ICF European Coaching Conference

Vom 17. bis 19. Juni 2010 trafen sich in Paris über 550 Teilnehmer aus 38 Ländern.

Die Konferenz haben nicht nur Europäer, sondern auch Teilnehmer aus Ländern wie Südafrika, Brasilien, China oder dem Iran besucht. Diese Diversität ist für viele einer der Haupt-Attraktoren der ICF-Konferenzen, hat man doch Gelegenheit, weit über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, interessante Menschen kennen zu lernen und Kontakte zu knüpfen.

Zum Thema der Konferenz: „Kunst, Wissenschaft und Coaching – für eine nachhaltige und dynamische Entwicklung in der Welt“ hatte man diesmal nicht typische Vertreter der Profession eingeladen, sondern Künstler, Wissenschaftler und Philosophen als Inspirationsquellen und Dialogpartner. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der großen Anklang fand.

Bereits am Eröffnungstag brillierte Ervin Laszlo, Gründer und Präsident des Club of Budapest, mit seiner eindringlichen Keynote-Speech zur Lage des „Spaceship Earth“ und seiner Vision einer Wende im Denken in Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit („Worldshift 2012“). Highlight am zweiten Tag war der Vortrag des irischen Poeten und Autors David Whyte zum Thema „The Art and Science of Courageous Conversations“ – mit seinen Gedanken zur Frage, warum es so schwierig ist, ehrliche, aufrichtige Gespräche zu führen. Seine Erkenntnis: Mutige Gespräche und wahre Erkenntnisse gibt es nur, wenn man sich verletzlich zeigt und sich nicht versteckt. Am Nachmittag folgten dann sechs parallele Workshops zu ganz unterschiedlichen Themen – vom Philosophen Guillaume Caunegre („Conscious Development of Opportunity“) über das Künstlerpaar Angie Hiesl und Roland Kaiser („Exploring Visions of the Future“) bis hin zum Astro-Physiker Trinh Xuan Thuan („Man´s Place in the Universe“).

Am dritten Tag gab es zum Abschluss einen großen Open Space-Workshop, wo man Gelegenheit hatte, die Themen zu vertiefen oder eigene Themen zu platzieren. So gab es schnell über 50 Gruppen, in denen sich Interessierte zusammen fanden und angeregt diskutierten – oft auch gleich Ideen und Lösungsansätze entwickelten. Bei der Fülle an Themen wurde natürlich einiges geboten – fast alle Räume des größten Pariser Konferenzzentrums waren mit engagiert diskutierenden Teilnehmern belegt, schnell waren neue Kontakte geknüpft und Interessengruppen gebildet. Viele davon verabredeten sich, in Kontakt zu bleiben, um die Themen und Konzepte nach der Konferenz weiter zu entwickeln.

Insgesamt herrschte eine gute Stimmung, die meisten der anwesenden Coachs schienen mit ihrer Auftragslage zufrieden. Manche berichteten sogar von deutlich gestiegenen Auftragsvolumina. Wenn man sich dann mal genauer anschaut, was die einzelnen machen und wie sie auftreten, werden aus meiner Sicht drei Erfolgskriterien deutlich. Man sollte:

  •  einen klaren Arbeitsschwerpunkt haben, dazu
  •  gute Referenzen und Qualifikationen vorweisen können und
  •  in einem vorzeigbaren (Mehrpersonen-) Unternehmen, Verbund oder Netzwerk arbeiten.

Denn Einzelkämpfer sind nach meiner Beobachtung unter den erfolgreichen Coachs höchst selten. Kein Wunder, denn selbst der export-orientierte deutsche Mittelstand (von den Großunternehmen ganz zu schweigen) denkt schon lange international und ist vernetztes Arbeiten gewohnt. Dazu kommt der Wunsch nach „Experten“ für bestimmte Coaching-Anlässe. Und klar ist, dass eine Person nicht für alle diese Themen kompetent sein kann. Gesucht sind daher „One-Stop-Shops“, also Dienstleister, die unter einem Dach alle wichtigen Themen (mit verschiedenen Personen) bedienen können. (Marius Hansa)

Weitere Informationen:
www.eccparis2010.com