Burn-out: Stresskompetenz bei den Führungskräften ausbilden

27.04.2011

Interview mit Coach Horst Kraemer in der aktuellen Ausgabe von managerSeminare.

Einer der Kernsätze Kraemers, auf sein Buch „Soforthilfe bei Stress und Burnout“ angesprochen: Gerade einmal die Hälfte der wegen Burn-out stationär behandelten Menschen schaffe wieder einen beruflichen Einstieg. Das sei bedauerlich, so Coach Horst Kraemer im Interview mit Petra Walther in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „managerSeminare“, denn es gehe deutlich besser. Als Gründe für die schlechte Ergebnisquote nennt der Coach und Entwickler der Methode Neuroimagination:

  1. Erschöpfte Manager würden zu Patienten gemacht, so systematisch als krank entmündigt und damit zusätzlich geschwächt. Doch die Machereigenschaften der Manager seien eine zentrale Ressource.
  2. Die biologische Hauptursache vom Burn-out, der überfüllte Stressspeicher, werde in klassischen Therapieeinrichtungen wenig, meist gar nicht berücksichtigt. Der Ansatz daran sei aber der zentrale Schritt zur Wiedererlangung der Kräfte.
  3. Es werde suggeriert, dass Erholung zu Vitalisierung führe. Dem sei aber nicht so, wenn der Stressspeicher weiter überfüllt sei.
  4. Gruppentherapien belasten zusätzlich, statt zu helfen. Eine maßgeschneiderte individuelle Arbeit im Coaching sei zielführender.

Kraemer appelliert an die Unternehmen, den Burn-out nicht als Privatsache abzutun: „Die Unternehmen müssen einsehen, dass immer höhere Ansprüche an die Beschäftigten auf Dauer zu immer geringerem Output führen“. Dies sei schon auf der Hand liegender Eigennutz: „Unternehmen, die diesen Kulturwandel nicht schaffen, werden verlieren: nicht nur ihre Mitarbeitenden, sondern auch ihre Marktstellung“. (tw)

Weitere Informationen:
www.managerseminare.de
www.coaching-magazin.de/archiv/2011/rauen_coaching-magazin_2011-01.pdf

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