Todsünde Nr.1: Respektlosigkeit von Chefs

Es ist gar nicht schwer, Mitarbeiter maximal zu frustrieren und in Folge herbe Produktivitätsverluste zu kassieren.

Christine Porath und Christine Pearson, Management-Professorinnen an der University of Southern California in Los Angeles sowie der Thunderbird School of Global Management in Glendale, Arizona, fanden schon 1998 bei einer ersten Umfrage heraus, dass 25 Prozent der Angestellten sich mindestens einmal pro Woche ungehörig behandelt fühlten. Diese Zahl hatte sich 2005 schon annähernd verdoppelt. „Von allen rund 9.000 Beschäftigten, mit denen Porath und Pearson im Laufe ihrer Studien eingehende Interviews führten, waren 96 Prozent selbst schon einmal rüde angegangen worden. Und 99 Prozent hatten beobachtet, wie andere es mit rüpelnden, diskriminierenden oder einfach nur unhöflichen Chefs zu tun bekommen hatten“, bringt Frank Ochmann in seinem Beitrag für die Online-Ausgabe des „stern“ eine heikle Sache auf den Punkt.

Zwar spielen die Verursacher ihr rüdes Verhalten üblicherweise herunter, doch ihr Verhalten hat schwerwiegende Folgen, wie die Forschungsarbeiten von Pearson und Porath zeigen: Kaum etwas ist so belastend für Menschen wie die Erfahrung von Respektlosigkeit. 94 Prozent der Beleidigten rächen sich direkt an denen, die ihnen unhöflich oder sonst wie grob begegneten, 88 Prozent schädigen als Vergeltung das Unternehmen, in dem sie schlecht behandelt wurden.

Und das ist noch lange nicht alles, was sich die Gedemütigten einfallen lassen: Zumeist still, aber wirkungsvoll, schlägt ein und derselbe Angestellte womöglich gleich auf mehrfache Weise zurück. Und wird ein unhöflicher oder gar respektloser Umgangsstil im Unternehmen gar dominierend üblich, sind die Folgen verheerend – wie Ochmann weiter ausführt. (tw)

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www.stern.de/wissen/mensch/kopfwelten-ruepelnde-chefs-kosten-millionen-1585102.html