Kultur im Coaching

Was genau tun sogenannte interkulturelle Coachs?

Coach Gesa Krämer (concilia cct, Frankfurt) hat Fragen zur Rolle der Kultur im Coaching 50 Coachs der International Coaching Federation (ICF) aus verschiedenen Ländern vorgelegt. 32 Personen haben geantwortet. Es wurde in der Befragung keine Definition von Coaching oder Kultur vorgegeben. Die Ergebnisse wurden in „mondial. Journal für interkulturelle Perspektiven“ 2/10 veröffentlicht. Hier einige Kernpunkte:

  • Unterschiedliche Coaching- und Kulturdefinitionen: Fast alle Befragten beziehen sich auf eine Vorstellung von Kultur als Landeskultur. Sie betonen dabei den statischen Kern, identifizieren die Unterschiede mit nationalstaatlichen Grenzen und erleben die Menschen als Träger von Kultur mit spezifischen Werten und Prägungen.
  • Kulturspezifische Prozessgestaltung und Interventionen: Die in der Coaching-Ausbildung gelernten (meist amerikanischen) Standards zu zeitlichen Horizonten, Rhythmen und Dauer der Coaching werden landeskulturell und individuell abgewandelt.
  • Kompetenzanforderungen für Coachs: Hinsichtlich der (kulturspezifischen) Kompetenzanforderungen an die Coachs gehen die Meinungen weit auseinander. Viele Coachs empfinden die sprachlichen Herausforderungen insgesamt eher als förderlich für den Coaching-Prozess.
  • Individuelle Wege im Umgang mit Kultur im Coaching: Viele der befragten Coachs arbeiten mit körperlichen Bezügen und erstellen damit eine Art universelle Begegnungsfolie, die sie mit kulturspezifischem Wissen, eigenen Erfahrungen und den klassischen Deutungsmodellen aus den verschiedenen psychotherapeutischen oder zum Teil auch aus verschiedenen Glaubensrichtungen anreichern.

„Wir professionell arbeitenden Coachs benötigen dringend gründliche und systematische eigene Reflexionen, Definitionen und methodische Präzision zum Umgang mit Kultur im Coaching“, zieht Gesa Krämer als Fazit. (tw)

Weitere Informationen:
www.sietar-deutschland.de/publikationen/journal-mondial