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Niemand ändert sich auf Kommando

26.01.2008

Wie schaffe ich es, andere so zu verändern, dass sie tun, was ich von ihnen will? Und: Warum ist es so schwierig, sich selbst zu ändern? Der renommierte Neurobiologe Gerhard Roth im aktuellen Interview mit managerSeminare.

„Niemand ändert sich, nur weil er sich das Kommando gibt ‚Ändere Dich!‘ Das wird zwar von Philosophen, Dichtern und Motivationstrainern beschworen, klappt aber nicht.“ Denn das unbewusste Emotionale entscheidet in letzter Instanz. Es ist für den renommierten Bremer Hirnforscher, Verhaltensphysiologen und Entwicklungsneurobiologen sozusagen die psychische Grundausstattung des Menschen, seine Persönlichkeit. Und „der Mensch kann per definitionem nicht bewusstseinsmäßig in das Unbewusste eindringen. Ganz einfach deshalb, weil das bewusste Ich die ‚Originalsprache‘ der limbischen, außerhalb unserer Großhirnrinde liegenden Zentren nicht versteht. Es braucht einen Übersetzer.“ Dummerweise geht kein Weg am Übersetzer Vorbewusstsein vorbei, so Roth. „Und wir werden niemals wissen, ob er die Wahrheit sagt oder uns hinters Licht führt.“

Andererseits ist es mit dem Ändern Anderer eben ähnlich schwierig: „Die meisten Menschen wollen weitermachen wie bisher“, konstatiert Roth, „und zwar erstaunlicherweise auch dann, wenn ihnen eine Veränderung durchaus Vorteile bringen würde.“ Die ganzen Motivationsappelle, so Roth, prallen von dem Menschen ab. Man muss Ihnen schon ganz anders kommen, zeigt er auf: als ernsthaftes Vorbild und feinfühliger Zuhörer. (tw)

Weitere Informationen:
www.managerseminare.de

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