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"Verordnetes" Coaching

06.11.2009

Fallstudie von Martin Reissmann und Maren Fischer-Epe in der Ausgabe 11-12/09 der Zeitschrift "wirtschaft+weiterbildung".

Bestseller-Autorin Maren Fischer-Epe greift ein „heißes Eisen“ auf: Darf man Coaching „verordnen“? Ja, lautet ihre Antwort, Coaching eignet sich „durchaus als flächendeckende, wirksame und nachhaltige Implementierungsmethode, die Personal-, Team- und Organisationsentwicklung intensiv voranbringen kann“.

Im anonymisierten Fallbeispiel eines Finanzdienstleister soll die unterste Führungsebene die angestellten Verkäufer im Sinne der veränderten Anforderungen (Wechsel vom Produkt- zum Qualitätsvertrieb) führen und vorhandene Teampotenziale besser nutzen als bisher. Im Kern geht es um ein grundlegend verändertes Rollen- und Führungsverständnis, verbunden mit zum Teil erheblichen Einstellungs- und Verhaltensänderungen – vom „Ober-Verkäufer zum Team-Coach“.

Mithilfe eines kombinierten Veränderungsprozesses, der persönliches Training, Coaching und Teamentwicklung miteinander verbindet, soll jede Führungskraft an sechs Coaching-Tagen mit der nächsthöheren Führungskraft oder alternativ mit einem externen Coach persönliche Lösungen zur Umsetzung der vier Kernanforderungen erarbeiten. So sollen die Coachings beispielsweise dabei helfen, Standards für wöchentliche Team-Meetings verbindlich einzuführen und dabei auftauchende Konflikte und Schwierigkeiten zu meistern. Im Projekt waren neben den Auftraggebern mehrere Unternehmensberater und über 30 externe Coaches engagiert. Innerhalb eines halben Jahres wurden etwa 1.800 Coaching-Tage durchgeführt.

Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass es sich beim Projekt um eine Beratungshybridform handelt, bei der Coaching ein Element unter anderen darstellt. Der festgestellt Tabubruch „verordnetes Coaching“ erscheint so als etwas aufgebauscht. (tw)

Weitere Informationen:
www.wirtschaftundweiterbildung.de

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