Wenn sich Mars und Venus treffen

DGSv-Studie: Was unterscheidet Beratung in Wirtschaftsunternehmen und sozialen Organisationen?

Im Auftrage der Deutschen Gesellschaft für Supervision (DGSv) wurden im Sommer 2010 insgesamt 815 sozialwirtschaftliche Organisationen (Rücklaufquote: 27%) und 595 gewerbliche Unternehmen (Rücklaufquote: 15,3%) in Berlin zum praktischen Einsatz von Supervision, Coaching und Teamentwicklung befragt. Der Fragebogen basierte auf einer bereits bei der Vorläuferstudie in Unterfranken 2008 eingesetzten Fassung, die lediglich geringfügig modifiziert wurde. Die Befragung wurde durch in Berlin tätige Berater initiiert, durch das Bamberger Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut Modus durchgeführt und durch Professorin Dr. Doris Rosenkranz (Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt) wissenschaftlich begleitet.

Der kulturelle Unterschied besteht nach wie vor, so das Fazit der Initiatoren: Gewerbliche Unternehmen und sozialwirtschaftliche Organisationen folgen auch in ihrer Beratungspraxis verschiedenen Zielen, nehmen verschiedene Orientierungen ein und handeln verschieden. Einige ausgewählte Ergebnisse:

  • Beratungsanlässe: Als wichtigster konkreter Anlass für Supervision wurde von den Non-Profit-Organisationen zu mehr als 59 Prozent Supervision „als fester Bestandteil der Konzeption“ genannt. Von den Profit-Unternehmen wurde zu etwa 73 Prozent die Weiterqualifikation der Mitarbeiter, gefolgt von der Unterstützung der Unternehmensentwicklung mit 48 Prozent genannt.
  • Beratungsziele: Als wichtigstes Ziel der Supervision wurde von Non-Profit-Organisationen zu 61 Prozent die „Kompetenzverbesserung in der Arbeit mit den Klienten“ angegeben. Als wichtigstes Ziel der Supervision in Profit-Organisationen wurden zu 48 Prozent die „Entwicklung von Führungskompetenz“ angegeben.
  • Auftragsvolumen: Neun Prozent der Non-Profit-Organisationen haben ein Budget für Supervision von bis zu 1.000 Euro pro Jahr. Weitere 27 Prozent geben zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Jahr für Supervision aus. 37 Prozent der Unternehmen geben pro Jahr für Coaching und andere Beratungsformate bis zu 1.000 Euro aus. Weitere 16,5 Prozent geben zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Jahr für Supervision aus.
  • Qualitätssicherung: Die Non-Profit-Organisationen geben als Erfolgskriterium an, wenn „die Mitarbeiter eine Verbesserung der Zusammenarbeit erkennen“ (96%). Die meisten Unternehmen geben als Erfolgskriterium an, wenn „die Führung eine Verbesserung der Zusammenarbeit erkennt“ (44%).

(tw)

Weitere Informationen:
www.dgsv.de
www.modus-bamberg.de