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Einstellungschancen für Ältere bleiben schlecht

23.01.2009

IAQ: Mit jedem zusätzlichen Lebensjahr finden weniger Menschen einen neuen Job.

Die Einstellungschancen Älterer haben sich trotz steigender Alterserwerbstätigkeit nicht verbessert. Bei Neueinstellungen ist nur jeder Zehnte über 50 Jahre alt, während der Beschäftigungsanteil dieser Altersgruppe bei 22 Prozent liegt. Das zeigen aktuelle Ergebnisse des Altersübergangs-Monitors. Das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen untersucht hierbei im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung und des Forschungsnetzwerks Alterssicherung den Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand.

Von 2002 bis 2006 wurden pro Jahr zwischen 600.000 und 700.000 Personen zwischen 50 und 64 Jahren in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung eingestellt, wie die Statistik der Bundesagentur für Arbeit ausweist. Mit jedem zusätzlichen Lebensjahr finden allerdings weniger Menschen einen neuen Job: Waren es 2006 bei den 50-Jährigen noch fast 100.000 Personen, so schafften es bei den 55-Jährigen nur 68.000, bei den 59-Jährigen nur ca. 25.000 Personen. Besonders wenige Neueinstellungen über 60 sind in Ostdeutschland und bei Frauen zu verzeichnen. Nach Einschätzung des IAQ-Wissenschaftlers Dr. Martin Brussig „wechseln viele Menschen ohne Beschäftigung bereits in diesem Alter in Altersrente, statt nochmals eine Beschäftigung aufzunehmen“.

Die Eintrittsrate der Älteren – die Neueinstellungen bezogen auf die Zahl der Beschäftigten in der Altersgruppe – beträgt nur knapp 60 Prozent der Eintrittsrate der 30- bis 49-Jährigen. „Trotz stark steigender Anteile von Älteren an den Beschäftigten hat sich die Altersungleichheit bei Neueinstellungen bundesweit nicht verringert; in Ostdeutschland hat sie sogar stark zugenommen“, stellt Dr. Martin Brussig fest.

Lediglich bei Niedrigqualifizierten und in jenen Branchen, die generell eine hohe Fluktuation aufweisen, sind die Eintrittsraten der Älteren hoch. Dazu zählen insbesondere die Bauwirtschaft, Dienstleistungen für Unternehmen und das Gastgewerbe. (tw)

Weitere Informationen:
www.iaq.uni-due.de/auem-report/2009/2009-01/auem2009-01.pdf

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