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Hypnose und Coaching

28.02.2008

Hypnotherapeutischen Verfahrensweisen begegnen potenzielle Coaching-Klienten immer noch mit Vorbehalten. Ein Beitrag in der Zeitschrift „managerSeminare“ (3/08) bemüht sich um Aufklärung.

Viele potenzielle Coaching-Kunden fühlen sich durch die Intransparenz des Beratermarktes verunsichert. Lesen sie dann auch noch etwas von „hypnotherapeutischen Interventionen“ im Leistungskatalog eines Anbieters, ist die Irritation komplett. Sie denken an Manipulation oder Scharlatanerie. Beratungs- oder Ausbildungsangeboten, in denen mit hypnotherapeutischen Verfahrensweisen gearbeitet wird, begegnen potenzielle Klienten deshalb mit Vorbehalten. Nichtsdestotrotz ist in vielen Leistungsbeschreibungen von Coachs und Coaching-Ausbildern heute die Rede von Hypnose. Allein bei Google lassen sich unter der Wortverbindung „Hypnose-Coaching“ 22.400 Einträge finden, berichtet die Autorin Sylvia Jumpertz im März-Heft der Zeitschrift „managerSeminare“.

Die gängigen Vorstellungen über Hypnose stimmen allerdings kaum mit der Realität überein. Vor allem das, was Berater tun, wenn sie im Kontext des Business-Coachings mit Hypnose arbeiten, hat nur sehr entfernt etwas mit dem zu tun, was sich allgemein in den Köpfen von Führungskräften und Trainern als Vorstellung über Hypnose hält. „Leider aber wird mit den Begrifflichkeiten laienhaft umgegangen. Vieles wird durcheinander gebracht“, beobachtet Anne M. Lang, Psychologin und Leiterin des Fortbildungsinstituts der Milton Erickson Gesellschaft (M.E.G.) in Bonn.

Neben Anne Lang und ihrem als Autor und Vortragendem weit bekannten Heidelberger M.E.G.-Kollegen, Dr. Gunther Schmidt, kommt auch Coach Ulrich Dehner von den Konstanzer Seminaren sowie weitere Stimmen im Beitrag zu Wort. Vor allem die zuerst Genannten räumen mit den gängigen Vorurteilen gegenüber Trance, Suggestion und Hypnose auf und lenken den Blick auf eine seriöse und fundierte Betrachtung. Dass nämlich hypnotische Techniken keine Zauberei sind, sondern eine Möglichkeit eröffnen, an Themen zu arbeiten, bei denen man rein kognitiv-verstandesmäßig nicht weiter kommt. Gunther Schmidt: „Der Klient soll seine Lösungen selbst suchen und finden. Der Coach hilft ihm dabei, an seine unbewusste Ebene heranzukommen.“

Allerdings will der Einsatz hypnotischer Techniken gekonnt sein. Doch sind weder der Coach- noch der Hypnose-Begriff geschützt. Anne M. Lang: „Hypnose ist ein sehr mächtiges Kommunikations- und Heilinstrument, das durchaus beeinflussend ist. Ob es hilfreich ist, hängt von einer fundierten Ausbildung des Hypnotiseurs ab.“ Deshalb warnt sie vor dem laienhaften Einsatz dieser Techniken: „Das Problem ergibt sich daraus, dass Laien kaum oder nur oberflächlich Ahnung von den Veränderungstheorien haben, die hinter den Interventionen stecken.“

Bemerkenswert am Beitrag ist, dass er zwar von etlichen NLP-Anzeigen umrahmt wird, im Text selbst auf das Neurolinguistische Programmieren aber gar nicht eingegangen wird. Hypnotherapeutische Techniken werden bekanntermaßen auch im NLP gelehrt. Vorbehalte des Publikums dem Einsatz solcher Methoden gegenüber ließen sich leicht auch als „Risiken und Nebenwirkungen“ allzu forscher Praxis von nicht gründlich genug ausgebildeten oder Größenfantasien erlegenen Laien deuten. (tw)

Weitere Informationen:
www.managerseminare.de
 

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