Teamarbeit

04.11.2011

Studie: Frauen und Männer haben verschiedene Präferenzen.

Im Job setzen Frauen häufiger auf Kooperation, während Männer bevorzugt als „Einzelkämpfer“ ihr Geld verdienen. Das bestätigt jetzt ein Verhaltensexperiment, dessen Ergebnisse das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht hat. Demnach entscheiden sich Männer oft nur dann freiwillig für Teamarbeit, wenn sie daraus einen konkreten materiellen Vorteil erzielen können.

Im Rahmen des Laborexperiments ließen Verhaltensökonomen an der Universität Lyon 174 männliche und weibliche Probanden gegen Bezahlung verschiedene Aufgaben lösen. Im Versuchsverlauf konnten die Teilnehmer wählen, ob sie nach Einzel- oder Teamleistung entlohnt werden wollten. Während sich insbesondere die leistungsfähigen Männer für die Einzelarbeit entschieden, wählten die Frauen – unabhängig vom eigenen Leistungsniveau – bevorzugt die Teamvariante. Dafür nennen die Forscher drei Gründe:

  1. Frauen schätzen die Leistung ihrer Mitstreiter weniger pessimistisch ein als Männer.
  2. Männer sind empfänglicher für materielle Anreize: War der im Team erzielbare Stücklohn nur geringfügig höher, entschieden sie sich im gleichen Maße für Teamarbeit wie Frauen.
  3. Frauen legen mehr Wert auf soziale Aspekte des Arbeitens, etwa das faire Teilen des gemeinsam erwirtschafteten Gewinns.

„Um das weibliche Erwerbspotenzial besser ausschöpfen zu können, ist es wichtig zu erforschen, welche Arbeitsformen und Lohnmechanismen für Frauen besonders attraktiv sind“, erklären die Autoren, Peter Kuhn und Marie Claire Villeval, zum Hintergrund ihrer Studie. In den Ergebnissen sehen sie allerdings ein potenzielles Dilemma für die Personalpolitik: „Wenn der Arbeitgeber ein kooperatives Arbeitsumfeld mit teambasierter Entlohnung schafft, könnte das auf männliche Leistungsträger eher abschreckend wirken.“ (tw)

Weitere Informationen:
www.ftp.iza.org/dp5999.pdf

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