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Frauen verdienen brutto durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer

05.03.2008

Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern je nach Beruf zwischen 84 und 825 Euro im Monat.

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen liegt rund 23 Prozent unter dem der Männer. Jüngere Frauen weisen einen geringeren Einkommensabstand auf. Je älter die Beschäftigten, umso größer fällt der Einkommensrückstand der Frauen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage, die vom WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird und einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 180 Berufen bietet.

Die Auswertung, die auf rund 63.000 Fragebögen basiert, kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Frauen im Alter bis zu 24 Jahren verdienen 7,8 Prozent weniger als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen.
  • Bei der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren wächst die Differenz bereits auf 17,5 Prozent.
  • Frauen zwischen 35 und 55 Jahren liegen rund 22 Prozent hinter den Männern zurück.
  • Am größten ist der Abstand zwischen Frauen und Männern mit 26,7 Prozent in der Altersgruppe ab 55 Jahren.

"Die Zahlen zeigen: Die Frauen holen auf, aber von einem Einkommensgleichstand kann auch bei den jüngeren Frauen noch nicht die Rede sein" sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Dr. Reinhard Bispinck. Dafür gibt es mehrere Gründe: Junge Frauen verfügen im Schnitt über ein deutlich höheres Qualifikationsniveau, Nachteile durch erziehungsbedingte Berufsunterbrechung fallen (noch) nicht ins Gewicht. Bei älteren Frauen wirken sich hingegen Karrierenachteile gegenüber ihren männlichen Kollegen stärker aus. Und noch immer gilt: Frauen bekommen für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer.

Weitere Ergebnisse der Analyse: Im Osten fällt der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern mit 17,2 Prozent geringer aus als im Westen mit 22,4 Prozent. Je nach Beruf variieren die Einkommensabstände zwischen 84 und 825 Euro.

An der Online-Befragung zu den Einkommens- und Arbeitsbedingungen können sich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beteiligen. Es handelt sich nicht um eine repräsentative Befragung. Die große Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern gewährleistet jedoch verlässliche Orientierungsgrößen. (tw)

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