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Altersdiskriminierung?

18.08.2010

Studie: Ältere Mitarbeiter fühlen sich weniger wertgeschätzt.

Ältere Arbeitnehmer seien unmotiviert, lautet ein weit verbreitetes Vorurteil in Deutschland, mit dem es sich die Unternehmen fatalerweise zu leicht machen. Dr. Tanja Rabl, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Universität Bayreuth, kommt in ihrer Studie zu einem anderen Ergebnis: Das Lebensalter von Arbeitnehmern steht in keinem bedeutsamen Zusammenhang mit ihrer Motivation, im Unternehmen tatkräftig mitzuarbeiten. Älter zu sein, ist – für sich genommen – keine Ursache dafür, dass die Leistungsbereitschaft nachlässt und der Wille zum Erfolg erlahmt.

Allerdings lässt sich ein indirekter Zusammenhang zwischen Lebensalter und Motivation nachweisen: Wenn ältere Arbeitnehmer im Firmenalltag wiederholt erleben, dass sie allein wegen ihres Alters benachteiligt oder gering geschätzt werden, verfestigt sich der Eindruck, dass die Unternehmensleitung ihrer Arbeit wenig Rückhalt und Verständnis entgegenbringt. So wächst die Neigung, Misserfolge eigener Initiativen für wahrscheinlich zu halten und zu fürchten. Dies, und nicht allein das Lebensalter, kann den leistungsorientierten Einsatz für das Unternehmen schwächen. Das Vorurteil, dass ältere Arbeitnehmer unmotiviert seien, wird dann zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

„Nachhaltige Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung sind daher ein nicht zu unterschätzendes Instrument, mit dem Unternehmen ihre Position im Wettbewerb verbessern können“, so Dr. Rabl. Im Rahmen ihrer Studie hat Dr. Tanja Rabl, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Personalwesen und Führungslehre, rund 1.250 Arbeitnehmer in sechs großen Unternehmen in Deutschland aus sehr verschiedenartigen Branchen befragt. Die Zeitschrift „Personnel Review“ hat die Ergebnisse der Studie in ihrer jüngsten Ausgabe veröffentlicht. (tw)

Weitere Informationen:
www.emeraldinsight.com/journals.htm?articleid=1864278&show=abstract

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