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Chris Argyris verstorben

02.12.2013

Im November dieses Jahres verstarb der emeritierte Harvard-Professor für Erziehungswissenschaften und Organisationsverhalten, Chris Argyris. Er gilt als Mitbegründer der Organisationsentwicklung.

Am 16. November 2013 verstarb der Psychologe und Wirtschaftswissenschaftler Chris Argyris im Alter von 90 Jahren. Argyris lehrte und forschte 20 Jahre als Professor für Verwaltungswissenschaften an der Yale University (1951–1957), bevor er einen Ruf der Harvard University annahm. Dort hatte er bis zu seiner Emeritierung eine Professur für Erziehungswissenschaften und Organisationsverhalten inne. Argyris gilt neben Edgar Schein (*1928), Warren Bennis (*1925) und Dick Beckhard (1928–1999) als Mitbegründer der Organisationsentwicklung. Zusammen mit dem Philosophen Donald Schön (1930–1997) entwickelte er Grundsätze der „Lernenden Organisation“. Deren gemeinsame Arbeit stellt eine Pionierleistung für den in den Sozialwissenschaften angesiedelten Bereich des „Organisationalen Lernens“ dar.

Als studierter Psychologe und Wirtschaftswissenschaftler beschäftigte sich Argyris früh mit der Frage, welchen gegenseitigen Einfluss Mitarbeiter- und Organisationsentwicklung aufeinander ausüben. Seine ersten Forschungen dazu mündeten in dem 1957 veröffentlichten Buch „Personality and Organization“, in dem er Wertemuster traditionell-hierarchischer Organisationen mit denen eher flach-hierarchisierten Unternehmen gegenüberstellt. Sein Fokus galt von Anfang an den Menschen und sozial-kommunikativen Beziehungen in Unternehmen und deren Auswirkungen auf Strukturen, Prozesse, Kommunikationswege und Unternehmenserfolge. Den Erfolg eines Unternehmens stellte er in direkter Verbindung mit dessen Individuen und deren Fähigkeit zu lernen. Prägend für sein Lebenswerk sollte die gemeinsame Arbeit mit dem Harvard-Philosophen Donald Schön sein, mit dem zusammen er Lernprozesse erforschte. Ihren Betrachtungen folgend entsteht der Begriff der „Lernenden Organisation“. Sie entwickeln eine Lerntheorie für Individuen und Organisationen und gelten damit als Vordenker des heute weit verbreiteten Wissensgebiets „Organisationales Lernen“.

Argyris veröffentlichte über 30 Bücher und 150 Artikel und erhielt zahlreiche Auszeichnungen sowie mehrere Ehrendoktortitel. (aw)

Zum Weiterlesen:
2005 veröffentlichte managerSeminare einen Artikel über Chris Argyris in der Serie „Management-Vordenker“ (Heft 93, S. 24-26). Dieser kann unter www.managerseminare.de/ms_Artikel/Chris-Argyris-in-der-Serie-Management-Vordenker-Der-Vater-der,148673 kostenfrei heruntergeladen werden.

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