Protestantische Ethik: Da irrte Max Weber

25.02.2009

Forscher: Nicht Fleiß, sondern Bildung macht den Unterschied.

Der wichtigste Erklärungsfaktor für den Wirtschaftserfolg der Protestanten liegt nicht in härterem Arbeiten oder stärkerem Sparen, sondern in besserer Bildung, fanden Forscher um den Münchener Bildungsökonom Professor Dr. Ludger Wössmann, heraus. Was Weber behauptete, konnten die Forscher nun bestätigen: Überwiegend protestantische Kreise hatten in den 1880er Jahren höhere Einkommen und waren stärker in modernen Wirtschaftssektoren tätig als überwiegend katholische Kreise. Der Beweis ließ sich dank umfassender Volkszählungen, deren Ergebnisse bis heute für die rund 450 preußischen Kreise in Archiven schlummern, und moderner Computertechnik führen, offenbart Wössmann in einer Veröffentlichung des „Kölner Stadtanzeigers“.

Doch der Grund hierfür liegt nicht in der konfessionellen Tugend, dass der Protestant geiziger wäre und harter arbeitet als der Katholik. Letzterem wäre alles gleichgültig, da er ja Verfehlungen beichten könne. Sondern in der Bildung. Luther hat nicht nur die Bibel ins Deutsche übersetzt, sondern auch ganz explizit die Errichtung und den Besuch von Schulen gepredigt. Die Protestanten profitierten also schon früh von ihrer Bildung. „Unsere Analysen der preußischen Daten, die im Mai im renommierten, von der Harvard University herausgegebenen Quarterly Journal of Economics erscheinen, belegen, dass protestantische Gegenden wesentlich höhere Schulbesuchs- und Alphabethisierungs-Quoten aufweisen konnten. Der Bildungsvorsprung der Protestanten ist so groß, dass er für ihren gesamten wirtschaftlichen Vorsprung im ausgehenden 19. Jahrhundert verantwortlich sein dürfte“, so Wössmann. (tw)

Weitere Informationen:
www.ksta.de/html/artikel/1233584077110.shtml
http://www.edu.vwl.uni-muenchen.de/index.html

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