m/w) gesucht, die bereit sind auch ihre Klienten (vorzugsweise Führungskräfte oder Projektleiter) in die Studie einzubinden, sodass jeweils die Paarungen Coach-Klient untersucht werden können.

In Bezug auf die praktische Ausrichtung der Coaches ist es wichtig, dass sie über eine professionelle Weiterbildung sowohl im tiergestützten Bereich als auch im Coaching generell verfügen (unabhängig der Beratungsschule). Sie sollten Coaching als Prozessbegleitung verstehen, wobei der Klient eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ erhält. Einige Sitzungen des Coaching-Prozesses werden dabei mit Pferd(en) (als eine mögliche Intervention) unterstützt.

Teilnehmende Coaches und Klienten werden gebeten, ihren laufenden Coaching-Prozess mit Hilfe von Kurzfragebögen nach den Sitzungen zu reflektieren (Dauer je zehn Minuten) und nach Abschluss des gesamten Coaching-Prozesses an einem Interview teilzunehmen (Dauer je zwei Stunden). Dabei werden u.a. zuvor auf Video aufgenommene Sitzungsausschnitte reflektiert. So wird die Reflexion über den Coaching-Prozess nochmals für Coach und Klient vertieft. Außerdem wird die Grundlagenforschung im Coaching unterstützt und die teilnehmenden Coaches können die Studienteilnahme zu persönlichen Marketingzwecken bewerben.

Die Datenanalyse erfolgt selbstverständlich anonymisiert, sodass aus keinen Daten Rückschlüsse auf eine Person gezogen werden können. Die Auswertung erfolgt anonymisiert und ausschließlich an der Universität Heidelberg.

Anmeldung
Eine Anmeldung zur Studienteilnahme kann von Januar 2014 bis Juli 2014 erfolgen. In diesem Zeitraum sollte der Coaching-Prozess beginnen und wenn möglich auch abschließen. (Johanna Friesenhahn)

Bei Interesse wenden Sie sich per E-Mail an Johanna Friesenhahn unter friesenhahn@ibw.uni-heidelberg.de.

Coaching-Newsletter

Sie möchten regelmäßig über Neuigkeiten der Coaching-Branche informiert werden? Dann abonnieren Sie den kostenlosen Coaching-Newsletter, der monatlich über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen im Coaching berichtet.