Gesundheits-Coaching für Betriebsinhaber im Handwerk

Eine durchweg positive Bilanz konnte nun das Bochumer Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. bezüglich seines Coaching-Programms für Betriebsinhaber im Handwerk ziehen. Alle Teilnehmer berichteten von eindeutigen Veränderungen in ihrem Lebens- und Arbeitsalltag – von der Ernährungsumstellung bis hin zu regelmäßig stattfindenden Feedback-Gesprächsrunden mit den Mitarbeitern.

Die enorme zeitliche Belastung führt oftmals dazu, dass die eigene Gesundheit im Alltag von Betriebsinhabern des Handwerks zu kurz kommt. Dies ist zumindest der meist genannte Grund laut einer bundesweit durchgeführten Befragung unter Betriebsinhabern im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima). Deshalb wurde ein Coaching-Konzept entwickelt, das in den Arbeitsalltag von Betriebsinhabern integrierbar ist und darüber hinaus auch Ansatzpunkte aufzeigt, um die (zeitlichen) Belastungen aus dem (Arbeits-) Alltag zu minimieren. Im Rahmen des Verbundprojektes UbeG - Unternehmensgewinn durch betriebliche Gesundheitspolitik im Handwerk nahmen sieben Betriebsinhaber und ihre Partnerinnen aus Nordrhein-Westfalen an dem 12-wöchigen Gesundheits-Coaching teil. Insgesamt hat sich im Rahmen der Programmdurchführung bestätigt, dass Lebensstilveränderungen genauso wie organisatorische Umstellungen gute Vorbereitung und intensive Begleitung benötigen. Dabei ist das Erkennen eines Risikos, oder die Realisierung möglicher Vorteile, die sich durch eine Verhaltensänderung ergeben, bereits ein enorm wichtiger Effekt, der im Rahmen eines solchen Gesundheits-Coachings erzielt werden kann. Außerdem wurde deutlich, dass ein Programm, das Selbstständigen im Handwerk einen gesundheitsorientierten Lebensstil näher bringt, neben den klassischen Bereichen der Prävention (wie Ernährung, Bewegung, Entspannung etc.) unbedingt auch die Bereiche Arbeitsorganisation und Arbeitsverhalten beinhalten muss. Wenn die Gesundheitsthematik nicht als weiteres Seminarthema aufoktroyiert wird, sondern durch eigenes Erleben der Betriebsinhaber als substanzieller Faktor in das Unternehmen integriert wird, können Arbeitsbelastungen abgebaut und Ressourcen aktiviert werden und damit eine nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit aller am Arbeitsprozess. (tw)